Thursday, October 30, 2008

Jeder Fünfte Texaner (!) glaubt es immer noch: Obama ist ein Moslem

Egal wie knapp am kommenden Dienstag die Wahlen ausgehen werden, auf einen Bundesstaat sollte der Demokrat Barack Obama auf keinem Fall setzen: Texas. Bush-Country bleibt tief rot und in den USA damit republikanisch, daran wird sich nichts ändern.

Die Gründe für die Hochburg der G(rand)O(ld)P(Party) sind aber nicht der „Heimatsohn“ im Weißen Haus (nur 34 Prozent der Texaner sind mit der Arbeit von George W. Bush zufrieden, was nur knapp höher liegt als der Durchschnitt) oder dessen möglichem Nachfolger John McCain.

Nein, in Texas glaubt jeder Fünfte, das Obama ein Moslem und damit unwählbar ist. (Umfrage der Universität von Texas). Weitere 28 Prozent sind sich bei der Religionszugehörigkeit nicht sicher und nur 45,5 Prozent liegen bei ihrer Einschätzung, Barack Obama sei ein Christ, richtig.

Aber vielleicht braucht Obama Texas auch nicht zum Wahlsieg.

Promis drohen USA zu verlassen, wenn. . .

Es ist schon fast Tradition: Kurz vor einer Präsidentschafts-Wahl in den USA drohen Promis das Land zu verlassen, falls nicht ihr und damit der "richtige" Kandidat ins White House einziehen sollte. Ernst hat es noch niemand genommen und eine extra Stimme eines Unentschlossenen für den Kandidaten, der das Dableiben der Berühmtheiten sichern würde, hat es wohl auch noch nie gegeben. Oder wird irgendjemand Obama oder McCain wählen, nur um einen Hollywood-Star im Land zu halten? Ich hoffe nicht?

Dennoch: Die Liste der Stars, die bei einem Wahlsieg des Republikaners John McCain mit Landesflucht drohen, wächst. Die jüngste Ankündigung kommt von Supermodel Heidi Klum und deren Mann Seal (Foto). „Wenn McCain gewählt wird und das Land weiter in den Abgrund schlittert, werden wir die USA verlassen“, erklärte Seal in einem Interview mit Vanity Fair. „Wir haben damit kein Problem.“ Wohin Seal mit Heidi gehen will, verriet der britische Soul-Singer nicht.

Neben dem Promi-Paar haben auch schon Oscar-Preisträgerin Susan Sarandon angekündigt, im Falle eines McCain Sieges aus Amerika auszuwandern. Sarandon zieht es dann nach Kanada oder Italien. Auch Barbra Streisand plant der USA den Rücken zu kehren, genauso wie die Schauspiel-Stars Alec und William Baldwin. Die allerdings hatten das bereits bei einem Wahlsieg von George W. Bush angekündigt, zwei Mal um genau zu sein, im Jahr 2000 und 2004. Die Baldwin Brüder leben noch immer in ihren nicht gerade bescheidenen Anwesen auf Long Island.

Einer der Baldwins wird aber nach dem 4. November seine Koffer packen müssen. Denn Alecs und Willams jüngerer Bruder Stephen will gehen, wenn Obama gewinnt. Bei den letzten Umfragen, die einen klaren Sieg erwarten lassen, sollte der Schauspieler vielleicht schon mal vorsichtshalber ein Flugticket buchen.

Große Probleme bei der Umsetzung ihrer Drohung, bei einem Sieg von McCain/Palin aus den USA zu flüchten, dürfte Tina Fey (Foto) bekommen. Das gefeierte Comedy-Double von Vize-Kandidatin Sarah Palin brauchte im Ernstfall schon ein Raumschiff. Ihre Ankündigung: "Wenn Palin Vize wird, habe ich genug und werde die Erde verlassen.“

Wednesday, October 29, 2008

Obama TV für fünf Millionen Dollar

Obama total: Auf sieben Sendern kaufte sich der Kandidat einen 30 Minuten Werbeblog

Mittwochabend war Obama-Abend. Gleich auf sieben verschiedenen TV-Kanälen (darunter die großen: CBS, NBC, MSNC und Fox) hatte der Kandidat der Demokraten einen 30 Minuten langen Werbeblock gebucht oder wie es neudeutsch heißt: Informercial. Ein ungewöhnlicher Schritt. Zuletzt hatte der Milliardär Ross Perot 1992 versucht, auf diesem Weg im Wahlkampf Stimmen für sich zu gewinnen. Damals allerdings vergebens.

Obamas Rivale um das White House, John McCain, wird wohl nicht zu einem solchen Mittel greifen können. Ihm fehlt dafür das nötige Geld.

Ob es dem Demokraten geholfen hat, werden wohl erst die nächsten Tage zeigen. Geschadet hat der Werbeblock (Einschaltquote: 33,4 Millionen Zuschauer) Obama aber vermutlich nicht. Außer vielleicht seinem Geldbeutel: Bis zu fünf Millionen Dollar, so die Schätzungen, soll ihm der Informercial gekostet haben. Bei einem immer noch prall gefüllten Spendenkonto von mehr als 100 Millionen Dollar sollte er die Investition allerdings verkraften können.

Viel Neues hatte Obama nicht zu sagen. Die Ideen, Visionen und Versprechungen, die er während des Wahlkampfes verkündet, wiederholte der 47-Jährige auch in dem 30 Minuten langen "Obamercial". Auffallend allerdings: Obama sprach nur über seine Vorstellungen eines besseren Amerikas, seinen Kontrahenten John McCain erwähnte er nicht mit einer Silbe.

McCain wird Bush einfach nicht los

John McCain kann George W. Bush nicht abschütteln. Trotz aggressiver Versuche, sich von einem der unpopulärsten Präsidenten in der Neuzeit der USA politisch zu distanzieren, scheint „W“ den republikanischen Kandidaten wie dessen Schatten zu verfolgen.

Politische Weggefährten: Präsident George W. Bush und John McCain

Nach letzten Umfragen zum Thema McCain/Bush der Washington Post und dem TV-Sender ABC glaubt mit 51 Prozent die Mehrheit der US-Bürger, dass McCain die Bush-Politik weiterführen werde. Oder wie es sein Kontrahent Barack Obama sagt: "Eine Präsidentschaft McCains wäre ein dritte Amtszeit von Bush.“

Die Zahl hat sich in den vergangenen Monaten – zum Leidwesen des 72-Jährigen - kaum verändert. Im Sommer dieses Jahres waren es 55 Prozent die McCain und Bush gleichsetzten, nach der Convention der Republikaner im September waren es 50 Prozent.

Für McCain könnte seine Bush-Beziehung die Wahl endgültig entscheiden und einen von ihm erhofften Stimmungswandel kurz vor dem Urnengang endgültig verhindern. Vor allem Parteiunabhängige, die der Republikaner so dringend braucht, fürchten eine Weiterführung der für sie verfehlten Bush-Politik und setzen lieber auf den versprochenen Wandel Obamas.

Bush selbst sinkt im Ansehen der US-Bürger immer weiter: Nach der jüngsten Umfrage sind nur noch 23 Prozent der Befragten mit der Arbeit des Präsidenten zufrieden, 73 Prozent dagegen lehnen dessen Amtsführung ab.

Das Bild des Tages

Barack Obama im Dauerregen in Pennsylvania

Nur keine Schwächen zeigen, so kurz vor den Wahlen. Selbst Dauerregen kann Barack Obama nicht davon abhalten, im umkämpften Bundesstaat Pennsylvania eine Rede unter freiem Himmel zu halten. Mehr als 9000 Anhänger (mehr als zu mancher Hallen-Veranstaltung von John McCain) kamen trotz des schlechten Wetters nach Chester und begeisterten mit ihrem Einsatz vor allem den Kandidaten selbst: „Wenn wir am Wahltag das gleiche Engagement wie heute bei diesem schlechten Wetter sehen“, sagte Barack Obama, „dann habe ich keinen Zweifel daran, dass wir das Land verändern können.“

John McCain cancelte übrigens wegen des schlechten Wetters seinen Wahlauftritt in Pennsylvania (Philadelphia).

Tuesday, October 28, 2008

Zeitungs-Titel: Obama gewinnt

Die neueste Ausgabe der Sun News in New Mexico nennt Obama bereits Mr President

The New Mexico Sun News hat ein großes Problem. Oder sollte man besser sagen „hatte“. Das kleine Blättchen aus Santa Fe kommt nur zwei Mal im Monat auf den Markt. In einer Auflage von 10.000 Exemplaren aber mit einer angeblichen Leserschaft von bis zu einer Million Menschen. Und die will natürlich aktuell informiert werden und nicht alte Nachrichten lesen.

Die gerade am Kiosk liegende Ausgabe mit Datum 26. Oktober bis 8. November, erschien deutlich vor der Wahl am kommenden Dienstag. Und die nächste kommt leider vier Tage zu spät. Ein echtes Dilemma, wenn man aktuell einen politischen Titel machen will und nicht das Geld für eine Verschiebung oder Vorverlegung einer Ausgabe hat. Die Lösung war für die New Sun allerdings ganz einfach: Man musste sich nur entscheiden – und bis zum 4. November hoffen.

„Obama gewinnt“ titelt das Blatt in seiner aktuellen Ausgabe und unterstellt, dass der Demokrat bereits zum nächsten Commander-in-Chief der USA gewählt wurde. Für die News Sun ist Barack Obama Mister President - während der Rest des Landes noch mindestens sechs Tage auf das Ergebnis der Wahl warten muss. Dumm auch, dass andere US-Blätter des Landes, so hört man, dem Beispiel nicht folgen und die Abstimmung noch abwarten wollen.

Hat die News Sun also einen echten Scoop gelandet oder eine Zeitungsente produziert? Falls Barack Obama die Wahl gewinnen sollte, kann The New Mexico Sun News zumindest immer sagen: „Wir haben es zuerst gewusst.“ Was aber, wenn McCain gewinnt? Na ja . . ?

That's not funny

Halloween-Scherz? Kunst? Oder vielleicht einfach nur geschmacklos?

In West Hollywood hat ein Mann am Dachgiebel seines Hauses eine Puppe von Sarah Palin (Foto links) mit typischer Hochsteckfrisur, Brille, Pumps und Kawasaki-Brille an einem Strick „erhängt“. Und auf dem Dach selbst platzierte Witzbold Chad Michael Morrisette eine Nachbildung von John McCain wie er in der Hölle schmort (Fotoausschnitt rechts).

