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Thursday, March 12, 2009

Krise schon vorbei? Dow Jones steigt weiter

Darauf mussten die Börsianer lange warten. Der Dow Jones steigt. Und das schon seit drei Tagen. Am Donnerstag legte der weltweit wichtigste Aktien-Index nochmals um 240 Punkte zu und sprang mit 7170 Punkten locker über die 7000er Marke. Die Gründe: Gute Nachrichten von Banken, die wie Citigroup wieder Gewinne machen. Aber auch die amerikanischen Konsumenten verstecken ihr Geld offenbar nicht in der Matratze, sondern scheinen es lieber wieder ausgeben zu wollen.

Die Stimmung verbessert sich an Wall Street: Ein Händler freut sich über den Tagesgewinn am Donnerstag von fast 240 Punkten

Der Dow hat in den vergangenen drei Tagen 622 Punkte dazu gewonnen oder 9,5 Prozent. Es war der beste Drei-Tage-Sprung an Wall Street seit November 2008.

Bei allen guten Nachrichten: Wer glaubt, dass die Wirtschafts- und Finanzkrise bereits überstanden ist, sollte sich nicht wundern, wenn er bald wieder böse an der Börse überrascht wird.

Tuesday, March 10, 2009

Die Kehrtwende an Wall Street?

Ein seltenes Bild an der in den vergangenen Wochen arg gebeutelten Wall Street: Der Dow Jones legte am Dienstag zur Freude der Händler um fast sechs Prozent zu

Endlich mal gute Nachrichten von der Wall Street. Nach wochenlanger Talfahrt durften sich die Händler auf dem Parket am Dienstag über steigende Kurse freuen. Auslöser waren Meldungen der kriselnden Citigroup, wonach das Investmenthaus in den ersten zwei Monaten des Jahres Gewinne – ja, Gewinne – gemacht haben will. Der Kurs von Citigroup stieg um fast 40 Prozent auf 1,45 Dollar.

Insgesamt legte der Dow Jones nach dieser Nachricht um fast sechs Prozent zu und endete den Handelstag nach einem Plus von 379,44 Punkten bei einem Stand von 6926,24.

Allerdings: Einige Händler warnten vor zu früher Euphorie. Die Wirtschafts- und Finanzkrise sei längst nicht überwunden und der Dow habe den „Grund“ seiner Talfahrt noch nicht erreicht. Am Dienstag interessierte das allerdings nur die wenigsten Börsianer.

Tuesday, March 3, 2009

Hoffen auf ein Wunder

Die Blicke an der Wall Street richteten sich mal wieder auf den möglichen "Retter" der US-Wirtschaft, Präsident Barack Obama (Foto). Am Tag nach dem schwarzen Montag, als der Dow Jones in New York weit unter die Widerstandslinie von 7000 Punkten fiel, hofften die Händler auf dem Parkett wohl auf ein Wunder aus Washington. Es blieb vorerst aus, auch wenn der Dow weniger verlor als einen Tag zuvor, was von vielen schon als positives Zeichen gesehen wurde.

Der Index fiel nur um 37,27 Punkte auf 6726,02. Die Börsianer an Wall Street bekamen damit zumindest eine kleine Verschnaufpause bei ihrem rasanten Dauerabstieg der vergangenen Wochen.

Präsident Obama wies unterdessen in Washington überraschend auf die niedrigen Börsenkurse hin, die für langfristige Anleger doch sehr attraktiv sein könnten. Der Commander-in-Chief als Finanzberater? Soweit wollte es dessen Sprecher Robert Gibbs dann doch nicht kommen lassen. "Ich würde", so erklärte er, "nicht zuviel dahineininterpretieren." Dabei hätte sich die gebeutelte Wall Street über die Kaufempfehlungen aus dem White House sicherlich gefreut.

Monday, March 2, 2009

Tief - Tiefer - Dow Jones!


Es gibt scheinbar kein Halten mehr. Der Dow Jones durchbricht seit Wochen jede Widerstandslinie und fällt immer weiter ins scheinbar Bodenlose. Am Montag gab es erneut einen schwarzen Tag an Wall Street. Der weltweit wichtigste Index stürzte nach den Horrormeldungen von mehr als 61 Milliarden Dollar Verlusten in einem Quartal (!!!) beim Versicherungsriesen AIG - ein Konzern, der ohnehin nicht mehr ohne Staatsgelder existieren kann - zum ersten Mal seit 1997 unter die 7000 Punkte Grenze (Foto: Die Tafel mit den Zahlen des Dow Jones am Ende des Handelstages).

