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Wednesday, February 25, 2009

Well done, Mister President!

Die Reaktionen auf die erste große Rede von Barack Obama als Präsident sind am Tag danach durchweg positiv. Selbst sein früherer Rivale, der Republikaner John McCain, bezeichnete die Ansprache vor dem Kongress als "exzellent", auch wenn der 72-Jährige die Ausgabenpolitik der Regierung weiter kritisiert. Well done, Mister President! Obama hat seine Sache gut gemacht! So lautet auch das Urteil der meisten TV-Kommentatoren.

Mit seinen deutlichen Worten zur schlimmsten Wirtschaftskrise seit der Großen Depression und vor allem durch seinen positiven und Mut machenden Ausblick konnte Obama in seiner Rede vor dem Kongress vielleicht nicht die fundamentalen „Nein-Sager“ unter den Republikanern überzeugen, dafür aber die Mehrheit der amerikanischen Öffentlichkeit. Auch Umfragen scheinen diesen Eindruck zu bestätigen.

Präsident Obama am Dienstag während seiner Rede vor dem US-Kongress. Im Hintergrund: Vize-Präsident Joe Biden (l.) und House-Sprecherin Nancy Pelosi


In einer Blitzbefragung von CNN erklärten 68 Prozent der US-Bürger, dass die Rede „sehr positiv“ ankam und sie überzeugt hätte. 24 Prozent sagten sie war „irgend wie positiv“ und nur acht Prozent zeigten sich von der Ansprache vor dem Kongress enttäuscht.

Auch CBS hatte für Obama ein gutes Ergebnis ermittelt. In ihrer repräsentativen Umfrage von 500 Zuschauern stieg die Zufriedenheit mit dem Präsidenten von 62 auf 69 Prozent. Eine andere Umfrage sah sogar einen Sprung von 62 auf 76 Prozent. Es war also ein guter Abend für Obama.

Friday, February 13, 2009

Das Handwerkszeug von Präsident Obama

Ein Füller mit dem Schriftzug der Unterschrift von Barack Obama und die Mappe mit dem Präsidentensiegel. Wenn Obama zur Tat schreitet und Gesetze, neue Richtlinien, Anordnungen oder jetzt sein 787 Milliarden Dollar schwerers Stimulierungsprogramm unterzeichnet, sind diese beiden Dinge das Handwerkszeug des Präsidenten. In den ersten Wochen seiner Präsidentschaft wurden Füller und Mappe bereits häufiger gebraucht als bei seinen Vorgängern.

Wednesday, January 21, 2009

Die Unterschrift des neuen Präsidenten

Kurz nach seiner Inauguration unterzeichnete der 47-jährige Barack Obama im Capitol in Washington mit dieser Unterschrift die Bekanntmachung seiner eigenen Präsidentschaft.

Thursday, January 15, 2009

In Wachs ist Barack Obama schon Präsident

Wenige Tage vor seiner Vereidigung hat es Barack Obama als US-Präsident bereits weltweit in die Wachsfiguren-Kabinette von Madame Tussaud geschafft.

Nachdem in Washington bereits im Februar 2008 und noch während des Wahlkampfes der 47-Jährige in Wachs als möglicher Präsident in ein nachgebautes Oval Office postiert wurde – umgeben von den Clintons und den Kennedys – haben auch in New York, Las Vegas und in einigen Städten Europas die Museen ihre Bestände aktualisiert. In Hongkong und Shanghai wird Obama dagegen erst am Tag seiner Inauguration installiert werden.

Obama im Wachsfiguren-Kabinett von Madame Tussaud in London

In London, Berlin und Amsterdam wurde der neue Präsident Obama bereits vor seiner Amtseinführung aufgestellt. In Amsterdam musste dafür der alte US-Commander-in-Chief, George W. Bush, weichen. Er landete kurzerhand auf der Straße und das symbolträchtig gleich mit seinem Reisegepäck (Foto). Der 62-Jährige wird im Freien allerdings nicht lange bleiben. Wie es heißt, kommt er ins Archiv (Keller?).

Und raus bist du: In Amsterdam wurde Noch-Präsident George W. Bush mit Gepäck auf die Straße gesetzt. Im Hintergrund lacht im Schaufenster und in Wachs Barack Obama

In London stellte man Obama ins Oval Office, in Berlin wurde er zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy platziert. Und in Amsterdam kam er gleich in die erste Reihe ins Schaufenster. Eine Obama-Wachsfigur kostet übrigens etwa 260.000 Dollar.