Der Bürgermeister der kleinen und als sehr liberalen geltenden Gemeinde, Jeffrey Pang, kann über den „Scherz“ nicht lachen. „Ich fordere den Hausbesitzer auf, die Puppe sofort zu entfernen.“ Jeder habe das Recht auf seine freie Meinung. Motive, die Gewalt verherrlichen, lehne er aber ab.“

Mister Morrisette verteidigte sein Werk als „Kunst“. Auf die Frage, warum er Sarah Palin für sein "Werk" augesucht hätte, antwortete der selbsternannte "Künstler": "Wenn ich Obama genommen hätte, hätten mir die Leute vermutlich die Scheiben eingeworfen."

"Up, Up, Up in the Sky"

Der Intraday Verlauf des Dow Jones Index der NYSE am 28. Oktober 2008

Achterbahnfahren an der Wall Street. Und diesmal kannte der Börsenwagen nur eine Richtung – steil nach Oben.

Vergessen schien für einen Tag die Wirtschafts- und Finanzkrise des Landes. Der Dow Jones schoss mit einem Plus von fast 900 Punkten an einem Tag wieder über die wichtige 9000 Punkte-Grenze. Mit im Aufwärtstrend der New York Stock Exchange kletterte auch der Technologie-Börse Index, Nasdaq, um satte 143,57 Zähler oder 9,53 Prozent auf 1649,47 Punkte.

Die Börsianer reagierten damit auf eine erwartete erneute Zinssenkung der US-Notenbank Fed an diesem Mittwoch. Der weltweit wichtigste Aktienindex Dow Jones explodierte nach den ersten Meldungen geradezu um satte elf Prozent und schloss mit 9065,12 Punkten. Es war der zweitgrößte Punktgewinn an einem Tag in der Geschichte der NYSE. Der höchste war erst vor knapp zwei Wochen am 13. Oktober mit 936 Punkten. Danach folgten tiefe Abstürze.

Wie gesagt: Achterbahnfahren wird zum beliebten Trend an der Wall Street.

„Ein Haufen Dummköpfe“

Die Angst eines Attentates auf Barack Obama ist so groß, wie bei kaum einem anderen Präsidentschafts-Kandidaten zuvor. Das belegt schon die einfache Tatsache, dass noch nie in der Geschichte des US-Wahlkampfes ein Anwärter auf das White House so früh den Schutz des Secret Service in Anspruch nehmen musste, wie der 47-Jährige. Und das nicht ohne Grund: Es gibt Hinweise, Verdächtige, Gruppen, wie der in bestimmten Gegenden des Landes immer noch aktive Ku Klux Clan, Internet-Rassisten, Web-Nazis, die vermutlich schon lange Mordkomplotte schmieden. Der Secret Service (Obama: „Der beste Schutz der Welt“), wird das wissen.

Doch nicht jeder Schwachkopf ist auch gleich ein potentieller Killer. Im Juli hatte die Polizei schon einmal in Denver drei Männer festgenommen, die angeblich einen Anschlag auf Obama geplant haben sollen. Sie hatten Gewehre und stießen Drohungen gegen Obama aus. Davon gibt es – leider - vermutlich Hunderte, vielleicht noch mehr in den USA. Nicht jeder von ihnen ist ein Attentäter. Auch die drei Männer waren es offenbar nicht. Sie waren im Drogenrausch und wurden letztendlich wegen illegalen Waffenbesitzes angeklagt.

Die selbsternannten Neo-Nazis, Paul Michael Schlesselman (18, Foto l.) und Daniel Gregory Cowart (20, Foto r.), die die Bundesbehörden jetzt geschnappt haben, werden wohl ein ähnliches Schicksal erleiden. Auch diese beiden Hinterwäldler aus Tennessee respektive Arkansas hatten illegal Waffen im Auto – sie konnten nur nicht damit umgehen. Bei einem versuchten Hauseinbruch ließen sie sich von einem Hund verscheuchen.
Obama, so glauben mittlerweile sogar die Bundesbehörden, war zu keinem Zeitpunkt von den beiden Verblendeten ernsthaft gefährdet. Dagegen könnte ihre Ankündigung insgesamt 102 Schwarze zu ermorden, real in ihren Köpfen geplant gewesen sein. Die Behörden mussten deshalb reagieren.

Dennoch: Auch wenn die Gefahr eines Attentates auf Obama nicht unterschätzt werden sollte. Nicht jeder geistig minderbemittelte und selbsternannte Neo-Nazi sollte seine "15 Minutes of Fame“ bekommen, nur weil er damit prahlt, Obama ermorden zu wollen.

Die US-Abend-News machten sich – zu Recht – lustig über die beiden Schwachköpfe. CNN Staranchor Anderson Cooper berichtete nur widerwillig in einer Kurzmeldung über die zwei. Der Blog „Gawker“ lästerte über die „fast drolligen Pläne einer Ermordung“ und spottete: „gewalttätige Rassisten genießen späten Gastauftritt“.

Chris Matthews vom TV-Sender MSNBC brachte es auf den Punkt. Die beiden gehören zu einem "Haufen von Dummköpfen, die gegen das Gesetz verminderter Geisteskapazität verstoßen haben".

Wie gesagt: Attentatspläne sollten nicht leichtfertig abgefertigt werden. Die Gefahr ist real. Und man muss auch darüber berichten. Aber vielleicht sollten die weltweiten Berichterstatter zumindest versuchen, nicht jedem Verblendeten eine öffentliche Bühne für ihren geistigen Müll zu geben.

Man kann ein Attentat auch herbei schreiben. Vor allem wenn die einsamen Spinner dieser Welt sehen, wie „berühmt“ sie dadurch werden können.

Monday, October 27, 2008

US-Zeitungen würden Obama wählen

Es war ein erneuter Schlag ins Gesicht für John McCain. Selbst "The Anchorage Daily News", Heimatzeitung von McCains Vize, Alaska Gouverneurin Sarah Palin, und mit einer Auflage von 71.000 das größte Blatt des Bundesstaates, kann den Republikaner nicht unterstützen. Der Leitartikel der "Anchorage Daily News" ruft zur Wahl des Demokraten Barack Obama auf.

Amerikas Zeitungen würden Obama wählen: Insgesamt haben sich laut des Branchenblattes Editor & Publisher (http://www.editorandpublisher.com/eandp/index.jsp), mittlerweile 234 Zeitungen der USA, auf die Seite des Demokraten Obama geschlagen, bescheidene 105 stimmten für John McCain.

Bei der vorerst letzten Wahl gab es zwischen den beiden Kandidaten George W. Bush und John Kerry eine Unentschieden. Dieses Mal ist die Wahl offenbar eindeutig. Obama konnte sogar mehr als 35 Tageszeitungen, die einst für Bush stimmten, zu sich rüberziehen. Und: Obama gewann vor allem die Blätter in den großen US-Metropolen.

Der Einfluss solcher „Endorsements“ gilt allerdings als fraglich. Es gibt höchstens einen Trend wieder, Wahl entscheidend ist es nicht. Demokratische Kandidaten haben bis auf Bill Clinton und John Kerry eigentlich nie besonders viele solcher „Unterstützungen“ bekommen. Clinton konnte die Wahlen gewinnen, John Kerry nicht. .

Sunday, October 26, 2008

Wahlspenden-Rekord: Fast eine Milliarde Dollar für Barack Obama und John McCain!

Die Wahlkampfspenden von Barack Obama und John McCain (Grafik: New York Post)

Die Präsidentschaftswahlen 2008 werden mit einem neuen Spendenrekord für die beiden Kandidaten Geschichte schreiben. Barack Obama und John McCain haben bisher fast eine Milliarde Dollar von ihren Anhängern bekommen - so viel wie noch nie ein Kandidat in einem Wahlkampf zuvor. Dabei liegt der Demokrat Obama mit 603 Millionen Dollar mehr als 200 Millionen Dollar über den Einnahmen seines republikanischen Rivalen McCain (358 Millionen Dollar).

Interessant sind auch die Top-Spender für die Präsidentschafts-Kandidaten: McCain hat unter seinen fünf größten Geldgebern nur Banken. Es ist ein Who ins Who der Wall Street Krise: Merrill Lynch (mit 348.920 Dollar die Nummer ein), Citigroup, Morgan Stanley, Goldman Sachs und JP Morgan Chase.

Auch Barack Obama hat auf den vorderen Plätzen zwei Banken (Goldman Sachs auf Platz 2 und Citigroup auf Platz 4). Der Top-Geldgeber für seinen Wahlkampf ist aber die University of California mit insgesamt 777.539 Dollar. Platz drei nimmt die Eliteuniversität Harvard ein, Platz fünf der Internet-Gigant Google.

Einen großen Unterschied zwischen den beiden gibt es auch bei der Höhe der Spenden von Privatpersonen. Fast die Hälfte aller Obama-Unterstüzter überwiesen 200 Dollar und weniger, eine echte Basis-Bewegung. Bei John McCain waren es dagegen weniger als ein Drittel, die mit Mini-Gaben ihren Kandidaten unterstützten.

Saturday, October 25, 2008

Wahlspots: Der Krieg im Fernsehen

Mehr als 368 Millionen Dollar haben die beiden Präsidentschafts-Kandidaten zusammen für Wahlspots im Fernsehen bisher ausgegeben (3. April bis 20. Oktober).

Barack Obama ließ sich den Krieg im TV 185,459.608 Millionen Dollar kosten. Einer der neuesten TV-Attacken "Erratic" gegen McCain hier: http://www.youtube.com/watch?v=N8EGTQ5KY9M

Anti-Wahlkampf: McCain gegen Obama, Obama gegen McCain (s. Link)

John McCain dagegen investierte 113,208.360 Millionen. Einer der jüngsten Angriffe "Hypo" im US-Fernsehen gegen Obama, hier: http://www.youtube.com/watch?v=kIlUaKIB07E

Dazu kamen die Werbung ihrer Parteien (Demokraten: 623.597 Dollar, Republikaner: 13.037.741 Millionen Dollar) und diverse Gruppen, die ihren jeweiligen Kandidaten unterstützen. Die Zahlen wurden ermittelt von der Campaign Media Analyst Group, die politische Werbung im Fernsehen untersucht.

