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Sunday, March 15, 2009

Das Zitat der Woche


"Der Finanzminister (Timothy Geithner) hört sich an, als ob er sich ständig in die Hosen macht"
(Bill Maher und Ann Coulter während eines Streitgesprächs in der Radio City Music Hall in New York. Die beiden Polit-Junkies waren in allen Diskussionspunkten wie zum Beispiel beim Thema Bush oder Obama diametral gegensetzlicher Meinung. Nur in einem Punkt - Finanzminister Timothy Geithner - waren sich der linke Maher und die erzkonservative, rechte Coulter absolut einig.

Als Maher von den „vollen Hosen“ sprach, erklärte Coulter auf die Frage, ob sie Vertrauen in den Finanzminister habe: "Nein, ich bin da mit Bill 100 prozentig einer Meinung.“ Maher erklärte, er bedauere die Entscheidung von Obama sehr, dass er Geithner zu seinem Finanzminister gemacht habe.)

Thursday, March 12, 2009

Keine Gnade: Drei Jahre Gefängnis für Schuh-Attacke auf George W. Bush

Sein Helden-Status hat ihm nichts genutzt. Der irakische Journalist, Muntagdhar al-Zeidi, der im Dezember Präsident Bush während einer Pressekonferenz mit zwei Schuhen beworfen hat (Foto), muss ins Gefängnis.

Ein Gericht in Bagdad verurteilte den von vielen Irakis als Held verurteilten Schuh-Werfer zu drei Jahren Haft. Al-Zeidi hatte dabei noch Glück. Die Höchststrafe liegt für einen “Anschlag auf einen ausländischen Staatschef“ bei 15 Jahren.

Sunday, March 8, 2009

Das Zitat der Woche


"Ich bin der Hauptgang. . . Einige Demokraten wollen mich gegrillt"
(Karl Rove, „das Hirn" von Ex-Präsident George W. Bush, gegenüber dem erzkonservativen TV-Sender Fox News. Rove reagierte mit diesem Zitat auf die Aufforderung der Demokraten, er müsse vor dem Rechtsausschuss des US-Kongress über die umstrittenen Entlassungen von (Bush-kritischen) Richtern durch die frühere Regierung aussagen. Der Ex-Chefberater des White House stimmte mittlerweile zu und wird vor dem Kongress erscheinen.

Wednesday, March 4, 2009

Guck mal, wer da ist!

Na, wer ist das denn nur wieder? Nur wenige Wochen nach seinem Ausscheiden aus dem White House scheinen viele den früheren Präsidenten George W. Bush bereits vergessen zu haben. Selbst in seinem geliebten Texas, in seiner neuen Wahlheimat Dallas, blieb „W“ jetzt fast unerkannt.


Als Bush in ungewohnt lockerer Kleidung im Elliott Hardware Store (Foto) nach einer Fackel und Batterien suchte, erkannte ihn das Personal offenbar nicht auf Anhieb. Erst die schwarzen Männer mit Knopf im Ohr an der Eingangtür klärten die Verkäufer auf, wer denn da in ihrem Laden einkaufte. Dass Bush so schnell vergessen werden könnte, hätte wohl niemand gedacht. Vielleicht haben die Leute den einstigen Commander-in-Chief aber auch einfach aus ihrem Kopf gestrichen.

Bush selbst scheint sich auch als Rentner gut beschäftigen zu können. Er richtet weiterhin sein Haus in Dallas ein, sammelt Geld für seine 300 Millionen Dollar teure Präsidenten-Bücherei, schreibt angeblich an seinen Memoiren (wer will die denn lesen???) und bereitet sich auf seine erste, öffentliche (allerdings ohne Presse) Rede im kanadischen Calgary am 17. März vor. 150.000 Dollar soll er dafür bekommen – man mag kaum glauben, dass jemand so viel Geld dafür übrig hat.

Monday, March 2, 2009

Jacke wie Hose

Finanzkrise und zwei Kriege im Irak sowie in Afghanistan. Und über was macht sich der frühere Stabschef der Bush-Regierung, Andrew Card, Gedanken. Über die verlotterten Sitten im Oval Office seit der Amtseinführung von Präsident Obama.

„Es sollte eine Kleiderordnung des Respekts geben“, fabulierte Card in einem TV-Interview. „Das Oval Office symbolisiert die Verfassung, die Hoffnungen und Träume und der Demokratie. Ich wünsche mir, er würde einen Anzug und eine Krawatte tragen.“

Mit „Er“ ist übrigens Präsident Obama gemeint, der sich an seinen ersten Tagen im Oval Office das Recht herausnahm, sein Jackett auszuziehen. Etwas, was sein Vorgänger und dessen Mitarbeiter laut dessen Stabschefs Card niemals getan hätte.