Wednesday, January 14, 2009

Obama: Ein Liebesbrief an Malia und Sasha

Amerikas Happy First Family: Malia, Michelle, Sasha und Barack Obama (v.l.)

Fünf Tage vor seiner Inauguration als 44. Präsident der USA hat Barack Obama einen offenen Liebesbrief an seine Töchter Malia (10) und Sasha (7) geschrieben. Das emotionale Bekenntnis eines der künftig mächtigsten Männer der Welt soll an diesem Sonntag in der Zeitungsbeilage „Parade“ erscheinen. Am Mittwoch sickerte der Inhalt des Briefes bereits an die Öffentlichkeit durch.

„Ich weiß, dass ihr beide während des Wahlkampfes sehr viel Spaß gehabt hat“, . . . und ihr mehr Fastfood gegessen habt als eure Mutter und ich euch vermutlich erlaubt hätten“, schreibt der 47-jährige Obama in seinem Brief an die Töchter. „Ich weiß aber auch, dass es nicht immer leicht für euch und eure Mutter war.“ Und ganz egal wie gespannt ihr auf euren Hund sein werdet, er kann „nicht die Zeit wieder gutmachen, die wir getrennt von einander waren“.

Parade hatte den künftigen Commander-in-Chief für einem Beitrag angefragt, in dem er verraten sollte, was er sich für seine und alle anderen Kinder wünsche. Obama antwortete in einem sehr emotionalen und für einen Präsidenten einmaligen Liebesbrief, in dem er auch erklärte, warum er „die Familie auf diese Reise“ ins White House mitgenommen habe.

Am Ende des Briefes schreibt Obama an seine Töchter: „Ich bin so stolz auf euch beide. Ich liebe euch mehr als ihr euch je vorstellen könnt. Ich bin jeden Tag dankbar für eure Geduld, Gelassenheit, eure Anmut und für euren Humor, während wir uns jetzt auf unser neues gemeinsames Leben im White House vorbereiten."

Präsident Barack Obama: Das offizielle Foto

Wer künftig in die USA reist, wird bei der Einreise das neue, offizielle Foto (r.) des neuen US-Präsidenten Barack Obama an der Wand hängen sehen.

Das offizielle Bild des ersten Mannes des Staates, das in allen öffentlichen Gebäuden in den USA gehängt werden wird, hat der neue White House und Hof-Fotograf Pete Souza gemacht und es ist - willkommen im neuen Zeitalter - das erste offizielle Präsidenten-Foto, das mit einer Digitalkamera geknippst wurde.

Der noch amtierende Commander-in-Chief, George W. Bush, der bisher die Besucher mit einem freundlichen Lächeln (wirklich?) empfangen hatte, wird am 20. Januar 2009 abgehängt.

Saturday, January 10, 2009

Einmal Chili Hot Dog mit Pommes, bitte!

Scharf und fettig: Ben's Chili Dog wie ihn Barack Obama bestellt hat

Es war nicht gerade das gesündeste Essen, was der künftige US-Präsident bei seinem Ausflug in eines der berühmtesten Schnellimbiss-Restaurant Washingtons bestellte: Chili Hotdog mit Pommes. Und eigentlich sollte es auch noch Käse über dem „Heißen Hund“ geben. Doch den muss der Koch vor lauter Aufregung vergessen haben. Obama stand sofort von seinem Tisch auf, als er sah, dass sein Lunch-Kollege, Washington Bürgermeister Adrian Fenty, den Käse auf der Wurst hatte.
Obama protestiert: Der Käse fehlt auf seinem Essen!

„Hey, wieso hat der Käse auf seinem Hot Dog und ich nicht“, beschwerte sich Obama an der Theke von Ben's Chili Bowl mit einem Schmunzeln. „Was immer sie möchten Mister Präsident“, kam die Antwort und der Käse prompt. Obama hatte übrigens die Spezialität des Hauses geordert. Und sie schien ihm bei aller Freundlichkeit wirklich zu schmecken.

"Das Essen war großartig“, sagte Obama nach seinem Lunch. „Es war mein erster Besuch und sicherlich nicht mein letzter.“ Ausgesucht hatte den In-Tipp der Hauptstadt, Bürgermeister Fenty. Die Gäste in dem vollbesetzten Restaurant schien dabei fast der Hot Dog oder Burger vor Aufregung über den berühmten Gast im Hals stecken zu bleiben. (Foto: Der fehlende Käse kommt)

Obama müsste, bevor er bestellen konnte, erst einmal Hände schütteln und für Fotos posieren. Dann fragte er: „Wo gibt’s denn hier das Essen“. Und stellte sich wie jeder andere auch ordentlich in der Reihe an. An einem kleinen Tisch in der Ecke aß der 47-Jährige – umgeben von Sicherheitsleuten - dann seinen Hot Dog mit Chili und Pommes (Foto: Obama, Vordergund: Bürgermeister Fenty). Die Rechnung von 12 Dollar zahlte er mit einem 20ziger und ließ den Rest als Trinkgeld liegen.