Ohne Worte

Ein Anti-Obama Demonstrant in Ohio

. . . und jetzt auch Heidi Klum

Über mangelnde Unterstützung aus Hollywood kann sich Barack Obama nun wirklich nicht beschwerden. Dutzende von Stars wie George Clooney, Scarlett Johansson, Brad Pitt haben sich auf die Seite des Demokraten geschlagen und zusammen mit ihren Schausspiel-Kollegen Millionen Dollar an Spenden für den 47-Jährigen gesammelt.

Neu in der Schar der Obama-Anhänger ist jedoch Supermodel Heidi Klum. Das „deutsche Fräulein-Wunder“ ist nach eigenen Angaben seit neuestem auch Amerikanerin und darf offenbar am 4. November zum ersten Mal bei US-Elections wählen.

„Ich habe gerade meine US-Staatsbürgerschaft bekommen und werde wählen gehen“, sagte der Victoria’s Secret Engel während einer Frauenkonferenz (Foto) in Long Beach, Kalifornien. Und bei wem die 35-Jährige ihr Kreuz machen wird, verriet Heidi Klum gleich mit. Stolz erklärte sie:„Ich werde für Obama stimmen.“

Friday, October 24, 2008

New York Times für Barack Obama

Nach den großen und angesehenen US-Zeitungen Washington Post, Los Angeles Times und Chicago Tribune hat sich auch die von vielen als beste Zeitung der Welt charakterisierte New York Times (Foto: Das Times Building an der 8th Avenue in Midtown) auf die Seite von Barack Obama geschlagen.

„So hart auch die Zeiten sind, die Auswahl eines neuen Präsidenten ist einfach“, schreibt die Times (98 Pulitzer-Preise, Auflage eine Million Exemplare) in ihrem Leitartikel. Obama habe einen „kühlen Kopf und gesundes Urteilsvermögen“ und er habe „den Willen und die Fähigkeit, einen breiten politischen Konsens zu erreichen, den die USA angesichts der großen Probleme brauche".

Kritik äußerte das Schwergewicht unter Amerikas News-Outlets an John McCain: Er sei „einer traditionellen, überholten Weltsicht verpflichtet“. McCains Wahlkampf habe „Züge von Klassenkampf und sogar Spuren von Rassismus“. Die Auswahl seines ganz offenbar unfähigen Running Mate, so urteilt die Times vernichtend, war ein letzter Akt von „Opportunismus und schlechtem Urteilsvermögen“

Mehr: http://www.nytimes.com/2008/10/24/opinion/24fri1.html?hp

Ein Schlag ins Gesicht für McCain dürfte auch das öffentliche Bekenntnis zu Obama von dem einstigen Regierungssprecher von George W. Bush, Scott McClellan (Foto) sein.

"Obama ist der bessere Kandidat, um das System Washington zu verändern“, urteilt McClellan. Dessen Ex-Chef, Präsident Bush, hat übrigens McCain per Briefwahl seine Stimme bereits schon gegeben.

Der Republikaner John McCain wurde in den vergangenen Tagen ebenfalls von zahlreichen Zeitungen (u.a. Tampa Tribune, Dallas Morning News, San Diego Union-Tribune, Philadelphia Inquirer) unterstützt. Die großen Presse-Outlets des Landes jedoch stehen auf der Seite von Barack Obama.

Make-up für 22.800 Dollar – in zwei Wochen

Vize-Kandidatin Sarah Palin: Make-up im Wert eines Kleinwagens

Der Ausgaben-Wahn von Vize-Kandidatin Sarah Palin hat eine neue Dimension bekommen. Nachdem diese Woche Politico.com berichtete, dass die 44-jährige Ex-Schönheits-Königin für neue Klamotten seit Anfang September 150.000 Dollar aus der Kasse der Republikaner bekommen hat, taucht jetzt eine neue Rechnung in der Öffentlichkeit auf. Danach hat die Gouverneurin von Alaska in diesem Monat bisher 22.800 Dollar für ihre persönliche Make-up-Stilistin Amy Strozzi bezahlt.

Die Republikaner haben den Posten, der am 10. Oktober überwiesen wurde, übrigens dezent unter „Personal/Equipment abgebucht. Maskenbildnerin Strozzi, die durch die Reality-Show „So you think you can Dance“ bekannt wurde, ist damit in den ersten zwei Wochen im Oktober die mit Abstand bestbezahlte Mitarbeiterin aus dem Team Sarah Palin.

Was wohl der einfache US-Bürger auf der Straße, mit dem sich Sarah Palin verbunden fühlt, dazu sagen wird? Oder hat „Joe der Klempner“ seiner Ex-Frau jemals Make-up im Wert eines Autos spendiert? Wohl kaum.

Thursday, October 23, 2008

US-Medien im Wahlkampf nicht objektiv

Schwere Vorwürfe gegen die Medien in den USA. Nach einer Studie des Partei unabhängigen "Pew Research Center’s Project for Excellence in Journalism" berichten Zeitungen, Radio- und TV-Stationen sowie Online-Medien nicht objektiv in diesem Wahlkampf, sondern bevorzugen den Kandidaten der Demokraten, Barack Obama.

Pew untersuchte insgesamt 2000 Geschichten, die 43 Media-Outlets seit Anfang September bis heute produzierten. 36 Prozent der Geschichten über Obama klassifizierte Pew als „positive Stories“, 35 Prozent als „neutral“ sowie 29 Prozent als negativ. John McCain kommt dagegen bei der Presse wesentlich schlechter weg. Nach der Studie waren 57 Prozent der Nachrichten über den Republikaner „negativ“, 29 Prozent „neutral“ und nur 14 Prozent „positiv“.

„Die Medien stellen in diesem Präsidentschaftswahlkampf Obama in einem viel besseren Licht dar und porträtieren McCain in einem eher negativen“, bilanziert die Pew-Studie. Ein Schlag ins Gesicht für die US-Medien. Denn auch die News-Konsumenten scheinen den gleichen subjektiven Eindruck zu haben. Nach einer Umfrage glauben 70 Prozent der Befragten, dass die US-Presse Obama als Präsident lieber hätten. Nur neun Prozent dagegen finden, dass Journalisten McCain favorisieren.

Umfragen-Chaos

Was denn nun? Seit Tagen prophezeien US-Medien einen klaren Sieg von bis zu 14 Prozent (bundesweite Umfrage) für Barack Obama bei den Wahlen am 4. November. Und jetzt das: Die Nachrichtenagentur AP zusammen mit GFK, einer der weltweit größten Marktforschungs-Instituten, kommt zu einem völlig anderem Ergebnis.

Nach AP/GfK liegen die beiden Kandidaten im Rennen um das White House landesweit statistisch gesehen gleich auf (siehe Grafik): 44 Prozent der 1101 Befragten würden Obama wählen, 43 Prozent McCain (Fehlerquote 3,5 Prozent). Für die Obama-Anhänger ein Schock und eine Warnung, dass die Wahl längst nicht gelaufen ist. Verwirrend ist das Ergebnis dennoch und passt überhaupt nicht zu den anderen Umfragen.

AP/GfK Umfrage: Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Barack Obama und John McCain

So sieht das Partei unabhängige Pew Research Institut Obama deutlich mit 14 Punkten (53 zu 39 Prozent) vor seinem Rivalen McCain. NBC/Wall Street Journal (52 zu 42 Prozent) hat den Demokraten ebenso zweistellig in Front, genauso wie ABC News /Washington Post (54 zu 43) und Reuters/C-Span/Zogby (52 zu 40).

Selbst der Republikaner freundliche FoxNews Sender sorgt sich bei 49 zu 40 Prozent für Obama um die schwindenden Chancen für McCain. Knapper dagegen sind nur Gallup (50 zu 46) und CNN/Opinion Research (51 zu 46 Prozent). Beide allerdings haben Obama (Fehlerquote drei Prozent) immer noch als sicheren Sieger.

AP/GfK dagegen will als einzige ein knappes Rennen ermittelt haben. McCain soll dabei vor allem bei den unteren Bevölkerungs-Schichten, die weniger als 50.000 verdienen, zugelegt haben. Hier hat Obama nur noch einen vier Prozent Vorsprung, vor ein paar Wochen waren es noch sehr deutliche 26 Prozent.

Auf dem Land konnte McCain dagegen seine Führung von vier auf 18 Prozent ausbauen. Und auch bei den Weißen liegt der Republikaner deutlich mit 22 Prozent bei den Männern und sieben Prozent bei den Frauen vorne. Gestärkt wird McCain auch von der eigenen Partei. Neun von zehn Republikanern sagen sie werden McCain wählen, bei den Demokraten wollen dagegen nur acht von zehn Obama wählen.

Wer in dem Umfrage-Wirrwarr die besten Zahlen ermittelt hat, das wird wohl erst die Wahl ergeben.

Wednesday, October 22, 2008

Vize-Kandidatin Sarah Palin: 150.000 Dollar Spendengelder für ein neues Aussehen

Als sich John Edwards während der Vorwahlen 2007 für 400 Dollar die Haare schneiden ließ, wurde er dafür öffentlich fast rasiert. „Out of touch“ (abgehoben), spotteten die politischen Gegner. Ähnlich erging es auch John McCain als er stolz seine 520 Dollar teueren, schwarzen Ferragamo Lederschuhe zeigte. Und als Hillary Clinton für zwei Mal „schneiden, waschen, fönen und legen“ insgesamt 3000 Dollar zahlte, hatte auch die Senatorin aus New York ein Frisör-Problem.

Sarah Palin (Fotos) kann über diese Kleinigkeiten wohl nur lachen. Sie hat seit ihrer Nominierung Ende August mehr als 150.000 Dollar für ihr Aussehen aus dem Spendentopf der Republikaner ausgegeben. Darunter waren allein 4716,49 Dollar für den Frisör.

Die angesehene Internetzeitung Politico.com berichtet exklusiv und detailliert über das Ausgaben-Verhalten der Gouverneurin aus Alaska. Gesetze hat die 44-jährige, einstige Schönheits-Königin Palin dadurch allerdings nicht gebrochen. Das hätte sie nur, wenn sie die Spendengelder direkt aus der McCain Kampagne genommen hätte. Politisch instinktlos ist es dennoch. Selbst einige Republikaner nennen den Konsumrausch auf Kosten der Partei „Ekel erregend“.