Der Index der New Yorker Börse (NYSE) fiel um mehr als vier Prozent auf 6763,29 Punkte und damit mehr als deutlich unter die magische 7000er Linie. Der Dow hat damit in diesem Jahr mehr als 20 Prozent an Wert verloren. Ähnlich schlimm erwischte es auch die Technologie- und einstige Zukunftsbörse Nasdaq, der fast vier Prozent verlor und bei 1322,85 Punkten Boden fand.

Der Grund für den erneuten Absturz des Dow lag diesmal beim weiterhin geringen Vertrauen der Börsiander in die Banken und vor allem in AIG. Der Riese hat in den letzten Monaten Verluste von insgesamt mehr als 100 Milliarden Dollar akkummuliert.

AIG hängt seit Monaten an der Lebensspritze der US-Regierung und musste bereits 150 Milliarden Dollar Finanzhilfen annehmen, um einen Bankrott zu vermeiden. Nach den erneut schlechten Zahlen erklärte sich die Obama-Administration bereit, nochmals 30 Milliarden Dollar nachzulegen. AIG wird zum Fass ohne Boden.

Tuesday, February 24, 2009

Das mutigste Zitat des Tages


"Das Jahr 2010 wird das Jahr des Aufschwungs"


(Amerikas Notenbank-Chef Ben Bernanke am Dienstag vor dem Bankenausschuss des Senats. Vorausetzung für diesen Aufschwung sei aber, dass die Maßnahmen der Regierung von Präsident Obama und der Notenbank den Finanzmarkt stabilisieren können. Er habe jedoch allen Grund zu der Annahme, dass das passieren werde. Treten diese Erwartungen ein, sei er zuversichtlich, dass die Rezession schon im Jahr 2009 enden werde.

Die Börse reagierte auf die optimistischen Worte von Bernanke mit Erleichterung. Der Dow Jones, der am Montag auf seinen tiefsten Stand seit 12 Jahren fiel, schoss in kurzer Zeit um mehr als 200 Punkte nach oben und endete den Tag mit einem Plus von 236 Punkten oder 3,3 Prozent)

Tuesday, February 17, 2009

Die 787 Milliarden Dollar Unterschrift

Ein historischer Tag. Mit seiner Unterschrift unter das größte Stimulierungspaket in der Geschichte der USA hat Präsident Obama im Natur- und Wissenschaftsmuseum von Denver, Colorado, das "American Recorvery and Reinvestment Program" zum Gesetz unterschrieben.

Präsident Obama gab sich bei der Unterzeichnung des Paketes optimistisch: "Ich will nicht so tun, als ob heute das Ende unserer wirtschaftlichen Probleme gekommen sei. Heute ist aber der Anfang vom Ende.“ Und weiter: Dieses Programm sei der „erste Schritt, um unsere Wirtschaft auf eine festere Grundlage zu stellen und den Weg für ein kräftigeres und langfristiges Wachstum zu ebnen“.

Die Börsen reagierten dagegen weniger optimistisch. Die Angst vor einer noch tieferen Rezession als bisher angenommen, trieb die Aktien weltweit weiter in den Keller. Der wichtigste Index, der Dow Jones in New York, verlor mit 3,79 Prozent erneut fast 300 Punkte und beendete den Handelstag bei 7552 Punkten. Kein guter Start für ein Rettungspaket, das neue Hoffnung in einer desolaten Situation bringen sollte.

Tuesday, February 10, 2009

Finanzminister enttäuscht - Börse stürzt ab


Präsident Obama hatte seinen Finanzminister am Montagabend bei seiner ersten TV-Pressekonferenz schon vor dessen Auftritt am nächsten Tag gelobt. „Timothy Geithner wird fantastisch sein“, erklärte Obama vor der versammelten White House Presse dem Fernsehpublikum. „Ich will deshalb nicht zu viel verraten.“

Präsident Obama konnte sein Versprechen nicht halten - zumindest nicht für die Wall Street. Nachdem „Steuersünder“ Geithner am Dienstag seinen Rettungsplan für die Banken und Finanzinstitute vorgestellt hatte (Foto), schien der Dow Jones ins Bodenlose zu fallen. Die Börsianer hatten erhebliche Zweifel am Funktionieren des Planes und zeigten sich zusätzlich enttäuscht über die wenigen Details, die Geithner über die mittlerweile auf zwei Billionen Dollar gestiegene Unterstützung für die Finanzwelt verkündete.