Sunday, January 4, 2009

Bush verteidigt Bush und will wieder Bush

Der frühere Präsident George H. W. Bush (Foto) hat seinen Sohn und noch amtierenden White House Chef, George W. Bush (62), verteidigt.

„Meine Frau und ich sind sehr stolz darauf, was er geleistet hat“, erklärte Amerikas 41. Präsident (1989-1993) in einem Interview mit dem konservativen TV-Sender Fox News. „W“ wird in Umfragen und von vielen Kommentatoren als „der schlechteste Präsident der vergangenen 50 Jahre“ bezeichnet. Papa Bush gehöhrt nicht zu den Kritikern. Er ist ein glühender Anhänger seines Sohnes.

Der 84-jährige Bush denkt aber bereits an die Zukunft. Sein zweiter Sohn Jeb (55), der frühere Gouverneur von Florida, will für den US-Senat kandidieren. „Ich denke, Jeb wäre ein außergewöhnlich guter Senator“, erklärte Bush Senior. „Und ich hoffe, dass er eines Tages Präsident wird.“ Er weiß aber auch, dass die Familie heute wohl keine Chance auf das White House hätte. „Im Moment haben die Leute einfach genug von den Bushs.“

Thursday, January 1, 2009

Die guten Vorsätze fürs Neue Jahr


Barack Obama und die Zigaretten: Ist im Neuen Jahr Schluss mit der Sucht?

Er kämpft schon lange gegen die Sucht - Barack Obama, Amerikas künftiger Präsident. Doch so ganz kommt der 47-Jährige vom Rauchen einfach nicht los. Wird der Stress zu groß, greift Obama gelegentlich immer noch zum Glimmstängel. Und das, obwohl er seiner Frau bereits zu Beginn des Wahlkampfes versichert hatte, mit dem Rauchen endlich aufzuhören.

Mittlerweile hat er ein neues Versprechen abgegeben: Der 44. Präsident will sich an das strikte Rauchverbot im White House halten. Steht er dann vor der Tür und raucht im Freien? Frühere Präsidenten hatten diese Probleme einer rauchfreien Zone nicht. Zu ihrer Zeit konnte noch gequalmt werden wie man wollte.

Rauchende Präsidenten: Franklin D. Roosevelt, John F. Kennedy, Bill Clinton, Gerald Ford (v.o.l.)

Obama ist mit seiner Sucht in Amerika nicht allein. Auch wenn die Zahl der Raucher wegen strikter Gesetze in den vergangenen Jahren deutlich gesunken ist, greifen noch immer 21 Prozent, also mehr als jeder fünfte US-Bürger, regelmäßig zur Zigarette oder anderen qualmenden Utensilien.

Im White House saß übrigens mit Gerald Ford der letzte Präsident, der öffentlich seine Liebe zum Rauchen gestand und von seiner Pfeife in den historischen Räumen auch regelmäßig Gebrauch machte. Bill Clinton, ein gelegenlicher Zigarren-Raucher (er benutzte sie bekanntermaßen auch für andere Dinge), ließ sich zumindest in der Öffentlichkeit mit seiner Zigarre nur sehr selten sehen.

Ob Obama bei all den Problemen, die das Land in den nächsten Monaten und Jahren beschäftigen wird, das Rauchen aufgeben wird, bleibt wohl eher eine Hoffnung. Antiraucher-Gruppen zumindest wollen dem Präsidenten helfen und haben ihm eine psychologische Telefonberatung unter 1-800-QUITNOW angeboten.

Wednesday, December 31, 2008

Aloha Hawaii: Obama zieht nach DC

Am Morgen zum Golfen (Foto l.) und nachmittags mit den Töchtern in den Zoo (Foto). Barack Obama genießt seine letzten Urlaubstage auf Hawaii. Silvester will er nun doch mit der Familie und Freunden auf Oahu feiern. Am 1. Januar heißt es dann Koffer packen und zurück nach Chicago, von wo es dann weitergeht nach Washington.