In der Rubrik „Campaign Accessories“, unter denen die Republikaner eigentlich Telefonate, Wahlbriefe und Werbung verbuchen, findet sich auch der Fashion-Posten von Sarah Palin. Danach hat sich die Vize-Kandidatin Anfang September in dem Luxus-Kaufhaus Saks Fifth Avenue in St. Louis und New York für 49.425,74 neu eingekleidet.

Ebenfalls im September kaufte Sarah Palin dann noch für 75.062,63 Dollar bei Neiman Marcus, nicht unbedingt ein Billiganbieter, ein. Auch bei Bloomingdale’s und Barney’s in New York ließ sie sich für insgesamt 5892,43 Dollar Klamotten einpacken. Und bei Macy’s in Minneapolis shoppte sie nochmals für 9447,71 Dollar.

Ach ja, auch ihr Mann und ihr Baby kamen nicht zu kurz. Die Republikaner zahlten Sarah Palin auch die Rechnung für Männer-Mode von 4902,45 Dollar und einen neuen Kinderwagen für 295 Dollar. Wie gesagt, gegen Gesetze hat Sarah Palin nicht verstoßen. Politisch clever war es dennoch nicht.

Das merkte offenbar auch das Team von John McCain. Eiligst erklärte eine Sprecherin: „Wir werden die Sachen nach dem Wahlkampf natürlich für einen guten Zweck spenden."

Tuesday, October 21, 2008

Die Familie geht vor

Zwei Wochen vor den Präsidentschafts-Wahlen am 4. November hat Barack Obama mit Ausnahme von Indianapolis am Donnerstag alle seine Termine bis Freitag abgesagt, um zu seiner schwerkranken Großmutter nach Hawaii zu reisen. Der 85-jährigen Madelyn Payne Dunham (Foto: rechts mit Obama und dessen Großvater Stanley Dunham, er starb 1992) geht es offenbar sehr schlecht.

„Ihr Zustand ist sehr ernst“, sagte Obamas Sprecher Robert Gibbs über den Zustand von Madelyn Dunham, die am kommenden Sonntag 86 Jahre alt wird. „Ihre Gesundheit habe sich in den vergangenen Wochen dramatisch verschlechtert.“ Obama habe daraufhin seine Auftritte in Wisconsin und Iowa abgesagt. Sie sollen jetzt von dessen Frau Michelle wahrgenommen werden. Am Sonnabend, so Gibbs, werde Obama seinen Wahlkampf an der US-Westküste – Ort steht noch nicht fest - fortsetzen.

Großmutter Dunham nimmt einen wichtigen und entscheidenden Platz in der Erziehung des möglichen ersten schwarzen Präsidenten der USA ein. Obama nennt sie liebevoll „Toot" (seine abgewandelte Schreibweise für das hawaiianisches Wort "Tutu" für Großeltern). In seinem Buch „Dreams of My Father“, bezeichnet er sie als eine seiner wichtigsten Bezugspersonen. Und auch in seinen Reden spricht er oft über seine Oma.

Der Bruder von Madelyn, Charles Dunham, erklärte unterdessen: "Meine Schwester ist schon länger sehr, sehr krank." Neulich habe sie sich auch noch die Hüfte gebrochen. Ob er glaube, dass sie die Wahlen noch erleben werde, darüber wollte er nicht spekulieren. "Natürlich ist ihr das sehr sehr wichtig", sagte der 83-Jährige. "Sie wünscht sich nichts mehr, als das noch erleben zu dürfen."

Zum Hintergrund: Obama wurde auf Hawaii geboren, lebte später bis zu seinem zehnten Lebensjahr in Indonesien und kehrte dann nach Hawaii zu seiner Oma zurück. Er ging in Honolulu von der fünften Klasse bis zu seinem Abschluss zur Schule. Seine Mutter Ann Dunham lebte ebenfalls ein paar Jahre auf Hawaii, kehrte aber später mit ihrem zweiten Ehemann nach Indonesien zurück. Sie starb 1995 an Unterleibskrebs. Obama Vater verließ die Familie als Barack zwei Jahre alt war.

Monday, October 20, 2008

Barack "Dagobert" Obama

Barack "Dagobert" Obama mit 150 Millionen Dollar im Spendenrekord-Fieber

Wenn es um Spendengelder geht, jagt Barack Obama von einem Rekord zum nächsten. Im August verkündete der 47-Jährige stolz, dass er 66 Millionen Dollar an Spenden für seinen Wahlkampf eingesammelt hatte. Im September übertrifft er diesen Rekord um deutlich mehr als 100 Prozent. Insgesamt 150 Millionen Dollar - 150.000.000!, eine Zahl mit sieben Nullen - hat der Kandidat der Demokraten im September von seinen Unterstützern bekommen.

Wie Campaign-Manager David Plouffe erklärte, lägen die meisten Spenden im Schnitt bei unter 100 Dollar. Mehr als 3,1 Millionen Personen haben Obama bisher Geld gegeben, allein im vergangenen Monat kamen 632.000 neue Spender hinzu.

Auch in der Gesamtsumme hat Obama schon heute einen neuen Rekord aufstellen können. Seit Beginn seiner Kampagne hat er die unglaubliche Summe von 600 Millionen Dollar an Spenden erhalten. Noch nie in der Geschichte der USA stand einem Kandidaten - Demokrat oder Republikaner - mehr Geld zur Verfügung.

Zum Vergleich: John McCain, von Anfang an etwas knapp an Spendern, stehen seit seiner Nominierung auf dem Parteitag der Republikaner nur 84 Millionen Dollar zur Verfügung. McCain hat für seinen Wahlkampf das staatliche Finanzierungsprogramm in Anspruch genommen, das mehr nicht zulässt. Eine Summe, die weniger ist als die Obama-Spenden im vergangenen September.

Viel ist von den 84 Millionen Dollar allerdings auch nicht mehr übrig. McCain hat nach eigenen Angaben nur noch 47 Millionen Dollar auf der Bank. Hoffen kann der 72-jährige Republikaner jedoch noch auf seine Partei, die im September 66 Millionen Dollar einsammeln konnten. Gelder, die sie natürlich zur Unterstützung ihres eigenen Kandidaten einsetzen werden.

Zahl des Tages


92.070,19

So viele Kilometer hat Präsidentschafts-Kandidat Barack Obama bisher in seinem gecharterten Flugzeug, einer Boing 757 (Aufschrift: "Change We Can Believe In"), auf seiner Wahlkampf-Tour durch die USA zurückgelegt. Der Demokrat wäre damit mehr als zwei Mal um die Erde (Umfang am Äquator: 40.075 Kilometer) geflogen (Stand: 20. Oktober 2008). Wie viele Meilen McCain im seinem "Straight Talk Express Flugzeug" (er hat auch einen Bus mit dem gleichen Namen) unterwegs war, ist bisher nicht bekannt.

Sunday, October 19, 2008

Ex-Außenminister Colin Powell für Obama

Der frühere US-Außenminister Colin Powell am Sonntag im Polit-Talk "Meet the Press"

Für John McCain ist es ein schwerer Schlag. Colin Powell, erster Außenminister der Bush-Regierung, Ex-General, Republikaner und langjähriger Freund von McCain, unterstützt Barack Obama, einen Demokraten! Viel schlimmer hätte es für den 72-Jährigen wohl kaum kommen können. Ein Experte in Sachen Außen- und Sicherheitspolitik unterstützt den Kandidaten mit der geringsten Erfahrung auf beiden Politfeldern. McCains Argument von der Unerfahrenheit – für den Rest des Wahlkampfes kann er das endgültig vergessen.

Das entscheidende Argument für die Entscheidung von Powell war allerdings nicht sein Spezialgebiet, sondern die Wirtschaftskrise und vor allem Sarah Palin. „Ich glaube nicht, dass sie (Sarah Palin) fähig ist, US-Präsidentin zu werden“, erklärte der 71-jährige frühere Vorsitzende des Generalstabs (Joint Chiefs of Staff) und sagte laut, was viele Republikaner schon seit längerem denken: Die Entscheidung McCain für Sarah Palin als sein Running Mate war eine unverantwortliche Fehlentscheidung.

(Dieser Blog hat das schon am 2. September unter der Überschrift: „Sarah Palin: McCains Fehlbesetzung", geschrieben. Das war vier Tage nach ihrer Nominierung und noch während des Parteitages der Republikaner, als die Gouverneurin von Alaska noch wie eine Erlöserin gefeiert wurde)

Es falle ihm nicht leicht, seinen Freund John McCain zu enttäuschen, erklärte Powell am Sonntag im Polit-Talk „Meet the Press“ seine Entscheidung. Aber Amerika brauche einen Präsidenten, der für einen „Generationswechsel“ stehe. Obama sei besser geeignet, die Wirtschaftsprobleme zu lösen. McCain zeige sich dagegen durch die Krise eher verunsichert. Der Ex-General äußerte sich in dem Interview auch besorgt über den Rechtsruck in seiner eigenen Partei.

Powell betonte ausdrücklich, das er sich nicht für Obama entschieden habe, weil sie beide „Afroamerikaner“ seien. Obama habe „alle in seine Kampagne eingeschlossen“. Lobend äußerte sich der frühere Außenminister (2001 bis 2005) auch über die Ausstrahlung des Kandidaten. Die Wahl von Obama würde nicht nur „unser Land begeistern, sondern die ganze Welt“.

„Terrorist, Radikaler, Freund von Obama“

William Ayers und Barack Obama – das scheint die Verbindung zu sein, mit der John McCain doch noch die Präsidentschafts-Wahlen gewinnen will. Während der 72-Jährige in der Debatte am Dienstag "nur Fragen" über Obamas Verbindung zu dem einstigen Terroristen stellte, ist seine Partei nicht so zurückhaltend. Sie handelt.

Die Republikaner haben in mehreren Bundesstaaten ein Pamphlet (Fotos) mit der Post verschickt, dass Barack Obama auf eine Stufe mit dem ehemaligen Terroristen William Ayers setzt. Der heute ordentliche Professor in Chicago hatte während des Vietnamkrieges mit seiner Gruppe „Weather Underground“ Bombenanschläge in den USA verübt.