Präsident Obama kommentierte den Einbruch in einem Interview mit ABC: "Wall Street erwartet einen leichten Ausweg aus der Finanzkrise. Nur, den gibt es aber nicht."

Den „schwarzen Dienstag“ an Wall Street konnte selbst das positive Abstimmungsergebnis im Senat nicht verhindern. Die Kammer hatte das 828 Milliarden Dollar schwere Stimulierungspaket der Regierung mit einer deutlichen Mehrheit von 61 zu 37 Stimmen verabschiedet. Drei Republikaner hatten dabei mit den Demokraten gestimmt.

Der Dow bekam dagegen die mangelnde Überzeugungskraft von US-Finanzminister Geithner deutlich zu spüren und schloss am Ende des Handeltages mit einem dicken Minus von 382 Punkten oder vier Prozent bei 7889 Punkten. Insbesondere Banken wie Citigroup (Minus 15,1 Prozent) und die Bank of America (Minus 19,3 Prozent) kamen dabei schwer unter die Räder. Titel, die der Rettungsplan eigentlich stützen sollte.

Monday, November 24, 2008

Ein Dream-Team für einen Albtraum

Barack Obama bei der Vorstellung seines Wirtschafts-Teams: Timothy Geithner, Christina Romer, Lawrence Summer, Melody Barnes (v.l.). Ganz rechts Joe Biden

Mit einem gigantischen Stimulierungs-Programm will der künftige US-Präsident Barack Obama die kriselnde US-Wirtschaft aus der Rezession holen. Mehr als 2,5 Millionen Arbeitsplätze sollen dadurch gerettet oder neu geschaffen werden. Die marode Infrastruktur (Straßen, Tunnel, Brücken) des Landes soll ein Motor für die stotternde Wirtschaft-Entwicklung werden. Der andere Antreiber wird eine neue Energie- und Umweltpolitik der Regierung, die nicht nur das Global Warming stoppen will, sondern im Land Hunderttausende von neuen Jobs schaffen soll.

Die Kosten dieser gigantischen Ausgabenpolitik kann selbst Obama noch nicht beziffern. Experten rechnen mit einem Volumen von 700 Milliarden Dollar bis einer Billion Dollar! Zum Amtsantritt am 20. Januar 2009 will Obama das Paket bereits als Gesetz verabschieden.

Es ist ein ehrgeiziges Programm, allerdings ohne Erfolgs-Garantie. Aber es gibt vielen in Amerika Hoffnung. Obama und sein Team wollen handeln und nicht tatenlos zusehen wie das Land möglicherweise im kommenden Jahr noch einmal eine Million Arbeitsplätze (so die Befürchtung von Obama) verliert und ganze Industrien wie zum Beispiel die drei großen Auto-Firmen bankrott gehen.

Für die Umsetzung des Programms hat Obama vier Finanz- und Wirtschaftsexperten in sein Ökonomie-Team berufen. Wer sind die neuen Stars? Für viele sind es die New York Yankees oder aus deutscher Sicht das Bayern München der Branche. Die besten der Besten. Ein Dream-Team. Doch kann das Berater-Gremium der Stars auch zusammen die Meisterschaft gewinnen?

Timothy Geithner (Foto, r.): Amerikas neuer Finanzminister. Der 47-Jährige ist das Hirn der New Yorker Notenbank. Er gilt als intelligent, als ein brillanter Analyst, schnell lernfähig aber auch manchmal sehr rau in seinen Umgangsformen. Er benutzt auch schon mal das in den USA verbotene F...-Word.

Vor allem Geithners Sachverstand und sein Alter haben Barack Obama von seinem obersten Buchhalter überzeugt. Und: Geithner braucht keine Einarbeitungszeit. Er arbeitet schon jetzt eng mit der Bush-Regierung, vor allem mit Finanzminister Henry Paulson und Notenbank-Chef Ben Bernanke (er dürfte im Amt bleiben), an der Lösung der schlimmsten Finanzkrise seit der großen Depression zusammen.

Lawrence Summers (Foto): Der neue Direktor des einflussreichen Nationalen Wirtschaftsrates. Summers diente schon in der Bill Clinton Regierung als Finanzminister. Der fast 54-Jährige (30. November) gilt als einer der klügsten Wirtschaftsköpfe des Landes.