Wirklich? Hier eine kurze Erinnerung, an das offenbar schwindende Gedächtnis von Herrn Card. (Foto oben: CIA-Chef George Tenet ohne Jackett im Oval Office),

"Jackett lo(o)ser" Präsident George W. Bush im Oval Office mit seiner Beraterin Harriet Miers

Friday, February 20, 2009

Cheney zu Bush: "Mach es! Mach es jetzt!

Wenn eine alte Freundschaft zerbricht. Ex-Vize-Präsident Dick Cheney und George W. Bush (Foto) hatten, wie die New York Times berichtet, in den letzten Tagen ihrer Regierung einen bitteren Streit im White House.

Auslöser der Auseinandersetzung war ein möglicher Gnadenerlass des Präsidenten für Lewis "Scooter" Libby. Der frühere Stabschef von Cheney war 2007 nach dem Skandal um die Enttarnung einer CIA-Agentin unter anderem wegen Meineides zu 30 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Präsident Bush hatte das Urteil allerdings sofort in eine Bewährungsstrafe umgewandelt. Am Ende seiner Amtzeit wollte Cheney, dass Libby von "W" mit einem Gnadenerlass völlig freigesprochen werde. Bush lehnte das jedoch ab.

"Mach es endlich! Mach es jetzt", soll Cheney, Spitznahme Darth Vader (nach Star Wars), den Präsidenten im White House angeschrieen haben. Doch Bush blieb stur und lehnte es nach wiederholten Nachfragens seines Vizes sogar ab, überhaupt noch über das Thema zu reden. Cheney muss daraufhin vor Wut getobt haben.

Bis buchstäblich zur letzten Minute, dem Tag als Barack Obama zum neuen Präsidenten vereidigt wurde, versuchte Cheney Druck auf Bush auszuüben. Doch vergebens.

Wie es heißt sollen die beiden wegen dieses Vorfalles seitdem nicht mehr miteinander geredet haben. Cheney ist bis heute stocksauer auf Bush.

Friday, January 30, 2009

Schuh-Attacke auf George W. Bush - dem Angreifer wurde jetzt ein Denkmal gesetzt

Für Ex-Präsident George W. Bush dürfte es wie eine zweite Schuh-Attacke sein. Eine, die ihn tief verletzen dürfte.

Im irakischen Tikrit – dem Geburtsort von Ex-Diktator Saddam Hussein – steht seit dieser Woche auf einem Sockel eine übergroße Abbildung eines braunen Schuhs (Foto). Das „Kunstwerk“ wurde am Dienstag zu Ehren des irakischen Journalisten und Schuhwerfers Muntazer al-Zaidi enthüllt.

Die irakische Regierung hatte die Skulptur offenbar nicht verhindern können. Unter dem „Denkmal“ steht in arabischen Buchstaben der Satz: „Muntazer fastet so lange bis das Schwert seine Fastenzeit mit Blut und Stille unterbrechen wird und unsere Münder endlich die Wahrheit sagen.“

Muntazer, ein Reporter einer irakischen TV-Station, hatte am 14. Dezember während einer Pressekonferenz von Iraks Premierminister Nouri al-Maliki und George W. Bush in Bagdad seine beiden Schuhe nach dem US-Präsidenten geworden (Foto). In arabischen Staaten ist eine solche Attacke Ausdruck tiefster Verachtung der Person.

Muntazer, der Bush auf seiner letzten Auslandreise als US-Präsident nur knapp verfehlte, sitzt seitdem im Gefängnis. Er hat einen Anwalt abgelehnt und will sich vor Gericht selbst verteidigen. Muntazer droht eine hohe Gefängnisstrafe.

Letzte Meldung: Die irakische Regierung hat am Freitag die Behörden in Tikrit aufgefordert, das "Kunstwerk" wieder abzubauen.

Tuesday, January 20, 2009

Das Renter-Leben des George W. Bush - Personenschutz nur noch für zehn Jahre

George W. und Laura Bush winken vor dem Einstieg in "Executive One" zum letzten Mal ihren Anhängern. Der Hubschrauber brachte sie zur Andrew Air Force Base, von wo aus sie zusammen mit den beiden Töchtern Jenna und Barbara Bush sowie den Eltern von "W", George H.W. und Barbara Bush, nach Texas flogen

Ex-Präsident George W. Bush und First Lady Laura Bush (Foto: Abschied von Washington) können sich auf ihr Rentnerleben freuen. Der US-Kongress meint es stets gut mit den scheidenden White House Chefs. An Pensionsgelder dürfte es den Bushs nicht mangeln, dafür aber an persönlicher Sicherheit.