Bis heute scheint Ayers seine Taten nicht bereut zu haben. Nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 hatte der mittlerweile 63-jährige Ayers erklärt: „Ich bereue nicht, Bombenanschläge verübt zu haben. Ich habe das Gefühl, wir haben nicht genug getan.“

Dass Obama während der Anschläge in den 60er Jahren erst acht Jahre alt gewesen ist, spielt keine Rolle. Entscheidend ist, dass Obama und Ayers vor sechs Jahren im Vorstand einer Organisation gesessen haben, die sich in Chicago um Arme kümmerte.

Dass die Gruppe von einem Republikaner und Ronald Reagan Anhänger gegründet wurde, auch das ist den Republikaner egal. In dem Pamphlet stellen sie Obama auf eine Stufe mit William Ayers. Ihre einfache Aussage: Ayers ist ein Terrorist, ein Radikaler, ein Freund von Obama.“

Vier Seiten lang wird die Geschichte von Ayers erzählt und dabei immer auf die Verbindung von Obama hingewiesen. Und am Ende heißt es sehr simple: „Barack Obama. Er ist nicht der, für den sie halten.“

Die Schmutzkampagne scheint zu wirken. Wie CNN am Freitag berichtet, holt McCain bei den Umfragen auf. Das Rennen um das White House wird wieder eng. Wegen Ayers und Obama? Kaum zu glauben, das eine Schmutzkampagne die Wahlen entscheiden könnte.

Saturday, October 18, 2008

Das Bild des Tages

Barack Obama Superstar: Der Kandidat (unten rechts) auf einer Wahlveranstaltung am "The Gateway Arch" in St. Louis im US-Bundestaat Missouri (im Hintergrund Downtown mit dem Old State House). Insgesamt 100.000 Menschen, so schätzten die Veranstalter, wollten Obama hören.

Arme, reiche Cindy McCain

Die Frau von Präsidentschafts-Kandidat John McCain hat im vergangenen Jahr insgesamt zwei Millionen Dollar weniger verdient, als noch im Jahr 2006. Das zeigt die Steuererklärung, die Cindy McCain (Foto) am Freitag veröffentlichen ließ.

Danach hat die 100 Millionen Dollar schwere Bier-Erbin 2007 insgesamt 4,2 Millionen Dollar eingenommen und dafür bei einem Steuersatz von 26 Prozent 1,1 Millionen Dollar an das Finanzamt abgegeben. Insgesamt 530.000 Dollar hatte die 54-jährige Cindy an Abschreibungen.

John McCain hatte laut seiner Steuererklärung 2007 insgesamt 405.409 Dollar an Einkommen. Seine Vize-Kandidatin Sarah Palin 127.869 Dollar.

Barack Obama und dessen Frau Michelle Obama verdienten 2007 mit 4,2 Millionen Dollar genauso gut wie Cindy McCain. Das Einkommen kam dabei vor allem von Honoraren von Obamas Büchern “Dreams of My Father” und “The Audacity of Hope."

Friday, October 17, 2008

Köstlich!

Trotz des schmutziger werdenden Wahlkampfes - sie können noch immer über sich selbst und über den politischen Rivalen lachen: Barack Obama und John McCain.

Auf der tradionellen Al-Smith Spendengala für notleidende Kinder (fand zum 63. Mal statt) saßen die beiden im New Yorker Waldorf Astoria wieder an einem Tisch und nur getrennt durch den Erzbischof der Stadt, Kardinal Egan. In ihren Reden zogen beide über den anderen her und lösten im dicht gefüllten Saal schallendes Gelächter aus.

Die beiden wirklich köstlichen Videos der Reden:

Obama hier: http://www.youtube.com/watch?v=v5SWQJWm6Tg

McCain hier: http://www.youtube.com/watch?v=irXS4Q7mUKQ&feature=related

Geschmacklos!


. . . und noch eine rassistische Entgleisung. Wieder in Kalifornien. Diesmal war es die republikanische Frauengruppe „Chaffey Community Republican Women in San Bernadino, nahe Los Angeles, die keine drei Wochen vor den Wahlen Barack Obama diffamierte.

In ihrem monatlichen Newsletter schickte die Präsidentin der Frauengruppe, Diane Fedele, einen zehn Dollar Schein mit dem Konterfei von Barack Obama (mit Eselsohren, Schwanz und Hufen - das Parteiemblem der Demokraten ist ein Esel) an ihre Mitglieder. „Obama Bucks“ (Obama Dollar) hieß es darauf und „United States Food Stamps“.

Zusätzlich auf den Essensmarken ist eine Wassermelone, Rippchen, Bier und ein Topf frittiertes Huhn zu sehen. Eine Kombination, die das alte Vorurteil der Rassisten bedient, dass Schwarze nur typisches Südstaaten-Essen konsumieren und faul sowie dreckig sind.

„Für mich war es nur Essen“, versuchte sich Diane Fedele zu rechtfertigen. „Es hatte keine Bedeutung für mich.“ Republikaner und Demokraten dagegen protestierten gemeinsam und verlangten die Verbreitung der rassistischen Essensmarken sofort einzustellen.

Drei einflussreiche US-Zeitungen unterstützen Barack Obama als Präsident

Ritterschlag für Barack Obama: Die Washington Post, Los Angeles Times und die Chicago Tribune, drei große, wichtige und einflussreiche Tageszeitungen der USA wünschen sich den Demokraten zum Präsidenten:

Erstaunlich: Die Times hat seit 1972 nicht mehr und die Tribune noch nie in ihrer Geschichte einen Demokraten unterstützt. Die alte Dame „Tribune“ wurde gar von einem Republikaner für Republikaner gegründet. Doch bei dieser Wahl gab es für die drei Zeitungen, selbst unter den beiden konservativen, offenbar keine andere Entscheidung.

Die Washington Post, traditionell eher den Demokraten näher, erklärte in ihrem Editorial: „Obama hat das Potential, ein großartiger Präsident zu werden.“ Das Blatt, das einst die Watergate Affäre aufdeckte, bezeichnet Obama als „intelligent“, der „schnell schwierige Sachverhalte erfassen“ könne. Man habe auch Hoffnung, dass er eine Antwort auf die schwierige wirtschaftliche Lage finden könne.

Die Post erklärte, die Wahl sei ihnen leicht gefallen, weil McCain einen „enttäuschenden Wahlkampf“ führe. Außerdem bezeichnete das Blatt die Wahl von Sarah Palin zur Vize-Kandidatin als „unverantwortlich. Sie sei im Ernstfall „nicht in der Lage, das Amt des Präsidenten zu übernehmen.

Obama dagegen, so die Post weiter, habe die „Bewunderung“ der Zeitung und „beeindruckende Qualitäten“. Allerdings hat die Post auch Kritisches anzumerken: Wegen Obamas geringer Erfahrung in der Außenpolitik, habe man „auch Bedenken“. Dagegen stünden aber „enorme Hoffnungen“.

Mehr: http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2008/10/16/AR2008101603436.html?hpid=opinionsbox1

Die Los Angeles Times schreibt dagegen unter anderem: „Am Ende des Wahlkampfes hat Obama durch seinen Charakter und sein Temperament Vorteile. Seine Beständigkeit und seine Reife sind Qualitäten einer Führung, die Amerika seit fast zehn Jahren nicht mehr erlebt hat.“

Mehr: http://www.latimes.com/news/opinion/la-ed-endorse19-2008oct19,0,5966124.story

Und die Tribune erklärt: „Wir haben großes Vertrauen in seine intellektuelle Stärke, seine moralischen Standpunkte und seine Fähigkeit, solide, durchdachte und ausgewogene Entscheidungen zu treffen.“ Zusammenfassend schreibt die Tribune: „Obama ist bereit für die Präsidentschaft.“

Mehr: http://www.chicagotribune.com/news/opinion/chi-chicago-tribune-endorsement,0,1371034.story

Welchen Einfluss die „Endorsements“ der Zeitungen haben werden, muss sich noch zeigen. Bei der letzten Wahl 2004 zwischen George W. Bush und John Kerry spielten sie ganz offensichtlich keine Rolle. Kerry hatte 211 Zeitungen an seiner Seite, Bush nur 197. Der Rest ist bekanntlich Geschichte.

Thursday, October 16, 2008

Fassungslos!

Was haben sich die Verfasser dieser Internet-Anzeige dabei nur gedacht? Haben sie überhaupt gedacht?

Geschmacklos und gefährlich: Die Republikaner von Sacramento County platzierten dieses elektronische Wahlplakat auf ihrer Webseite und forderten ihre Leser auf, Barack Obama zu foltern, genauer zu „Waterboarding“ (eine Foltermethode, bei der das Opfer durch simuliertes Ertrinken zum Sprechen gebracht werden soll.)

„Die Terrorgruppe der Hamas unterstützt Barack Obama“, hetzten die lokalen Parteigrößen gegen den Kandidaten der Demokraten weiter. „So, der einzige Unterschied zwischen Obama und Osama ist ‚BS’.

Das Wahlplakat wurde erst entfernt, als ein Lokalreporter die Anzeige durch Zufall entdeckte. Daraufhin protestierten die Republikaner und Demokraten von Kalifornien gemeinsam und forderten die örtliche Gruppe, das Schandmahl sofort von ihrer Webseite zu nehmen.

"Joe, the Plumber"

Er war der eigentliche Star der TV-Debatte: „Joe the Plumber“ oder genauer Samuel J. Wurzelbacher (Foto) wie er im wahren Leben heißt.

„Dass ich in einer Präsidenten-Debatte zum Thema werde, ist schon ziemlich surreal“, erklärte der erstaunte Klempner. Sein Name tauchte in dem TV-Duell immerhin 20 Mal auf und damit häufiger als der von Präsident George W. Bush (zehn Mal).

Dabei will sich der klatzköpfige Joe (geschieden, Vater eines 13-jährigen Sohnes) aus Toledo im Bundesstaat Ohio eigentlich nur seinen eigenen ganz persönlichen „American Dream“ erfüllen. Joe, the Plumber (34), arbeitet dafür zehn bis 12 Stunden, sieben Tage die Woche. Er träumt von seiner eigenen Firma und hat auch schon ein Unternehmen im Visier, das er kaufen will. Es ist ein Klempner-Betrieb, der im Jahr 250.000 bis 280.000 Dollar macht. Und genau dadurch wird Joe, the Plumber, berühmt und zum Star in der dritten Debatte zwischen Barack Obama und John McCain.