Wie es heißt will Obama noch an diesem Wochenende in die Hauptstadt umziehen und dort in einem bisher geheimen Hotel unterkommen. Das White House ist noch von der Bush-Familie belegt und auch das Gästehaus der Regierung, das Blair House, ist voll ausgebucht. Was bleibt ist das Hotel.

Der Grund für den schnellen Umzug nach Washington: Am kommenden Montag beginnt wieder die Schule, auch für die First Kids, Malia und Sasha. Sie gehen künftig in die Privatschule Sidwell in DC.

Obama selbst will kommende Woche wieder mit der Arbeit beginnen. Auf dem Plan stehen neben Sitzungen zur Lösung der aktuellen Finanzkrise auch der Krieg zwischen Israel und der Hamas in Gaza. Am kommenden Mittwoch hat dann Noch-Präsident Bush zu einem Essen ins White House geladen. An dem Lunch werden neben Obama auch alle anderen noch lebenden Präsidenten teilnehmen.

Zu seiner Inauguration will Obama allerdings Washington wieder verlassen und am 17. Januar von Philadelphia mit dem Zug in die US-Hauptstadt reisen. Eine symbolische Fahrt, die an Abraham Lincolns Trip von Philadelphia nach Springfield erinnern soll. Obama dagegen fährt in einem speziell dafür gecharterten Zug zunächst nach Wilmington um Vize-Präsident Joe Biden abzuholen, dann geht es nach Baltimore und von dort dann weiter nach Washington.

Sunday, December 28, 2008

CNN-Umfrage: Amerika ist erleichtert über das Ende der Bush Präsidentschaft

Amerika kann das Ende von Präsident George W. Bush (Foto) kaum noch abwarten. Nach einer neuen CNN/Opinion Research Umfrage sagen Zweidrittel der US-Bürger, dass der „Abschied von Bush aus dem Amt nicht einen Moment zu früh kommt“. Ein Land atmet auf und ist froh, dass ab dem 20. Januar Barack Obama die Regierung übernehmen wird.

Insgesamt 75 Prozent der 1013 Befragten der repräsentativen Umfrage erklärten, dass sie „erleichtert sind, dass Bush geht“, nur 23 Prozent der US-Bürger sagen, „sie werden Bush vermissen“. Am Ende der Clinton-Ära sagte mit 51 Prozent die Mehrheit der Amerikaner, dass „sie Clinton als ihren Präsidenten vermissen werde“.

Die große Mehrheit von 68 Prozent bezeichnet Bush als „schlechten Präsidenten“, 28 Prozent halten ihn sogar für den „schlechtesten in der Geschichte der USA“. Nur 31 Prozent bezeichnen ihn als „guten Präsidenten’.

33 Prozent der Befragten wünschen sich Bush weiterhin „aktiv in einer öffentlichen Rolle“, bei Clinton waren es 22 Prozent mehr und damit auch hier die Mehrheit.

Auch bei anderen Fragen schneidet Bush in der CNN-Poll sehr schlecht ab. 82 Prozent sagen, dass er „das Land geteilt habe“. Dabei hatte Bush im Wahlkampf 2000 angekündigt, genau das Gegenteil zu tun und das Land zu einen.

Die Zufriedenheit der US-Bürger wie Bush seine Arbeit macht, bleibt auch am Ende seiner acht Amtsjahre sehr niedrig. Nur 27 Prozent sagen, sie seien „mit seinem Job zufrieden“. Das ist laut CNN, „eine der niedrigsten Ergebnisse in der Geschichte der US-Präsidentschaft“.

Tuesday, December 23, 2008

Obama-Manie: Die Kunstwerke der Hoffnung

Um alle Probleme des Landes lösen zu können, müsste der künftige Präsident Barack Obama schon übernatürliche Kräfte entwickeln und zum zweifachen Superman werden. So zumindest sieht es ein unbekannter Maler an einer Hauswand im East Village in New York. Das Werk ist Ausdruck einer Euphorie, die Obama im Land - trotz der schweren Probleme - ausgelöst hat.