Der einstige Chef der Eliteuniversität Harvard hat manchmal aber sein Temperament nicht unter Kontrolle und ist vor allem gegenüber Frauen schon häufig ausfällig geworden. Lawrence hat öffentlich an den wissenschaftlichen Fähigkeiten des weiblichen Geschlechts gezweifelt. Ein Grund, warum er nicht ganz an die Spitze des Obama-Kabinetts gekommen ist.

Christina Romer (Foto r.): Chefberaterin Finanzen im White House. Die Professorin für Ökonomie der Elite-Universität Berkeley gilt als eine der besten Kenner der US-Wirtschaft. Die 49-Jährige ist die Expertin für die Gründe der Großen Depression und vor allem wie das Land aus der schlimmsten Krise des Landes wieder herausgekommen ist. Die Lexikon-Erklärung von Great Depression in der Encyclopedia Britannica hat sie zumindest in Teilen, wenn nicht sogar komplett verfasst.

Zusammen mit ihrem Mann David ist Romer Mitglied des National Bureau of Economic Research, das offiziell darüber entscheidet, wann eine Rezession begonnen und wann sie beendet ist. Sie weiß also wovon sie spricht, wenn es um die Wirtschafts-Probleme des Landes geht.

Melody Barnes (Foto): Direktorin des Nationalen Politikrates im White House. Der Ex-Chief-Counsel von Senator Ted Kennedy galt schon während des Wahlkampfes als eine der wichtigsten Beraterinnen Obamas und sitzt jetzt auch in seinem Transition-Team. Die 44-Jährige ist eigentlich Juristin und war Vize-Präsidentin eines einflussreichen Think Tanks, dem Center for American Progress. Der Chef dort ist John Podesta, Stabschef unter Bill Clinton und heute Chef des Transition Teams von Barack Obama.

Die Wall Street schien das Star-Ensemble zumindest positiv zu sehen. Der Dow Jones gewann fast 400 Punkte und kletterte am Montag um 4,9 Prozent auf 8444,39 Punkte. Der Index erzielte damit den größten Zuwachs in zwei Tagen seit 1987.

Friday, November 21, 2008

Timothy Geithner neuer Finanzminister - Kursfeuerwerk an der New Yorker Börse

Das lange Suchen hat offenbar ein Ende: Timothy Geithner (Foto), zurzeit noch Notenbank-Chef von New York, soll neuer Finanzminister in der Regierung von Barack Obama werden. Das berichtet der Nachrichten-Sender NBC. Am Montag will der künftige Präsident Geithner als seinen Treasury Secretary auch offiziell vorgestellen.

Die Börse freute sich schon am Freitag über die Nominierung. Der Dow Jones, der kurz vor der ersten Meldung am Nachmittag noch mit knapp 38 Punkten im Minus stand, schoss in wenigen Minuten über 300 Punkte nach Oben. Am Ende des Handelstages schloss der Dow Jones mit einem Plus von 494 Punkten (6,5 Prozent) wieder über der 8000er Marke (Grafik). Geithner gilt als gute Wahl, offenbar auch an der Wall Street.

Der 47-jährige Geithner konnte im Ringen um den vermutlich wichtigsten Posten in der Obama-Regierung auch seine früheren Chefs, Lawrence Summers und Robert Rubin, unter denen Geithner im Finanzministerium der Clinton-Regierung diente, verdrängen. Geithner hat in seiner Zeit im Treasury Department unter insgesamt fünf Finanzchefs gearbeitet. Seit 2003 ist er der 9. Notenbank Chef in New York.

Geithner ist ein weit umher gekommener Wirtschafts-Experte. Die High School hat er an der Internationalen Schule in Bangkok abgeschlossen. Anschließend ging er an das Elite-College Dartmouth und später an die John Hopkins University in Baltimore. Geithner hat einen Abschluss in Wirtschaft und Ostasien-Studien. Der verheiratete Familienvater (zwei Kinder) spricht chinesisch und japanisch. Seine Hobbys: Surfen, Fischen und Tennis.