Der 43. Präsident der USA (Foto l.: Willkommens-Party für Bush in Midland, Texas, wo etwa 30.000 hartgesottene Fans ihren Präsidenten feierten) wird der erste US-Staatschef sein, der nicht bis zu seinem Lebensende den Schutz des Secret Service genießen kann. Nach einem neuen Gesetz hat Bush nur noch zehn Jahre lang Anspruch auf Personenschutz, danach muss er entweder darauf verzichten oder privat Sicherheitsleute engagieren. Für Barack Obama und alle nach ihm folgenden Präsidenten gilt das übrigens auch.

Doch der mangelnde Schutz durch den Secret Service dürfte auch das einzige sein, was das Rentnerleben der Bushs erschweren könnte. Ansonsten: Mit einer Jahresrente von 196.700 Dollar (etwas die Hälfte des Einkommens eines Präsidenten) und einem acht Millionen Dollar Vertrag von Laura Bush für ihre Memoiren lässt es sich in Dallas, Texas, eigentlich ordentlich leben. Außerdem: In den ersten sechs Monaten nach seiner Präsidentschaft werden Bush für den Übergang in das Privatleben alle Kosten erstattet. (Foto: Das künftige Privathaus der Bushs in Dallas)

Neben seiner Pension bekommt Bush zusätzlich zwei Mitarbeiter vom Kongress bezahlt. Die Krankenversicherung kostet den 62-Jährigen keinen Penny (er hat Anspruch in dem besten Militärhospital behandelt zu werden) und auch seine Reisen kann er über den Kongress bis zu einer Summe von etwa 50.000 Dollar im Jahr abrechnen.

Langweilen dürften sich die Bushs nach ihrem Auszug aus dem White House nicht. Sie behalten ihre Ranch in Crawford als Wochenend-Häuschen, wo Bush Freunde und alte Wehgefährten zum Grillen einladen will. Außerdem hat er endlich genügend Zeit auf seinem Anwesen die Arbeiten zu erledigen, die aus Zeitgründen immer liegen geblieben sind. (Foto l.)

Beschäftigen wird George W. Bush auch die Präsidenten-Bücherei. An den Plänen für das "Denkmal", eine Tradition unter den scheidenden White House Chefs, wird bereits gearbeitet. Die Bücherei soll nahe Dallas an der Southern Methodist University entstehen und stolze 300 Millionen Dollar kosten. Das Geld muss Bush privat aufbringen, was dem begnadeten Spendensammler (ja, er hat immer noch viele und vor allem reiche Anhänger) allerdings nicht wirklich schwer fallen wird. Nach der Fertigstellung im Jahr 2013 übernimmt dann die US-Regierung die laufenden Kosten.

Monday, January 19, 2009

Der Cartoon zur Amtsübergabe

Der US-Karikaturist Chris Weyan zur bevorstehenden Amtsübergabe des White House an diesem Dienstag. Das Haus brennt nach der gescheiterten Präsidentschaft von George W. Bush lichterloh. Barack Obama, der Feuerwehrmann, muss erst einmal und vor allem schnell die wichtigsten Feuer löschen, die Bush ihm hinterlassen hat. Die Großbrände sind: US-Wirtschafts- und Finanzkrise sowie die beiden Kriege im Irak und in Afghanistan. Es ist eine Mammutaufgabe.

Sunday, January 18, 2009

Umfrage: 93 Prozent der US-Bürger erwarten Großes von Präsident Barack Obama

Obama Superman. Ein Präsident, der die Probleme des Landes anpackt und löst. So ungefähr stellen sich die Amerikaner ihren neuen Commander-in-Chief vor. Ein Zauberer, ein Wundermann. Der Optimismus im Land ist groß – die Erwartungen gigantisch.

Nach der jüngsten Umfrage der Nachrichtenagentur AP und des Marktforschungs-Unternehmen GfK sagen 65 Prozent der US-Bürger voraus, dass Obama ein „überdurchschnittlicher“ Präsident sein wird. 28 Prozent glauben gar er wird „überragend“ sein. Kurz: 93 Prozent haben noch vor seiner ersten Amtshandlung sehr hohe Erwartungen und ein noch höheres Vertrauen in Barack Obama.