Große - vielleicht zu große – Hoffnungen setzt auch ein Künstler in Chicago auf Obama. Das überdimensionale Wandgemälde wurde an einer Restaurant-Hauswand in Chicago gesehen. Brökelt da schon etwas der Putz von dem 47-jährigen Präsidenten-Superstar ab? (Zufällig im Vordergrund: Der Tourist Jordan Warburton, 25, aus Manchester)

Sunday, December 14, 2008

White House: Nachhilfe für Bush-Erfolge – damit auch niemand etwas vergisst

George W. Bush hat gute Chancen als der schlechteste US-Präsident der vergangenen 50 Jahren in die Geschichtsbücher einzugehen. In News-Shows wird darüber bereits seit Wochen ernsthaft diskutiert und es gibt kaum jemanden, der den noch amtierenden Commander-in-Chief (37 Tage) verteidigt. Einzige Ausnahme: Karl Rove. Der „Architect“ der Bush-Wahlerfolge steht bis zum letzten Tag zu seinem Mann. Ganz egal auch wie katastrophal die Bilanz der acht Bush-Jahre auch aussehen mögen. "Man wird Bush", so Rove, "als weitsichtigen Präsidenten erkennen."

Und damit das auch jeder künftig so sieht, hat das White House jetzt ein zwei Seiten Schreiben „Speech Topper on the Bush Record“, ein kleiner Nachhilfe-Katalog in Sachen Bush-Erfolge, erarbeitet. Das Papier - ein Sammelsurium an Absurditäten und Auslassungen - ist bestimmt für Minister und andere hochrangige Mitarbeiter. Personen also, die die Großtaten ihres Chefs eigentlich kennen sollten. Die wichtigsten Sätze:

- Präsident Bush hat die "Amerikaner nach den Anschlägen am 11. September beschützt und Amerika sicherer gemacht".

- Durch seine Steuererleichterungen habe Bush die "Wirtschaft 2001 erfolgreich angekurbelt". Damit habe er die "Voraussetzungen für ein jahrelanges Wachstum und für neue Arbeitsplätze geschaffen".

- Durch sein schnelles Einschreiten in die Finanzkrise habe „Bush einen völligen Zusammenbruch verhindert“.

- Bush habe geholfen, "Aids in Afrika in den Griff zu bekommen.“

- „Bush hat die Ehre und Würde des Präsidentenamtes erhalten.“

„Unsere Absicht war es, an die zahlreichen Erfolge des Präsidenten zu erinnern, für die er nicht die Aufmerksamkeit bekommt, die er verdient oder die jetzt absichtlich ignoriert werden“, verteidigte White House Sprecher Carlton Carroll das Nachhilfe-Papier.

Ach ja, in dem Schreiben an seine wichtigsten Mitarbeiter steht natürlich nichts über die falschen Geheimdienst-Informationen über Massenvernichtungswaffen im Irak oder den festgefahrenen Krieg mit mehr als 4000 Toten US-Soldaten und 30.000 Verletzten. Kein Wort auch über Bushs Versagen bei der Hurrikan-Katastrophe Katrina, dem größten Arbeitsplatzabbau in einem Monat der vergangenen 34 Jahren (533.000 im November) und der schlimmsten Rezession seit der Großen Depression.

Aber wer muss daran schon erinnert werden.

Saturday, December 13, 2008

Barack Hussein Obama

Während des Wahlkampfes war der Mittelname absolut tabu: Barack Obama war der Name des Kandidaten und nicht wie er laut Geburtsurkunde wirklich heißt: Barack Hussein Obama. Niemand im Team der Demokraten durfte das H-Wort laut aussprechen. Im Gegenteil: Immer wenn die politischen Gegner versuchten, mit dem ganzen Namen den 47-Jährigen als "Moslem" (Obama ist Christ) zu diffamieren und damit Angst unter die Wähler zu streuen, strömten die Obama Anhänger aus und verteidigten ihren Kandidaten.

Zur Inauguration des 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten am 20. Januar ist das alles anders. Barack Obama selbst hat erkennen lassen, dass er unter seinem vollem Namen den Eid auf die US-Verfassung schwören will. "Es ist eine Tradition", sagte er in einem Interview mit der Chiacgo Tribune. "Außerdem ist es ein Zeichen an die moslemische Welt." Der neugewählte US-Präsident will bereits kurz nach Amtsantritt eine große Rede in einer Metropole eines islamischen Landes halten, vermutlich in Kairo.

Obama Gegner werden vor Wut über so viel Selbstbewusstsein schäumen und den künftigen Präsidenten gleich wieder in die Moslem-Ecke stellen. Helfen wird es ihnen wenig. Obama bleibt Christ, den Namen hat er von seinem Vater und wehren konnte er sich bei seiner Taufe nur schwer.

Friday, December 12, 2008

Merry Obama Christmas

Weihnachtszeit - Obamazeit. Die Merchandise-Händler auf der Straße und im Internet haben sich ganz auf die bevorstehenden Feiertage vorbereitet.