Der Republikaner versuchte in dem TV-Duell durch „Joe, gratuliere, du bist reich“, Obamas, seiner Meinung nach, ungerechte Steuerpolitik anzuprangern. Der Demokrat hatte angekündigt, als Präsident jeden, der mehr als 250.000 Dollar verdient, höher zu besteuern. Unter mittelständigen Unternehmen würde das zwar nur etwa zwei Prozent betreffen. Aber eben auch Joe, the Plumber.

Auf einer Wahlveranstaltung in Toledo hatte Joe, the Plumber, in der vergangenen Woche die Gelegenheit, mit Barack Obama zu sprechen (Foto). Er wollte wissen, warum er unter dessen Präsidentschaft mehr Steuern zahlen müsse und damit für seinen Erfolg bestraft werde. Obama soll geantwortet haben, dass der „Reichtum des Landes besser verteilt“ werde müsse.

Eine Aussage, die ein republikanischer Beiständer wohl sofort aufgeschrieben hat. McCain bekam damit eine Vorlage für einen direkten Angriff: „Joe“, sagte der 72-Jährige mit festen Blick in die Kamera, "unter meiner Präsidentschaft musst du nicht mehr Steuern zahlen".

Überzeugen konnte McCain damit aber offenbar noch nicht einmal „Joe the Plumber“. Auf die Fragen der Journalisten, die am Tag nach der Debatte sein Haus belagerten, wem er denn am 4. November seine Stimme geben werde, schwieg er. Wurzelbacher wollte das trotz hartnäckiger Nachfragen nicht verraten. Kleiner Hinweis: Bei den Vorwahlen hat er sich als Republikaner registriert.

Übrigens: „Joe the Plumber“ besitzt laut der Baubehörde in Toledo überhaupt keine Klempner-Lizenz und könnte, selbst wenn Obama auf seine Steuern verzichten würde, aus diesem Grund die Firma schon gar nicht kaufen. Rein theoretisch ist er auch überhaupt kein Klempner, auch wenn sich in Ohio jeder so nennen dürfte.

Und noch etwas: Selbst die Bush-Steuern scheinen Samuel J. Wurzelbacher zu hoch zu sein. Laut dem Finanzamt in Ohio schuldet er den Steuerbehörden 1182,98 Dollar. Und das offenbar schon so lange, dass die Behörden einen Teil seines Grundstückes pfänden ließen bis er den Betrag überweist

Cowboy John McCain mit Punktsieg

Wie ihn die Daily News vor der Debatte sah: Cowboy John McCain mit seinem "letzten Schuss"

Es war eine Attacke mit Ankündigung. John McCain, aggressiv, fast schon wütend und in den ersten 30 Minuten auch überzeugend, hat bei der dritten und letzten TV-Debatte mit seinem Rivalen Barack Obama einen wichtigen Punktsieg errungen. Das Duell an der Universität Hofstra in Hempstead, New York, war eine seiner letzten Gelegenheiten, einen scheinbar aussichtslosen Kampf vielleicht doch noch zu drehen. Cowboy McCain ergriff die Chance, ohne jedoch eine Wende damit zu erzwingen.

Denn ob der 72-jährige Republikaner damit auch seinen Rückstand in den Umfragen von bis zu 14 Prozent aufholen oder zumindest verkürzen konnte, bleibt mehr als fraglich. McCain vertrat konsequent die Philosophie der Republikaner: Weniger Staat, weniger Ausgaben, weniger Steuern. Um die Wahlen am 4. November doch noch zu drehen, muss er vor allem die Parteiunabhängigen gewinnen. Dass er das geschafft hat, darf zumindest bezweifelt werden.

Obama dagegen konnte trotz seines souveränen und manchmal schon präsidentialen Auftrittes den Debatten-Abend nicht nutzen, seinen scheinbar sicheren Sieg ins Ziel zu bringen. Im Gegenteil: Zu Beginn des Duells verlor der 47-Jährige sogar einige Punkte. Erst am Ende konnte er bei Themen wie Bildung und Gesundheitswesen wieder aufholen und zumindest nach einer Blitzumfrage von CNN letztendlich doch noch deutlich mit 58 zu 31 Prozent gewinnen. Die TV-Kommentatoren sahen das allerdings kritischer.

„Obama hatte nicht seinen besten Abend“, musste selbst dessen Anhänger und CNN-Analyst Paul Begala eingestehen. „Die ersten 30 Minuten“, so der Ex-Berater von Präsident Bill Clinton, „hat McCain klar für sich entscheiden können.“ Erst als der sichtbar wütende Republikaner persönlich wurde, habe er verloren.


Barack Obama und John McCain bei der 3. TV-Debatte in Hempstead, New York

Geholfen hatte McCain am Anfang vor allem die Geschichte von „Joe dem Klempner“ (eigentlich Joe Wurzelbacher), ein Arbeiter aus Ohio, der seine eigene Firma aufmachen will. Der hatte Obama auf einer Wahlveranstaltung offenbar gefragt, warum er als Unternehmen unter dessen Präsidentschaft mehr Steuern zahlen müsse. Obama soll geantwortet haben, das der Wohlstand besser verteilt werde müsse. McCain sprach in der Debatte „Joe the Plumber“ direkt an und erklärte, unter seiner Führung müsse er nicht mehr Steuern zahlen.

„McCain war aggressiv, immer in der Offensive“, bilanzierte auch William Bennett, Partei-Stratege der Republikaner. „Obama war flach, ohne Schwung und häufig in der Verteidigung.“

McCain hatte eindeutig den besseren Start und beherrschte die ersten 30 Minuten“, wollte auch CNN-Kommentator David Gergen, einst Präsidentenberater von Richard Nixon, Ronald Reagan und Bill Clinton, erkannt haben. „Erst zum Schluss konnte Obama aufholen.“

„McCain hat die Debatte eindeutig gewonnen“, erklärte der Republikaner Alex Castellano. „Er hat selbst bei Fragen zur Wirtschaft Punkte sammeln können.“

Und Hilary Rosen, eine Obama-Anhängerin, musste eingestehen: „McCain war am Anfang im Vorteil. Nur bei den persönlichen Angriffen, hat er Punkte verloren. Insgesamt jedoch hatte McCain heute Abend seinen besten Auftritt.“

Einig waren sich alle Analysten, dass die Debatte mit Abstand die beste der drei Duelle zwischen den beiden war. Und auch dass McCain die beste Szene des Abends hatte, daran gab es kaum einen Zweifel:

Auf die ständige Kritik Obamas, er, McCain würde eine dritte Amtszeit von Präsident Bush bedeuten, platzte McCain wütend und aggressiv der Kragen: „Senator Obama, ich bin nicht Präsident Bush. Und wenn sie gegen George W. Bush antreten wollen, dann hätten sie es vor vier Jahren machen sollen.“ Ein Schlag der saß und Obama sichtlich aus dem Konzept brachte.

Wednesday, October 15, 2008

Sprachlos

Ein Händler der NYSE: Auf seinem Bildschirm der Tagesverlauf des Dow Jones Indexes

Die Angst vor einer tiefen Wirtschafts-Rezession löste an der New York Stock Exchange Panikverkäufe aus. Der Gewinn vom "goldenen Montag" von mehr als 900 Punkten ist zwei Tage später schön wieder verbrannt. Der Dow Jones Index verlor am Mittwoch 733 Punkte oder fast acht Prozent. Das große Zittern an den Weltbörsen geht also weiter. Ein Ende der Wirtschafts- und Finanzkrise scheint noch lange nicht in Sicht.

Crash-Werbung

Ungewöhnliche Werbung von Barack Obama. Der Demokrat wirbt auf Werbetafeln, die in dem Crash-Video-Spiel „Burnout Paradise“ erscheinen.

In dem Action-Spiel, in dem es in erster Linie darum geht, ein Auto so schnell wie möglich über einen Parcour zu steuern und dabei die gegnerischen Wagen entweder zur Seite zu drängen oder gleich zu Schrott zu fahren, erscheint ein Werbebanner von Obama: „Die Phase der Briefwahl hat begonnen“, heißt es dort auf einer Tafel mit dem Konterfei des Kandidaten (Foto). Und damit der Video-Freund sich politisch auch nicht verfährt, wird er auf die Obama Webseite „VoteForChange.com“ verwiesen.

Wie teuer die neue und bisher noch nie da gewesene Werbung für Obama ist, bleibt dessen Geheimnis. Der Spielehersteller „Electronics Art“ bestätigte nur das ungewöhnliche Geschäft. Ob McCain auf den Obama-Vorstoß reagieren wird, ist bisher nicht bekannt.

Tuesday, October 14, 2008

Revolution in Washington: Bush-Regierung verstaatlicht Amerikas Top-Banken

Regierungsbeteiligung: Amerikas Top-Banken werden vorrübergehend verstaatlichst

Die Anhänger der freien Marktwirtschaft müssen gestern vor Wut und Empörung rote Pickel bekommen haben: Die Bush-Regierung kauft sich mit 250 Milliarden Dollar Steuergeldern in insgesamt neun Banken ein und verstaatlichst damit vorrübergehend Amerikas Top-Geldinstitute. Große Teile der Republikaner wehrten sich lange gegen die Maßnahme. Für sie ist der Eingriff des Staates in das Finanzsystem so, als ob Karl Marx plötzlich die freie Marktwirtschaft ausrufen würde. Beides passt nicht zusammen.

Und selbst Finanzminister Henry Paulson, einst selbst ein Goldman Sachs Investmentbanker und überzeugter Anhänger einer Freien Marktwirtschaft, musste eingestehen, dass er kein großer Fan seines eigenen Planes sei.

„Dies entspricht nicht den Wirtschafts-Vorstellungen dieser Regierung“, erklärte Paulson. Er habe nur zugestimmt, um das „Vertrauen in das US-Finanzsystem wieder herzustellen“.

Paulson erklärte, dass sich die Regierung über Aktien in die Banken einkaufen werde. Die Finanzhäuser sollen später dann die Anteilsscheine wieder zurückkaufen. Betroffen von der Teilverstaatlichung sind die sechs Top-Geldinstitute Citigroup, Bank of Amerika, J.P. Morgan Chase, Goldman Sachs, Morgan Stanley und Merrill Lynch.