Und noch ein Posten wurde kurz vor dem Wochenende vergeben. Bill Richardson (Foto), Gourverneur von New Mexico, wird nach der Absage von Penny Pritzker, das Ministerium für Wirtschaft übernehmen. Zufrieden dürfte der einstige Vorzeige-Diplomat - Richardson war unter anderem Botschafter bei den Vereinten Nationen - nicht sein. Der 60-Jährige wollte im Obama-Kabinett lieber Außennminister werden. Doch dieser Posten ist bereits an Hillary Clinton vergeben.

Wednesday, November 19, 2008

Blanke Angst an der Wall Street

Der Dow Jones rutschte am Donnerstag erstmals seit 2003 wieder unter 8000 Punkte

Düstere Aussichten der Notenbank zur US-Wirtschaft und Zweifel am Überleben der drei großen Autofirmen GM, Ford und Chrysler haben die Aktien des Dow Jones auf ein neues Tief abstürzen lassen. Der wichtigste Index der New York Stock Exchange verlor 5,1 Prozent und beendete den Tag bei 7997 Punkten, knapp unter der psychologisch wichtigen Marke von 8000 Punkten. Es ist der tiefste Stand seit dem Einmarsch der USA in den Irak im März 2003. Auch an der Technologiebörse Nasdaq ging es weiter in den Keller. Der Index der einst gefeierten Zukunftsbörse verlor 6,5 Prozent und landete bei 1386 Punkten.

Große Sorgen bereiten den Börsianer vor allem die drei US-Autobauer GM, Ford und Chrysler, die auf staatliche Hilfe von 25 Milliarden Dollar hoffen. Bei der zweiten Anhörung vor dem Kongress versuchten die drei Konzern-Bosse, allen voran GM-Chef Rick Waggoner, die Politik erneut davon zu überzeugen, das angeblich benötigte Geld schnell zu genehmigen.

Doch in Washington scheint es in beiden Parteien eine negative Grundstimmung gegenüber den Unternehmen, vor allem gegen General Motors zu geben. Dass alle drei Konzernlenker zu der Anhörung im Privatjet – jeder in seinem eigenen - aus Detroit angeflogen kamen, verbesserte die Stimmung nicht. (Foto: Der Privatejet von Rick Waggoner kurz vor dem Abflug in Detroit)

Am Ende des Tages tendierten die Demokraten die 25 Milliarden Dollar aus dem 700 Milliarden Dollar Rettungspaket von Präsident George W. Bush für die Finanzwirtschaft zu nehmen. Die Republikaner lehnen das ab. GM-Chef Waggoner, Sinnbild der wenig beliebten Autoindustrie erklärte, dass sein Unternehmen ohne Hilfe sehr schnell Bankrott gehen könnte. Eine Drohung, die in Washington auf taube Ohren stoßen würde, wenn nur Waggoner von der Entlassung bedroht wäre. Tatsächlich geht es aber nach vorsichtigen Schätzungen um mehr als drei Millionen Arbeiter und Angestellte, die direkt oder indirekt von der Autoindustrie abhängig sind. Es ist, so President Elect Barack Obama, „das Rückrat der US-Wirtschaft.“

Das Rettungspaket wird kommen, die Frage ist nur in welcher Form. Ob es den abgewirtschafteten GM-Konzern jedoch helfen wird, bleibt fraglich. Viele Experten sagen voraus, dass das Unternehmen dann eben in ein oder zwei Jahren pleite geht. Ford und Chrysler dagegen gibt man größere Chancen die Krise zu überstehen.

Tuesday, October 28, 2008

"Up, Up, Up in the Sky"

Der Intraday Verlauf des Dow Jones Index der NYSE am 28. Oktober 2008

Achterbahnfahren an der Wall Street. Und diesmal kannte der Börsenwagen nur eine Richtung – steil nach Oben.

Vergessen schien für einen Tag die Wirtschafts- und Finanzkrise des Landes. Der Dow Jones schoss mit einem Plus von fast 900 Punkten an einem Tag wieder über die wichtige 9000 Punkte-Grenze. Mit im Aufwärtstrend der New York Stock Exchange kletterte auch der Technologie-Börse Index, Nasdaq, um satte 143,57 Zähler oder 9,53 Prozent auf 1649,47 Punkte.

Die Börsianer reagierten damit auf eine erwartete erneute Zinssenkung der US-Notenbank Fed an diesem Mittwoch. Der weltweit wichtigste Aktienindex Dow Jones explodierte nach den ersten Meldungen geradezu um satte elf Prozent und schloss mit 9065,12 Punkten. Es war der zweitgrößte Punktgewinn an einem Tag in der Geschichte der NYSE. Der höchste war erst vor knapp zwei Wochen am 13. Oktober mit 936 Punkten. Danach folgten tiefe Abstürze.