Der künftige Präsident wird auch zum Fest voll und ganz vermarktet - ohne seine Einwilligung natürlich. Aber das gehört zum Amt des Präsidenten. (Foto l.: Christbaum-Schmuck mit Obama Bild)

Von Weihnachtskarten (Foto o. r.) über Becher, den üblichen T-Shirts, Christbaum-Schmuck und Pop-Up-Männchen (r.) gibt es eigentlih kaum etwas, was es nicht mit dem 44. Präsidenten der USA gibt.

Obama der Superstar, das gilt auch zu Weihnachten. Und seine Fans werden viele Möglichkeiten haben, ihren Präsidenten zu verschenken oder einfach nur unter den eigenen Tannenbaum zu legen. Na dann: Merry Obama Christmas!

Wednesday, December 10, 2008

Korruptionsaffäre: Was wusste Obama?

Der Korruptions-Skandal um den Gouverneur von Illinois, Rod Blagojevich, könnte zum Problem für Barack Obama werden. Auch wenn der künftige Präsident jegliche Verwicklungen in den Fall kategorisch ausgeschlossen hat und Bundesermittler Patrick Fitzgerald bisher keine Verbindungen zwischen Obama und Blagojevich gefunden hat. Es gibt unbeantwortete Fragen und Widersprüche. (Foto: Obama begrüßt Blagojevich am 2. Dezember auf einem Treffen der Gouverneure in Philadelphia)

So hatte in den vergangenen Wochen Obamas Chef-White House Berater David Axelrod erklärt, er habe regelmäßigen Kontakt zu Blagojevich. Grund: Die Neubesetzung des Senatspostens von Barack Obama. Und auch der neue Stabschef Rahm Emanuel erklärte gegenüber CNN, dass es enge Gespräche wegen des Senatspostens mit dem Gouverneur gebe.

Nach der Verhaftung von Blagojevich jedoch wollen sich beide Obama-Vertraute daran nicht mehr erinnern. Axelrod erklärte, er sei missverstanden worden und Emanuel wollte sich nicht mehr an seine Aussage erinnern. Reaktionen, die verdächtig machen und Fragen aufwerfen, vor allem, weil Obama ein natürliches Interesse daran haben dürfte, dass sein freiwerdender Senatsposten durch eine Person seines Vertrauens besetzt wird. Der President Elect will am Donnerstag auf einer Pressekonferenz zu den offenen Fragen Stellung nehmen.

Rod Blagojevich weißt mittlerweile jegliche Schuld von sich und beschuldigt andere Politiker der versuchten Bestechung. So habe ihm Jesse Jackson jr. angeboten, 500.000 Dollar an Spenden für ihn zu sammeln, wenn er ihn zum Senator ernenne. Jackson jr. bestreitet das vehement und auch auf den vom FBI abgehörten Telefonaten gibt es keinen Hinweis für Blogojevichs Vorwurf.

Barack Obama und 50 demokratische Senatoren haben Blagojevich aufgefordert, von seinem Amt als Gouverneur sofort zurück zu treten. Der jedoch denkt zumindest bisher nicht daran und ging am Mittwoch, an seinem 52. Geburtstag, wie gewohnt zur Arbeit in seinen Amtssitz (Foto).

Sunday, December 7, 2008

US-Autoindustrie: Gott soll helfen

Gottesdienst "A Hybrid Hope": Beten für ein Überleben der US-Autoindustrie in Detroit

Es ist das Bild des Tages. Während in Washington US-Kongress-Abgeordnete fieberhaft an einem Saniersplan für die marode Autoindustrie des Landes arbeiten, betet man in der Autostadt Detroit (Michigan) für den Erhalt der drei Top-Konzerne GM, Chrysler und Ford. Wenn es schon nicht die Politiker schaffen, muss es halt Gott richten. Insgesamt 34 Milliarden Dollars brauchen die drei "großen" US-Automacher nach eigenen Angaben, um zumindest bis März nächsten Jahres über die Runden zu kommen.

"Wir haben
den Untergang noch nie so deutlich gesehen wie in dieser Woche", erklärte Reverend Charles Ellis während seines Gottesdienstes vor Tausenden von Kirchgängern in einer der größtes Kirchengemeinden in Detroit. Drei Wagen (Ford Escape, Chevy Tahoe und Chrysler Aspen - bezeichnenderweise alle drei SUVs, das Symbol amerikanischer Fehlplanungen in Sachen Auto) der drei angeschlagenen Konzere standen dabei Pate am Altar als der Geistliche in seiner Predigt die Hilfe des Allmächtigen erflehte. Motto der Gottesdienstes: "A Hybrid Hope."