Bei George W. Bush hatten die Amerikaner bei dessen Amtsantritt schon große Zweifel an ihrer Wahl. Nur eine Minderheit von 47 Prozent traute ihm eine „überdurchschnittliche“ Präsidentschaft zu. Bei Bill Clinton war es da mit 56 Prozent zumindest eine leichte Mehrheit.

Die AP/GfK Umfrage, die vom 9.-14. Januar durchgeführt wurde, hat eine Fehlerquote von 3,1 Prozent.

Thursday, January 15, 2009

Crash-Pilot stielt Präsident Bush die Show

Stell dir vor es spricht Präsident George W. Bush (Foto: Bei seiner TV-Ansprache aus dem East Room des White House) und alle fragen nur nach Chelsey B. „Sully“ Sullenberger.

Der eine ist ein gescheiterter US-Präsident, der in seiner letzten 15 Minuten Rede an die Nation zum wiederholten Male versuchte, seine acht Jahre im White House zu rechtfertigen.

Der andere ist ein US Airways Pilot, der am Donnerstag kurz nach 15:00 Uhr in New York zum Helden wurde. Einer, der das Wunder vollbrachte und seinen abschmierenden Airbus 320 halbwegs sicher auf dem New Yorker Hudson River notlanden konnte - ein Meisterstück und vermutlich die beste Wasser-Notlandung in der Geschichte der Luffahrt.

US Airways Flug 1549 nach der Wasser-Notlandung im New Yorker Hudson River - alle 150 Passagiere und fünf Besatzungsmitglieder überlebten

"Sully" der Held, wie ihn Amerika liebt. Ein Pilot, der alle 150 Passagiere und fünf Besatzungsmitglieder das Leben rettete. Einer, der bevor er sein im eiskalten Wasser versinkendes Flugzeug verlässt, noch zwei Mal durch das Wrack geht, um sicher zu sein, dass auch jeder seiner Passagiere in Sicherheit ist. So etwas gibt es doch eigentlich nur in Hollywood.

Bush hatte gegen diesen „Hero“ keine Chance. In den Abend-News war der scheidende Präsident nur die zweite Meldung, wenn überhaupt. Die Nummer eins war eindeutig „Sully“, der New Yorker Held. Der Pilot mit 40 Jahren Flugerfahrung beherrschte die Nachrichten, während Bush auch bei seiner letzten Gelegenheit scheiterte, seine Botschaft an die Nation rüberzubringen. Vielleicht ist auch das ein weiteres symbolisches Zeichen für eine gescheiterte Präsidentschaft.

In Wachs ist Barack Obama schon Präsident

Wenige Tage vor seiner Vereidigung hat es Barack Obama als US-Präsident bereits weltweit in die Wachsfiguren-Kabinette von Madame Tussaud geschafft.

Nachdem in Washington bereits im Februar 2008 und noch während des Wahlkampfes der 47-Jährige in Wachs als möglicher Präsident in ein nachgebautes Oval Office postiert wurde – umgeben von den Clintons und den Kennedys – haben auch in New York, Las Vegas und in einigen Städten Europas die Museen ihre Bestände aktualisiert. In Hongkong und Shanghai wird Obama dagegen erst am Tag seiner Inauguration installiert werden.

Obama im Wachsfiguren-Kabinett von Madame Tussaud in London

In London, Berlin und Amsterdam wurde der neue Präsident Obama bereits vor seiner Amtseinführung aufgestellt. In Amsterdam musste dafür der alte US-Commander-in-Chief, George W. Bush, weichen. Er landete kurzerhand auf der Straße und das symbolträchtig gleich mit seinem Reisegepäck (Foto). Der 62-Jährige wird im Freien allerdings nicht lange bleiben. Wie es heißt, kommt er ins Archiv (Keller?).

Und raus bist du: In Amsterdam wurde Noch-Präsident George W. Bush mit Gepäck auf die Straße gesetzt. Im Hintergrund lacht im Schaufenster und in Wachs Barack Obama

In London stellte man Obama ins Oval Office, in Berlin wurde er zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy platziert. Und in Amsterdam kam er gleich in die erste Reihe ins Schaufenster. Eine Obama-Wachsfigur kostet übrigens etwa 260.000 Dollar.

Wednesday, January 14, 2009

Höchste Zeit zum Packen

Der Cartoonist M. Wuerker hat seine eigene Vorstellung wie Präsident Bush und dessen Vize Dick Cheney ihre ganz persönlichen Dinge einpacken. Ob die beiden allerdings einen Hausräumungsverkauf vor dem White House planen, darf eher bezweifelt werden.