Wie gesagt: Achterbahnfahren wird zum beliebten Trend an der Wall Street.

Wednesday, October 15, 2008

Sprachlos

Ein Händler der NYSE: Auf seinem Bildschirm der Tagesverlauf des Dow Jones Indexes

Die Angst vor einer tiefen Wirtschafts-Rezession löste an der New York Stock Exchange Panikverkäufe aus. Der Gewinn vom "goldenen Montag" von mehr als 900 Punkten ist zwei Tage später schön wieder verbrannt. Der Dow Jones Index verlor am Mittwoch 733 Punkte oder fast acht Prozent. Das große Zittern an den Weltbörsen geht also weiter. Ein Ende der Wirtschafts- und Finanzkrise scheint noch lange nicht in Sicht.

Monday, October 13, 2008

Wall Streets "Goldener Montag"

Die Kurve des Dow Jones am "goldenen Montag"

Es ist ein Anfang. Nach der „schwarzen Woche“ mit acht hintereinander folgenden Verlust-Tagen gab es am Columbus Day einen „goldenen Montag". Der Dow Jones schien von den Händler neu entdeckt worden zu sein und stieg bei regem Handel um 976 Punkte – der größte Punkt-Gewinn in seiner Geschichte. Umgerechnet waren das 11,1 Prozent. Und auch das war immer noch einer der Besten aller Zeiten (nach 1932 sogar der höchste Gewinn).

Die Börsianer reagierten damit positiv auf die weltweiten Zusagen der wichtigsten Industrie-Nationen, die Krise mit Milliarden und Billionen Dollar schweren Rettungspaketen aktiv zu bekämpfen.

Auch am Nasdaq bedankten sich die Händler für die erfreulichen Nachrichten vom Gipfel der Finanzminister in Washington und der Regierungschef der G-7 Nationen in Paris. Der Technologie-Index stieg deutlich um 195 Punkte, der zehnbeste Tag in seiner Geschichte. In Prozentzahlen gerechnet stand der Nasdaq sogar noch besser da. Der Anstieg von 11,8 Prozent war der zweitbeste in der Geschichte. Nur am 3. Januar 2001 legte der Index mit 14,2 Prozent noch mehr zu.

Ob damit die Krise bewältigt ist, darf aber bezweifelt werden. Es ist höchtens ein Anfang, ein positives Zeichen. Wie die Woche weiter gehen wird, dürfte nicht nur an der Wall Street mit Spannung verfolgt werden.

Thursday, October 9, 2008

Groundhog Day an Wall Street

Im freien Fall und scheinbar unaufhaltsam: Der Verlauf des Dow Jones Index am Donnerstag

Und täglich grüßt das Murmeltier. Ganz nach dem Motto des bekannten Films “Groundhog Day” scheint auch die New Yorker Stock Exchange (NYSE) jeden Nachmittag kurz vor Börsenschluss noch schnell eine bittere Verkaufs-Rallye zu fahren.

Auch am Donnerstag erwischte es die Händler auf dem Parkett mal wieder eiskalt. Nachdem der Dow Jones Index die Marke von 9000 Punkten nach unten durchbrochen hatte, gab es kein halten mehr. Es herrschte Panik an der NYSE.

Zum Schluss verlor der Index erneut 675 Punkte oder mehr als sieben Prozent und landete mit 8579,19 unsanft in der Realität der US-Finanzkrise. Es ist der tiefste Stand seit 2003 und mit sieben Verlusttagen infolge die längste Abwärtsbewegung seit 1996.

Beschleunigt wurde der Absturz durch die Meldung einer möglichen Abwertung des Ratings von US-Autobauer General Motors. Die Aktie von GM verlor daraufhin 31 Prozent und endete bei bedenklichen 4,71 Dollar. Ford wurde von dem Absatztrend gleich mitgerissen, büßte 22 Prozent an Wert ein und lag am Ende des Börsentages nur noch bei sehr schwachen 2,08 Dollar.

Dem Nasdaq ging es nicht besser. Im Zuge der Flaute an der NYSE geriet auch der einst als Future-Index gelobte Nasdaq mächtig unter die Räder. Er verlor 5,47 Prozent und beendete den Tag mit 1645,12 Punkten.