Easy Rider betet für Obama

Er ist einer der letzten ganz großen Fans der Bush Familie. Er wählte zwei Mal für George Herbert Walker Bush und zwei Mal für George W. Bush. Doch jetzt hat er genug: Dennis Hopper (Foto), besser bekannt als „Easy Rider“ aus dem gleichnamigen Kultfilm mit Peter Fonda und Jack Nicholson, will von den Republikanern nichts mehr wissen. „Ich bete, das Gott Barack Obama zum Präsidenten macht“, sagt der mittlerweile 72-jährige Schauspieler.

„Ich habe für die Bushs gestimmt“, gesteht Dennis Hopper. “Erst für den Vater, dann für den Sohn.“ Er sei immer ein Republikaner gewesen und habe nie Kontakt zur „Linken“ gehabt. Doch diesmal, so kündigt Hopper an, wähle er die Demokraten. „Ich wähle Obama.”

Die Bush-Administration nennt der einst eingefleischte Bush-Anhänger Hopper eine „Regierung voller Lügen“. Wie sich die Zeiten geändert haben.

Monday, October 13, 2008

Wall Streets "Goldener Montag"

Die Kurve des Dow Jones am "goldenen Montag"

Es ist ein Anfang. Nach der „schwarzen Woche“ mit acht hintereinander folgenden Verlust-Tagen gab es am Columbus Day einen „goldenen Montag". Der Dow Jones schien von den Händler neu entdeckt worden zu sein und stieg bei regem Handel um 976 Punkte – der größte Punkt-Gewinn in seiner Geschichte. Umgerechnet waren das 11,1 Prozent. Und auch das war immer noch einer der Besten aller Zeiten (nach 1932 sogar der höchste Gewinn).

Die Börsianer reagierten damit positiv auf die weltweiten Zusagen der wichtigsten Industrie-Nationen, die Krise mit Milliarden und Billionen Dollar schweren Rettungspaketen aktiv zu bekämpfen.

Auch am Nasdaq bedankten sich die Händler für die erfreulichen Nachrichten vom Gipfel der Finanzminister in Washington und der Regierungschef der G-7 Nationen in Paris. Der Technologie-Index stieg deutlich um 195 Punkte, der zehnbeste Tag in seiner Geschichte. In Prozentzahlen gerechnet stand der Nasdaq sogar noch besser da. Der Anstieg von 11,8 Prozent war der zweitbeste in der Geschichte. Nur am 3. Januar 2001 legte der Index mit 14,2 Prozent noch mehr zu.

Ob damit die Krise bewältigt ist, darf aber bezweifelt werden. Es ist höchtens ein Anfang, ein positives Zeichen. Wie die Woche weiter gehen wird, dürfte nicht nur an der Wall Street mit Spannung verfolgt werden.

Das Zitat des Tages


"Die Republikaner sind die Partei der Deppen"

(Paul Krugman, der am Montag mit dem Nobelpreis für Wirtschaft ausgezeichnet wurde.)

Der 55-jährige Amerikaner lehrt an der Elite-Universität Princeton, schreibt regelmäßig in der New York Times seine Kolumne (wie auch am Tag seiner Auszeichnung) und gilt als einer der schärfsten Kritiker der Bush-Regierung. Und das bereits seit einer Zeit als es noch nicht populär und zum guten Stil eines Liberalen gehörte.

Ausgezeichnet wurde Krugman allerdings nicht für seine oft harsche Kritik an Präsident George W. Bush, der republikanischen Partei und seit neuesten auch am Verhalten McCains während der anhaltenden Finanzkrise („McCain ist heute noch beängstigender als noch vor Wochen“), sondern für seine „wegweisende Forschung zu Freihandel und Globalisierung.

Sunday, October 12, 2008

Die Clintons gemeinsam für Obama

Seit den Primaries hat es dieses Bild nicht mehr gegeben: Bill und Hillary Clinton gemeinsam im Wahlkampf. Doch am Sonntag in Pennsylvania galt der Einsatz nicht der 60-jährigen Hillary, sondern ganz dem Präsidentschafts-Kandidaten der Demokraten, Barack Obama.

Gemeinsam mit Joe Biden forderten die Clintons (Foto) am Sonntag in Scranton (Heimatstadt von Biden und etwas mehr als zwei Autostunden nördlich von Philadelphia entfernt) die US-Bürger auf, alles zu tun, damit Obama am 4. November zum Präsidenten gewählt wird.

Hillary zeigte sich vor den etwa 6000 Anhänger der Demokraten optimistisch: „Wenn Barack Pennsylvania gewinnt, ist kein Halten mehr auf dem Weg ins White House.“ Obama hat gegenüber seinem Rivalen John McCain zurzeit eine solide und scheinbar sichere Führung von mehr als zehn Prozent

Hillary hatte Obama während der Vorwahlen in Pennsylvania mit mehr als zehn Prozent geschlagen. Damals gab es Zweifel an der „Wählbarkeit“ von Obama, da er vor allem die Arbeiter und Angestellten nicht gewinnen konnte.

Die Zahl des Tages


100
(So viele Tage ist George W. Bush noch Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.)

„Das wird wie ein Sprint“, hatte Bush einst über seine letzten 100 Tage gesagt. „Am Ende geht alles ganz schnell.“ Dass daraus nichts wird, hat der 62-Jährige mittlerweile selbst erkannt.

„Es sieht so aus, als ob ich noch sehr viel Arbeit zu erledigen habe, bis der neue Präsident sein Amt antreten wird“, sagte Bush am Sonntag. „Ich habe mehr den Eintrug, dass die letzten 100 Tage sich wie die ersten 100 Tage anfühlen werden.

Die internationale Wirtschaftskrise und das 700 Milliarden Dollar Rettungspaket für Amerikas Finanzsystem werden den 43. Präsidenten der USA wohl bis zum letzten Tag im Atem halten. Und dann gibt es ja auch noch den Irak-Krieg, der das Land jeden Monat viele Menschenleben und zehn Milliarden Dollar kostet. Ein Ende des Konfliktes ist unter der Bush-Regierung wohl nicht zu erwarten.

Die Amerikaner zumindest scheinen das Ende von „Dubya" kaum erwarten zu können. Nur 25 Prozent (Gallup-Umfrage) der US-Bürger sind mit der Arbeit ihres Präsidenten zufrieden – ein neuer Rekord in der achtjährigen Amtzeit von George W. Bush

Saturday, October 11, 2008

Wahlkampf verkehrt: John McCain muss seinen Rivalen Obama verteidigen

Wenige Wochen vor den Wahlen nimmt der Kampf ums White House absurde Züge an. Da die Anhänger der Republikaner realisieren, dass nur noch ein Wunder John McCain zum Präsidenten machen kann – er liegt in den Umfragen bundesweit und in allen wichtigen Bundesstaaten teilweise weit hinter Barack Obama – scheinen sie die Nerven zu verlieren. Bei einer Wahlveranstaltung in Minnesota musste McCain jetzt sogar Obama verteidigen.

Eine Frau hatte den Demokraten unter dem Beifall der Zuschauer als „Araber“ beschimpft. Daraufhin nahm McCain ihr das Mikrofon aus der Hand (Foto) und erklärte unter Buhrufen seiner Anhänger: „Nein, nein, meine liebe Frau. Obama ist ein anständiger Mensch und ein liebevoller Familienvater.“ Wahlkampf verkehrt: Der Republikaner muss seinen demokratischen Rivalen verteidigen?
Es ist nicht das erste Mal, dass McCain Anhänger Obama böse beschimpfen. In Wisconsin wetterte ein Mann gegen den Kandidaten, nannte ihn einen „Sozialisten, der mit seinen sozialistischen Freunden das Land übernehmen wolle“. Ein anderer sagte zu McCain: „Sir, ich flehe sie an, machen sie Obama fertig.“ Im Publikum soll es sogar Stimme gegeben haben, die noch einen Schritt weiter gehen wollten. Und in New Mexico antworteten McCain Anhänger auf dessen Frage, wer Obama wirklich sei: "Er ist ein Terrorist!"

CNN-Analyst David Gergen will bereits einen „gefährlichen Stimmungswandel“ im Wahlkampf entdeckt haben, der auch das Leben von Obama gefährden könne. McCain, der sich sichtbar unwohl fühlt bei den radikalen Ansichten seiner Anhänger, erklärte: „Wir wollen kämpfen. Ich will kämpfen. Aber wir werden respektvoll dabei bleiben.“ Niemand, so versicherte McCain einem anderen Anhänger, müsse „Angst vor einem Präsidenten Obama haben“.

Trotz der Erklärungen von McCain und dem Aufruf Obama mit Respekt zu bekämpfen, startete sein Wahlkampf-Team eine neue Kampagne mit Anzeigen, die den Rivalen in die Nähe des einstigen Terroristen William Ayers rückte.

Ayers hatte in den 60er Jahren während des Vietnam-Krieges mehrere unblutige Bombenanschläge in den USA verübt. Obama und Ayers, er ist mittlerweile ordentlicher Professor, hatten vor sechs Jahren in Chicago zusammen in einer Hilfsorganisation für Arme gearbeitet. Die Gruppe wurde geführt von einem Republikaner. Obama hat sich immer wieder von den radikalen Ansichten und Taten von des heute 63-jährigen Ayers öffentlich distanziert.

Barack Osama for President

Es musste ja mal passieren. Ein Versprecher, ein Buchstabendreher: Obama, Osama. Da kann man schon durcheinander kommen. Der eine ist ja auch NUR Präsidentschafts-Kandidat und wird immer noch von vielen US-Bürgern als Moslem oder seit neuesten als „Araber“ beschimpft (Obama ist überzeugter Christ und Amerikaner). Und der andere ist ja NUR Osama bin Laden, weltweit gesuchter Chef des Terror-Netzwerkes Al Kaida.

Dass aber ein Wahlkreis in Upstate New York seinen Briefwählern „Barack Osama“ (Foto) zur Wahl stellt, ist ein Skandal. Das ist unentschuldbar. Da nützt es auch wenig, dass Republikaner und Demokraten gemeinsam für den peinlich gefährlichen Fehler verantwortlich sind.

