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Saturday, December 20, 2008

Der Cartoon zur Autokrise

Bush hat den Autokredit von 17.4 Milliarden Dollar genehmigt. Ob es den Big Three wirklich helfen wird, darf bezweifelt werden. Amerikas Cartoonisten zumindest haben da ihre Zweifel: Für sie scheint selbst für Piraten bei den Autokonzernen nichts zu holen zu sein.

Friday, December 19, 2008

17,4 Milliarden Dollar Kredit genehmigt: Detroit ist gerettet - vorerst

George W. Bush war bisher ein strikter Gegner eines Rettungsplanes für die drei großen US-Autobauer General Motor, Chrysler und Ford. Lange hat er gezaudert und Detroit zappeln lassen. Und jetzt? Der scheidende Präsident (Foto: Im Roosevelt Room des White House bei der Verkündung des Hilfspakets. Im Hintergrund Roosevelt als Rough Rider auf einem PS) stellt sich als großer Retter der „Big Three“ da und damit einer ganzen Region. Doch die Menschen dort sind verärgert über Bush, sie wissen, wem sie die Hilfe zu verdanken haben. Denn tatsächlich hat Barack Obama die "Lahmste Ente des White House" (Time) gedrängt, das Hilfspaket zu genehmigen.

President Elect Obama begrüßte das Kreditpaket auch sofort und nannte es einen „notwendigen Schritt“, um den Kollaps einer ganzen Branche abzuwenden. „Diese hätte“, so der 47-Jährige, „grässliche Konsequenzen für die gesamte US-Wirtschaft und den Arbeitsmarkt.“ Das jetzt verabschiedete Paket war zuvor von den Republikanern im Senat gestoppt worden.

Insgesamt 17,4 Milliarden Dollar will Bush aus dem 700 Milliarden Dollar Hilfspaket für die marode Finanzwirtschaft jetzt für die Auto-Konzerne bereitstellen. Dabei verzichtete Ford wegen der harten Auflagen vorerst auf die staatliche Hilfe. Die Unternehmen müssen bis Ende März zeigen, dass sie überlebensfähig sind, ansonsten werden die Kredite wieder zurückgefordert.

Der eigentlich bankrotte Autoriese General Motor wird sich von dem Paket mit 13,4 Milliarden den größten Brocken gönnen, Chrysler bleibt mit knapp vier Milliarden vorerst bescheiden. Ob die Hilfe die beiden vor dem endgültigen Bankrott retten kann, daran gibt es jedoch erhebliche Zweifel. Selbst Bush sagt: „Die Kredite helfen, die Pleite zu verhindern.“

Tatsächlich ist die Finanzspritze aber wohl nur eine Lebensverlängerung. Wenn die US-Wirtschaft nicht wieder anspringt, werden GM und Chrysler wohl auch keine Autos verkaufen können und spätestens am Ende des ersten Quartals, Ende März, vor den gleichen Problemen stehen wie jetzt.

Thursday, December 11, 2008

"Wir holen uns ohnehin euer Geld"

Der umstrittene und mittlerweile auf 14 Milliarden Dollar geschrumpfte Rettungsplan für Amerikas Autoindustrie ist am Donnerstagabend am Widerstand der Republikaner im Senat und der strikten Ablehnung der Gewerkschaft von weitreichenden Gehaltseinschnitten der Mitarbeiter in den maroden Autokonzernen geplatzt. Die Verhandlungen werden am Freitag fortgesetzt. Der Bailout soll und wird aber kommen, ob noch in dieser, spätestens aber in der kommenden Woche. Bei aller Kritik auch aus dem White House, letztendlich wird Washington den maroden Autokonzernen helfen müssen, um den Verlust von bis zu drei Millionen Arbeitsplätzen zu verhindern.

Der "Bailout" für die "Big Three" scheint mittlerweile auch die Cartoonisten und Satiriker des Landes zu inspieren. Einer der Besten ist auf den ersten Blick kaum als Witz zu erkennen. Die Ähnlichkeit mit einer normalen Auto-Zeitungsanzeige ist frappierend.
"Anzeige" im Internet-Satire-Blatt "Buffalobeast.com"

In der ganzseitigen Werbung im Internetblatt "Buffalobeast.com" amüsiert sich dessen Chefredakteur Allan Uthman über den "Freikauf" der gescheiterten Auto-Manager: "Sie würden unsere beschissenen Auto ohnehin nicht kaufen", lässt das Satire-Blatt in ihrer selbstentworfenen "Anzeige" die Konzernlenker von GM, Chrysler und Ford über die zahlenden Steuerzahler lachen. "Aber egal, wir holen uns ohnehin euer Geld."