Und morgen? Groundhog Day again?

Monday, September 29, 2008

Panik an der Wall Street

Finanzkrise: Der Dow Jones liegt jetzt niedriger als beim Amtsantritt von George W. Bush

Es war einer der schwärzesten Tage in der Geschichte der Wall Street. Mehr als 777 Punkte verlor der Dow Jones Index am Montag, nachdem der US-Kongress das am Wochenende mühsam zusammengestellte 700 Milliarden Dollar Rettungpaket platzen ließ. Das Land erscheint führungslos. Zumindest für die Börsianer. Die gerieten auf dem Parkett der NYSE in Panik und "verbrannten" an einem Tag Werte von mehr als 1,2 Billionen Dollar.

Es war aber auch ein schwarzer Tag in der Wirtschaftspolitk der Regierung von George W. Bush. Der Präsident scheint gescheitert. Indiz: Der Dow schloss mit 10.365,45 Punkten tiefer als am Tag seiner Vereidigung. Damals, am 19. Januar 2001, lag der weltweit wichtigste Börsenindex noch bei 10.587,59 Punkten.

Mächtig zur Sache ging es aber auch am Nasdaq. Der Index geriet schwer unter die Räder, verlor mit 199 Punkten neun Prozent und schloss mit 1983,73 Punkten genauso wie die NYSE unter dem Einstandskurs von George W. Bush. Der hatte am 19. Januar 2001 mit einem Nasdaq von satten 27770,38 Punkten begonnen.

Monday, September 15, 2008

"Die Fundamente der Wirtschaft sind stabil"

Höchster Dow Jones Verlust seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001
Schwarzer Montag an der New Yorker Wall Street. Die anhaltende Krise im Finanzsektor hat den Dow Jones um mehr als 500 Punkte nach unten gezogen. Vermögenswerte von mehr als 700 Milliarden Dollar!!! wurden vernichtet. Der schwärzeste Börsentag seit sieben Jahren. Nur nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 waren die Verluste noch höher. Damals fiel der Dow Jones nach Wiederöffnung der Wall Street am 18. September um 684,81 Punkte.
Das Parkett an der New York Börse am "schwarzen Montag", 15. September 2008

Schuld an den Verlusten diesmal sind aber keine Katastrophen, sondern die beiden Investmenthäuser Lehman Brothers und Merrill Lynch. Beide haben Milliarden an US-Dollar in den Sand gesetzt. Lehman Brothers Boss Richard Fuld Jr. versuchte seinen strauchelnden Laden noch auf die schnelle meistbietend zu verscherbeln. Vergeblich. Nach den geplatzten Verkaufverhandlungen musste Top-Manager Fuld (Einkommen 2007: 27 Millionen Dollar) Bankrott erklären. Knapp 60 Milliarden Dollar Verluste waren für ihn nicht mehr zu stemmen.

Nicht viel besser erging es seinem Kollegen John Thain von Merrill Lynch. Der Vorstandsvorsitzende (Einkommen im Jahr 2007: knapp 16 Millionen Dollar) verkaufte sein marodes Finanzhaus (45 Milliarden Dollar Miese) für 50,3 Milliarden Dollar an die Bank of America und kam - zumindest vorerst - mit einem "blauen Auge" davon.

Der „Hurrikan“ an der Wall Street hat damit erneut zwei der renommiertesten Finanzhäuser - Lehman Brothers existiert bereits seit 158 Jahren, Merrill Lynch seit 94 Jahren - zerstört. Zuvor hatte es Bear Sterns und die mittlerweile unter Staats-Schutz stehenden Hypotheken-Riesen Freddie Mac und Fannie Mae erwischt. Und die nächste Pleite könnte bereits in den kommenden Tagen kommen. Amerikas Versicherungsriese American International Group (AIG) kann nur mit einem neuen 20 Milliarden Kredit am Leben gehalten werden. Es ist bereits die zweite 20 Milliarden Dollar schwere Finanzspritze in diesem Jahr.

Präsidentschafts-Kandidat John McCain, selbst 40 Millionen Dollar schwer, scheint die "schwerste US-Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten" (Ex-Notenbank-Chef Alan Greenspan) allerdings immer noch nicht richtig begriffen haben. Er erklärte auf einer Wahlveranstaltung: „Die Fundamente unserer Wirtschaft sind stabil.“
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