„Es war keine Absicht“, versuchte sich das Wahl-Komitee in Rensselaer County, etwa drei Autostunden nördlich von New York City entfernt, zu entschuldigen und schickte den Betroffenen per Fax ihr schriftliches Bedauern. Allerdings erst als es die ersten Beschwerden der Wähler gab. Angeblich hätten drei von einander getrennte Stellen den Wahlzettel gecheckt. Und niemand hat den Fehler entdeckt? Insgesamt 300 Briefwahlbögen wurden mit dem Namen des Terrorführers ausgegeben und später wieder eingesammelt.

Wie gesagt: Es musste ja einmal passieren. Aber es hätte nie passieren dürfen!

Friday, October 10, 2008

Obama-TV

Obama-Fernsehen vor der Präsidentschafts-Wahl

Wer es sich leisten kann. Sechs Tage vor der Präsidentschafts-Wahl am 4. November will Barack Obama noch einmal massiv für sich selbst werben. Und dafür will der 47-Jährige tief in die Spendenkasse greifen. Obama plant am 29. Oktober eine 30 Minuten lange Dauerwerbesendung auf den größten TV-Stationen des Landes. Und zwar zur Hauptsendezeit von 20:00 bis 20:30 Uhr. Mit CBS und NBC ist er sich bereits einig.

Doch zwei Stationen scheinen nicht genug. Weitere Verhandlungen laufen mit ABC und mit dem konservativen, McCain unterstützenden – Geld ist bekanntlich parteilos - Sender Fox. Letzterer könnte aber noch aussteigen, falls das Finale der Baseball-Meisterschaften noch nicht entschieden ist. Dann gibt es auf Fox statt Obama Sport, was dem Sender noch mehr Werbe-Millionen einbringen würde.

Über Inhalt und Kosten des Obama-Fernsehens schweigt das Camp des Demokraten. Insider sprechen von mindestens zwei Millionen Dollar pro Sender, die der Kandidat für den Werbeblog zahlen werde. Vermutlich werden es aber noch deutlich mehr sein.

Ach ja, die TV-Sender sind übrigens verpflichtet auch John McCain die gleiche Werbezeit einzuräumen. Es gibt allerdings ein Problem: Der Republikaner, gebunden an das staatliche System der Wahlfinanzierung, hat dafür eigentlich kein Geld mehr. Sein Gesamt-Budget von 84 Millionen Dollar soll fast aufgebraucht sein. Obama dagegen, der seine Kampagne ganz durch private Spenden finanziert, kann weiterhin aus dem Vollen schöpfen. Allein am vergangenen Montag hat der Kandidat mal eben 3,3 Millionen Dollar für TV-Werbespots ausgegeben. Bis zur Wahl könnten es insgesamt weitere 90 Millionen Dollar werden. Verglichen mit McCain gibt Obama jeden Monat etwa doppelt so viel aus wie sein republikanischer Rivale.

Große Werbeblöcke zu kaufen, ist im US-Wahlkampf nicht neu aber eher ungewöhnlich: Zuletzt investierte 1992 der unabhängige und Milliarden schwere Kandidat Ross Perot in 30 Minuten Werbezeit on block. Geholfen hat es ihm bekanntlich nichts. Perot hatte keine Chance gegenüber seinen Kontrahenten Bill Clinton und George Bush.

Feuer frei!!!

Knapp einen Monat vor den Wahlen hat die US-Waffenlobby NRA ihren angekündigten Frontalangriff auf Präsidentschafts-Kandidat Barack Obama gestartet. In einer ganzseitigen, 100.000 Dollar teueren Anzeige in der USA Today (Foto) warnt die einflussreiche Gruppe vor dem Demokraten und prophezeit, dass Obama das verfassungsrechtlich verankerte Recht auf freien Waffenbesitz einschränken, wenn nicht gar abschaffen werde. Bizarr: Die NRA lässt als seine Fürsprecherin aber ohne deren Zustimmung Hillary Clinton sprechen.

„Hillary hatte Recht: Du kannst Obama bei der Waffenfrage nicht trauen“, titelt die NRA in ihrer Anzeige. Die einstige Präsidentschafts-Kandidatin hatte den 47-Jährigen während der Vorwahlen wegen seiner nicht klaren Haltung zum Waffenbesitz kritisiert.

Dass Hillary selbst strengere Waffengesetze fordert, ignoriert die NRA in ihrer Anzeige natürlich. Ebenso wie die Tatsache, dass die 60-jährige Senatorin von New York weder ein Waffen-Narr oder gar Anhänger der NRA ist. Eine Sprecherin von Hillary erklärte: „Die Senatorin hat mit der Anzeige nichts zu tun und hat sie auch nicht genehmigt.“

Finanziert wird die Kampagne gegen Obama von einem extra eingerichteten Fund, dem NRA's Political Victory Fund. Dieser hat bisher 2,3 Millionen Dollar in ihrem Kampf gegen Barack Obama gesteckt. Es werden nicht die letzten Millionen bleiben. Bereits im Juli hatte die NRA angekündigt, mindestens 40 Millionen Dollar für eine Kampagne für den Erhalt freier Waffengesetze ausgeben zu wollen. Direkt gegen Obama sollen mindestens 15 Millionen Dollar eingesetzt werden.

Thursday, October 9, 2008

Groundhog Day an Wall Street

Im freien Fall und scheinbar unaufhaltsam: Der Verlauf des Dow Jones Index am Donnerstag

Und täglich grüßt das Murmeltier. Ganz nach dem Motto des bekannten Films “Groundhog Day” scheint auch die New Yorker Stock Exchange (NYSE) jeden Nachmittag kurz vor Börsenschluss noch schnell eine bittere Verkaufs-Rallye zu fahren.

Auch am Donnerstag erwischte es die Händler auf dem Parkett mal wieder eiskalt. Nachdem der Dow Jones Index die Marke von 9000 Punkten nach unten durchbrochen hatte, gab es kein halten mehr. Es herrschte Panik an der NYSE.

Zum Schluss verlor der Index erneut 675 Punkte oder mehr als sieben Prozent und landete mit 8579,19 unsanft in der Realität der US-Finanzkrise. Es ist der tiefste Stand seit 2003 und mit sieben Verlusttagen infolge die längste Abwärtsbewegung seit 1996.

Beschleunigt wurde der Absturz durch die Meldung einer möglichen Abwertung des Ratings von US-Autobauer General Motors. Die Aktie von GM verlor daraufhin 31 Prozent und endete bei bedenklichen 4,71 Dollar. Ford wurde von dem Absatztrend gleich mitgerissen, büßte 22 Prozent an Wert ein und lag am Ende des Börsentages nur noch bei sehr schwachen 2,08 Dollar.

Dem Nasdaq ging es nicht besser. Im Zuge der Flaute an der NYSE geriet auch der einst als Future-Index gelobte Nasdaq mächtig unter die Räder. Er verlor 5,47 Prozent und beendete den Tag mit 1645,12 Punkten.

Und morgen? Groundhog Day again?

"That One"

Manchmal sind es nur die kleinen Dinge, die wirklich hängen bleiben. So war das auch bei der Fernseh-Debatte in dieser Woche zwischen John McCain und Barack Obama. „That One“, „der da“, war der Spruch von McCain, der den 72-Jährigen vermutlich noch lange verfolgen wird. Denn eigentlich war es - freundlich ausgedrückt – eine Beleidigung für seinen Kontrahenten. Wenn nicht sogar rassistisch.

Es passierte etwa in der Mitte der Debatte. Und es ging dabei um die Finanzkrise, konkret um ein Energiegesetz von Präsident George W. Bush, das vor allem den Ölkonzernen Milliardengeschenke versprochen hatte. McCain stimmte gegen das umstrittene Gesetz, aber nicht, wie er sagte „That One“ und zeigte mit seinem Finger auf seinen demokratischen Rivalen Barack Obama.

Mehr als 63 Millionen Zuschauer hörten und sahen diesen beleidigenden Fingerzeig und für viele war es ein Affront gegen die guten Sitten Amerikas. Einige Kommentatoren nannten es sogar eine rassistische Entgleisung. Obamas Frau Michelle konnte dagegen über das „That One“ nur lachen. Im Interview mit Larry King auf CNN erklärte die 44-Jährige am Tag danach, sie könne die Bemerkung nicht ernst nehmen.

Die Fans von Barack Obama nutzten den Spruch gleich für eine Werbe-Kampagne für ihren Kandidaten. Sie bieten unter http://www.thatone08.com/ T-Shirts (Preis: 24.95 Dollar) und einen Aufkleber (6,95 Dollar) mit dem Spruch „That One“ an. Dazu gibt es eine kurze Biografie über Obama ohne allerdings seinen Namen zu nennen. In der Vita heißt er nur „That One“. Wie es heißt, seien einige T-Shirts wegen der regen Nachfrage bereits ausverkauft.

Wednesday, October 8, 2008

Krisenzeichen: Schuldenuhr fehlt eine Stelle


Die National Debt Clock wurde am Mittwoch notdürftig um eine zusätzliche 1 im digitalen Dollar-Zeichen erweitert, mittlerweile wurde das $-Sign ganz entfernt

Es ist ein unübersehbares und eindeutiges Zeichen einer schwer in die Krise geratenen US-Wirtschaft: Die National Debt Clock, eine Uhr, die die Schulden Amerikas zählt. Am Mittwoch kollabierte das Symbol einer auf Pump lebenden Nation - die digitale Schuldenuhr braucht eine weitere Stelle.

Die Zählwerk nahe des New Yorker Times Square, die der Immobilien-Mogul Seymour Durst 1989 als Warnung an Politiker und Bürger aufstellte, – damals lag der Schuldenberg bei heute lächerlichen 2,7 Billionen Dollar – ist nur für einstellige Billionen Zahlen ausgerüstet. Der Schuldenberg der USA ist am Mittwoch allerdings auf über zehn Billionen Dollar angewachsen.

Die Durst Organisation erklärte, sie werde die Uhr erst im kommenden Jahr um zwei Stellen – man weiß ja nie – erweitern können. Bis dahin will man sich mit einem einfachen Trick behelfen. Das digitale Dollar-Zeichen hat in ihrem Kasten künftig eine zusätzliche 1. Für die aktuelle Krise – Schuldenstand 10,148 Billionen Dollar oder 86.013 Dollar für jeden US-Bürger - sollte das erst einmal ausreichen.
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