Im Kleingedruckten machen sich die "Autobosse" dann auch noch lustig über die Amerikaner, die ausländische Autos gekauft haben. "Ihr habt wohl gedacht, es sei clever ein ausländisches Auto mit höherem Qualitätsstandard, besserem Sprit-Verbrauch und besserem Wiederverkaufswert zu kaufen.... Jetzt kostet euch das 25 Milliarden Dollar, plus die Kosten eures neuen Subarus. Beim nächsten Mal kauft ihr ein amerikanisches Auto, wie richtige Männer. Aber es ist uns auch egal, wir sind mit beidem ziemlich cool."

Am unteren Rand der "Anzeige" steht dann der bittere und wohl entscheidene Satz: "Wir sind die Big Three. Wir brauchen uns keine Konkurrenz zu machen." Viele US-Bürger würden dem wohl zustimmen.

Monday, December 8, 2008

Auto-Kredit: Rettung oder nur Zeitgewinn?

Drei Tage bettelten die drei US-Autokonzerne GM, Chrysler und Ford in Washington um ein Rettungspaket für ihre maroden Unternehmen. Insgesamt 34 Milliarden Dollar, so jammerten die Top-Manager, brauchten sie von der Regierung als Soforthilfe, um den drohenden Bankrott in diesem Monat noch zu verhindern. Bekommen werden sie vermutlich weniger als die Hälfte: Und das auch nur mit Daumenschrauben für die Konzernlenker. Schaffen die nicht bis Februar den Turnaround werden die Kredite wieder zurückgenommen. Es wäre der endgültige Todesstoß für die US-Automobil-Branche.

Die Mehrheit der Demokraten im Kongress bewilligte nach Drängen des künftigen Präsidenten Barack Obama den „Big Three“ insgesamt 15 Milliarden Dollar an Notkrediten. Ein entsprechender Gesetzentwurf liegt bereits im White House auf dem Tisch von Noch-Präsident George W. Bush. Doch der will das Papier nicht ohne Einschränkung unterschreiben. Ein „Auto-Zar“ soll die Umstrukturierung von GM, Chrysler und Ford überwachen. Kommt der zu dem Ergebnis, dass die Unternehmen keine Zukunft haben, werden die Kredite wieder zurückgezogen.

Ist das Paket wirklich die Rettung einer durch Missmanagement kurz vor dem Bankrott stehenden US-Auto-Industrie? Kaum. Eigentlich ist es nur eine Notspritze an Krediten, die die drei todkranken Unternehmen künstlich noch ein wenig länger am Leben halten. Etwa drei Millionen betroffene Arbeiter und Angestellte könnten für die Fehlplanungen der Konzernbosse schon bald die Rechnung bezahlen müssen.

Sunday, December 7, 2008

US-Autoindustrie: Gott soll helfen

Gottesdienst "A Hybrid Hope": Beten für ein Überleben der US-Autoindustrie in Detroit

Es ist das Bild des Tages. Während in Washington US-Kongress-Abgeordnete fieberhaft an einem Saniersplan für die marode Autoindustrie des Landes arbeiten, betet man in der Autostadt Detroit (Michigan) für den Erhalt der drei Top-Konzerne GM, Chrysler und Ford. Wenn es schon nicht die Politiker schaffen, muss es halt Gott richten. Insgesamt 34 Milliarden Dollars brauchen die drei "großen" US-Automacher nach eigenen Angaben, um zumindest bis März nächsten Jahres über die Runden zu kommen.

"Wir haben
den Untergang noch nie so deutlich gesehen wie in dieser Woche", erklärte Reverend Charles Ellis während seines Gottesdienstes vor Tausenden von Kirchgängern in einer der größtes Kirchengemeinden in Detroit. Drei Wagen (Ford Escape, Chevy Tahoe und Chrysler Aspen - bezeichnenderweise alle drei SUVs, das Symbol amerikanischer Fehlplanungen in Sachen Auto) der drei angeschlagenen Konzere standen dabei Pate am Altar als der Geistliche in seiner Predigt die Hilfe des Allmächtigen erflehte. Motto der Gottesdienstes: "A Hybrid Hope."

Hilfe von ganz Oben erhoffte sich während des Kirchganges auch der Vize der mächtigen Autogewerkschaft UAW, General Holiefield. Er erklärte: "Wir haben von unserer Seite alles getan, was wir tun konnten. Ich übertrage den Fall jetzt in die Hände Gottes."

In Washington kündigten die Abgeordenten unter dessen eine Lösung innerhalb der kommenden 24 Stunden an. Offenbar hat man sich auf eine Sanierung, wenn auch wiederwillig, geeinigt. Mit Gottes Hilfe oder mit der von Barack Obama? Der künftige Präsident zumindest hatte eine Einigung zugunsten eines Rettungspaketes gefordert.