Hilfe von ganz Oben erhoffte sich während des Kirchganges auch der Vize der mächtigen Autogewerkschaft UAW, General Holiefield. Er erklärte: "Wir haben von unserer Seite alles getan, was wir tun konnten. Ich übertrage den Fall jetzt in die Hände Gottes."

In Washington kündigten die Abgeordenten unter dessen eine Lösung innerhalb der kommenden 24 Stunden an. Offenbar hat man sich auf eine Sanierung, wenn auch wiederwillig, geeinigt. Mit Gottes Hilfe oder mit der von Barack Obama? Der künftige Präsident zumindest hatte eine Einigung zugunsten eines Rettungspaketes gefordert.

Der Deal kommt aber nicht ohne Bedingungen: Der nicht gerade beliebte GM-Chef Rick Wagoner wird das Rettungspaket den Kopf kosten. Washington fordert seine Ablösung. Über die beiden anderen gescheiterten Manager gibt es noch kein abschließendes Urteil.

Trotz des erwarteten Saniersprogramms sieht die Zukunft der US-Autoindustrie weiterhin düster aus. Der Nobelpreisträger für Wirtschaft, Paul Krugman, glaubt zumindest nicht mehr an eine Rettung. "Die US-Autoindustrie wird vermutlich verschwinden."

Wednesday, December 3, 2008

Wenn Obama zweimal klingelt . . .

So schnell lässt sich Ileana Ros-Lehtinen von den Sprachimitatoren der Radiostationen in Florida nicht reinlegen. Zwei Anrufe auf ihrem Mobiltelefon von Barack Obama, dem künftigen Präsidenten. Pah – veräppeln können sich die Witzbolde schon selbst, dachte die republikanische Kongressabgeordnete und legte zweimal verärgert auf. Was die übervorsichtige Frau nicht wusste – am anderen Ende der Leitung war tatsächlich President Elect Barack Obama. Und der wollte doch nur seine Zusammenarbeit anbieten.

„Ich finde es wirklich witzig, dass sie mich zweimal abgehängt haben“, amüsierte sich Barack Obama als er beim dritten Anlauf endlich Frau Ros-Lehtinen an den Apparat bekam. Dabei musste der Commander-in-Chief zunächst einen anderen Abgeordneten anrufen, der wiederum seine Kollegin davon überzeugen konnte, dass es sich bei dem Anrufer wirklich um den Präsidenten handele.

„Die Jungs vom Radio versuchen permanent die Politiker reinzulegen“, verteidigte sich die Abgeordnete. Dann gratulierte sie Obama zum Wahlsieg und versprach im Interesse der Amerikaner mit ihm zusammenzuarbeiten und künftig nicht bei seinen Anrufen einfach aufzulegen.

Thursday, November 27, 2008

Obama Privat

Das Kabinett steht, die wichtigsten Positionen sind besetzt, seine engsten Berater berufen – Zeit für etwas Privates. In einem Interview mit Barbara Walters (Foto) auf ABC plauderte das First Couple, Barack und Michelle Obama, einmal nicht über Politik, sondern über Kindheitsträume, Hunde und über ihre beiden Töchter Malia und Sasha. Ein sehr privates Gespräch.
Nein, Präsident wollte er als Junge eigentlich nie werden (auch wenn das während des Wahlkampfes immer wieder behauptet wurde). Er habe „einen Haufen verschiedener Pläne gehabt“, verriet Obama. „Präsident zu werden, gehörte definitiv nicht dazu." Der neue Commander-in-Chief wollte nach eigenen Aussagen „eine Zeitlang Architekt werden“. Auch Basketballer habe er sich in seinen Träumen vorstellen können. Allerdings habe er schnell bemerkt, dass er als Profi nicht gut genug gewesen wäre.

Nach seinem erfolgreich abgeschlossenen Jura-Studium habe er auch darüber nachgedacht „Richter zu werden“. Doch das habe er schnell wieder verworfen, weil er nicht glaubte, den ganzen Tag ruhig auf einer Richterbank sitzen zu können. Dass er einmal Präsident werden sollte, habe er nie geglaubt. „Aber", so Obama, „das Amt ist ja keine schlechte Sache, wenn man etwas Sinnvolles mit sich anfangen will.“

Versprochen ist versprochen und wird nicht gebrochen. Den White House Hund werde es geben, versicherte der 47-Jährige. „Dieses Versprechen muss gehalten werden.“ Eine Auswahl habe es aber noch nicht gegeben. Größtes Problem ist immer noch, dass die zehnjährige Malia hochallergisch gegen Hundehaare ist. Fest steht aber schon jetzt: Malia und Sasha müssen sich um den Hund auch selbst kümmern.