Der Deal kommt aber nicht ohne Bedingungen: Der nicht gerade beliebte GM-Chef Rick Wagoner wird das Rettungspaket den Kopf kosten. Washington fordert seine Ablösung. Über die beiden anderen gescheiterten Manager gibt es noch kein abschließendes Urteil.

Trotz des erwarteten Saniersprogramms sieht die Zukunft der US-Autoindustrie weiterhin düster aus. Der Nobelpreisträger für Wirtschaft, Paul Krugman, glaubt zumindest nicht mehr an eine Rettung. "Die US-Autoindustrie wird vermutlich verschwinden."

Thursday, December 4, 2008

Rettung durch Bankrott? Düstere Aussichten für Amerikas Autoindistrie

Bettelgang nach Washington: GM-Chef Rick Wagoner, Gewerkschaftsführer Ron Gettelfinger, Ford-Boss Alan Mulally, Chrysler CEO Robert Nardelli (v.l.). Sie brauchen 34 Milliarden Dollar - mindestens

Es ist der zweite Bettelgang der drei „großen“ Autobauer General Motors (GM), Ford und Chrysler nach Washington. Der letzte Versuch die maroden Konzerne in letzter Minute doch noch zu retten. Die Chancen stehen schlecht: 61 Prozent der Amerikaner lehnen laut einer CNN-Umfrage eine aus Steuergeldern bezahlte Sanierung ab. Und im Bankenausschuss, wo die drei am Donnerstag um Geld bettelten sowie im Finanzausschuss am Freitag, sitzen Politiker, die auch an ihre Wähler denken werden. Der demokratische Mehrheitsführer im Senat Harry Reid brachte es deshalb ganz sachlich auf den Punkt: „Es gibt keine Mehrheit für einen Rettungsplan.“ Düstere Aussichten für Amerikas Autobranche dessen Geschäft und dessen Ruf völlig ruiniert sind.

Bereits vor zwei Wochen hatten die Konzernlenker Rick Wagoner (GM), Alan Mulally (Ford) und Robert Nardelli (Chrysler) in Washington um eine Finanzspritze von 25 Milliarden Dollar gebettelt. Damals kamen die Manager standesgemäß und ohne jegliche Skrupel im Privatjet angeflogen – natürlich jeder in seinem eigenen. Und damals wurden sie wieder nach Hause geschickt, ohne Geld. Die US-Kongressabgeordneten waren sauer über ihr arrogantes Auftreten und befahlen den drei, erst einmal ihre Hausaufgaben zu machen. Die Politiker wollten einen Zukunftsplan der Autobauer sehen.

Diesmal fuhren die drei gescheiterten Konzernmanager die 840 Kilometer Strecke von Detroit und Washington in ihren Hybrid-Autos. Das zeigte zwar Einsehen aber auch das Problem, vor allem das von GM. Wagoner kam in einem Chevy Malibu Hybrid, einem echten Ladenhüter des Konzerns. Der Wagen (Foto, Wagoner als Beifahrer) ist nicht gerade ein Vorzeigemodell für die Zukunft, oder?

Beim zweiten Mal hatten die drei angeblich einen Plan in der Aktentasche. Oder nicht? Sie versprachen Stellen abzubauen, um Kosten zu sparen, und künftig „grüne“ Autos zu bauen, die auch gekauft würden. Und natürlich wollten sie alles neu und besser machen. Wagoner: "Wir haben Fehler gemacht und haben davon gelernt." Wirklich?

Überzeugen konnte Wagoner und dessen Kollegen damit bei der Anhörung kaum jemanden. Im Gegenteil. Die Skepsis wurde eher noch größer. Vor allem weil der Zukunftsplan nicht nach den ursprünglichen 25 Milliarden, sondern nach 34 Milliarden Dollar Soforthilfe verlangt. Und das wird nicht reichen. Auf die Frage, ob die drei im nächsten Jahr wieder auf der Matte stehen werden, hieß es nur: "Das könne man nicht ausschließen." Experten glauben, dass ein Rettungspaket für die durch Missmanagement abgewirtschafteten Konzerne tatsächlich zwischen 65 und 125 Milliarden Dollar kosten könnte. Es ist ein Fass ohne Boden.

Es sieht nicht gut aus für die "Big Three" wie sie immer noch genannt werden. Vor allem GM ist akut vom Bankrott bedroht. Schon in diesem Monat könnte der Konzern laut Auto-Gewerkschaftsboss Ron Gettelfinger zahlungsunfähig werden. Chrysler geht es kaum besser. Nur Ford traut man zu, die Krise zu überleben.

Einige Politiker zumindest sprechen bereits mit Banken und Juristen über eine „Rettung durch Bankrott“. Ob das funktioniert? Keiner weiß es. Fast drei Millionen Arbeitsplätze sind bedroht und der Untergang einer ganzen Region (Detroit), vielleicht eines ganzen Bundesstaates (Michigan)
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