„Wir wollen auf dem Rasen des White House keinen Müll“, sagte Obama. Malia und Sasha müssen mit ihrem künftigen Hund also nicht nur Gassi gehen, sie müssen auch die Häufchen entsorgen.

Auch andere Privilegien, die es für die Kinder von Präsidenten im White House gibt, wird es für die Töchter nicht geben. „Die beiden müssen weiterhin ihre Betten selbst machen“, erklärte Michelle Obama. „Und die Zimmer werden auch aufgeräumt.“ Die Kinder sollen so normal wie möglich aufwachsen.

Das Interview auf ABC hier: http://www.youtube.com/watch?v=OP4H5n0WNUs&feature=relatedP4H5n0WNUs&feature=related

Saturday, November 22, 2008

Mister President: I Beg Your Pardon

Es ist eine alte Tradition und es löst immer wieder heftige Diskussionen aus: Gnadengesuche. Jedes Mal wenn ein Präsident aus dem Amt scheidet, kann er sich vor Bittbriefen verurteilter Krimineller kaum retten. Das war bei Bill Clinton im Jahr 2000 so und ist auch bei George W. Bush nicht anders. 58 Tage haben die Gauner der Nation noch Zeit, den Präsidenten, der die Macht hat, Kriminelle von ihren Urteilen "freizusprechen", um Gnade zu bitten.

Insgesamt 157 Verurteilte hat George W. Bush in seiner achtjährigen Amtszeit bisher „begnadigt“. Nicht viele, im Vergleich zu seinem Vorgänger Bill Clinton. Der Demokrat hatte insgesamt 456 Personen, davon allein 140 in den letzten Tagen seiner Präsidentschaft, ein „Pardon“ gegeben. Unter ihnen war auch der in die Schweiz geflüchtete Wall Street Betrüger Mark Rich.

Präsident Bush (Foto) hat allein im vergangenen Monat 550 Gnadengesuche, plus etwa 60 im November erhalten, die er bis zum Ausscheiden durchschauen muss. Unter den Bittbriefen ist auch der „US-Taliban“ John Walker Lindh, der wegen Unterstützung der Terrorgruppe Al Kaida 20 Jahre im Gefängnis absitzen muss. Seine Chancen auf Gnade werden als geringer als Null eingestuft.

Generell gilt der 62-jährige Bush als kein großer Freund von „Pardons“. Dennoch, einige verurteilte Kriminelle können mit seinem „Freispruch“ rechnen. Ganz oben auf der Liste steht dabei Lewis „Scooter“ Libby (Foto l.) einer seiner engsten Vertrauten.

Der frühere Stabschef von Vize-Präsident Dick Cheney wurde wegen Falschaussage im Outing-Skandal von CIA Agentin Valerie Plame verurteilt. Bush hatte schon seine Gefängnisstrafe in eine Bewährungsstrafe geändert. Libby gilt als Top-Kandidat für ein „Pardon“, auch wenn er offiziell noch kein Gnadengesuch eingereicht haben soll.

Gute Chancen hat aber auch der so genannte Junk-Bond-König der Wall Street Michael Milken, der 1990 wegen Betruges verurteilt und 1993 bereits aus dem Gefängnis entlassen wurde. Und auch die Sprinterin und einstige Olympiasiegerin Marion Jones, die wegen Falschaussage im Doping-Skandal verurteilt wurde, hofft auf die Gnade des scheidenden Präsidenten. Unter den Kandidaten ist auch der gerade wegen Korruption verurteilte und seit Donnerstag Ex-Senator aus Alaska, Ted Stevens. Der 84-Jährige hat gute Chancen auf eine Begnadigung (Foto u.: Milken, Jones, Stevens von links).


Nicht mehr als vielleicht eine kleine Hoffnung auf Bush können dagegen Amerikas Hausfrau Nummer eins, Martha Stewart (Foto, verurteilt wegen Börsen-Insidergeschäften), und die beiden Enron-Verbrecher Jeffrey Skilling und Andrew Fastow (Foto: Fastow, Skilling v.l., verurteilt wegen diverser Verbrechen im Fall der Enron-Pleite) haben. Die beiden letzteren hätten aber mindestens das Bill-Clinton-Mark-Rich-Skandal-Niveau und würden George W. Bush wie seinen Vorgänger in arge Erklärungsnöte bringen.
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