Wenige Tage vor seinem Auszug aus dem White House haben Noch-Präsident George W. Bush und First Lady Laura Bush angefangen, ihre letzten persönlichen Dinge einzupacken. Am Inauguration Day von Barack Obama wollen sie in ihr neues Privathaus im texanischen Dallas einziehen.

Am 20. Januar rollen am Amtssitz des US-Präsidenten vermutlich gleich von zwei Seiten die Möbelpacker an. Die einen laden die persönlichen Dinge der Bushs ein - laut White House Sprecherin Dana Perino haben die beiden nicht viele Kisten - die anderen kommen mit den Sachen der Obama Familie. Bushs "Mietvertrag" im White House endet offiziell am 20. Januar.

Es ist ein logistisches Meisterstück: Laut Protokoll soll während der Vereidigungs-Zeremonie der Umzug abgeschlossen werden. Nach der traditionellen Parade und der Vorführung des neuen Präsidenten müssen die Bushs endgültig draußen sein. Denn dann ziehen die Obamas mit ihren persönlichen Sachen ein.

Tuesday, January 13, 2009

Rechfertigungen eines Gescheiterten

George W. Bush arbeitet an seinem Eintrag in den Geschichtsbüchern. In einer letzten Pressekonferenz hat sich der Noch-Präsident von der versammelten White House Presse verabschiedet. Der 62-Jährige gestand in seinem 45 Minuten Auftritt ein paar Fehler ein aber nichts Großes.

„Meine Bilanz ist gut und kann sich sehen lassen", sagte Bush selbstbewusst. Und: "Wenn ich Zuhause in den Spiegel schaue, bin ich stolz darauf, was ich dort sehe.“ Es gab viel Gestik und Mimik (Fotos) auf seiner letzten PK, aber wenig Einsicht. Und fast jeder Satz hatte ein großes ABER in sich:

Ja, er hätte kurz nach der Invasion in den Irak die Rede vor dem Hintergrund „Mission Accomplished“ auf dem Flugzeugträger Abraham Lincoln nicht halten dürfen. ABER: Der Irak-Krieg war kein Fehler. Manches verlief nur nicht nach Plan.

Ja, es habe bei der Hurrikan-Katastrophe Katrina Fehler geben. ABER: Niemand soll mir erzählen, dass unsere Hilfe zu langsam kam. Wir haben 30.000 Menschen von ihren Dächern gerettet.

Ja, er habe durch seine Entscheidungen Kontroversen hervorgerufen. ABER: Meine Art ist es nicht, sich vor Konflikten zu drücken. Ich war bereit, harte Entscheidungen zu treffen.

Auch die größte US-Finanz- und Wirtschaftkrise seit der Großen Depression sieht Bush nicht ganz so ernst. "Ich habe eine Rezession geerbt, nun hinterlasse ich eben eine Rezession.“

Nach einer jüngsten Umfrage der New Yorker Zeitung Daily News nennen 71 Prozent der Befragten Bush den schlechtesten Präsidenten in ihrem Leben. Elf Prozent finden, er war ein mittelmäßiger Commander-in-Chief und nur 16 Prozent sagen, er sei ein „guter Präsident in schweren Zeiten“ gewesen.

An diesem Donnerstag will sich der 43-Präsident der USA in einer 15 Minuten langen TV-Ansprache vom Eastroom des White House von den US-Bürgern verabschieden. Viele werden wohl erleichert sein.

Chef-Köchin des White House darf bleiben

Die Suche nach dem neuen Chef-Koch im White House ist beendet – es bleibt die alte. Cristeta Comerford (Foto), seit 2005 für die kulinarischen Köstlichkeiten im Amtsitz des amerikanischen Präsidenten verantwortlich, wird auch für die Obama Familie kochen.

George W. und Laura Bush waren schon von der 46-jährigen Chefköchin begeistert und rieten dem neuen Präsidenten, Comerford unbedingt zu halten.

Michelle Obama entschied jetzt, dass der neue „Chief“ auch der alte sein werde. Für die 44-jährige künftige First Lady sprach bei ihrer Entscheidung vor allem, dass Comerford selbst ein kleines Kind habe und großen Wert auf ausgewogene und vor allem organische Ernährung lege.


Comerford (Foto: in der White House Küche) wurde auf den Philippinen geboren, ging mit 23 in die USA und hatte im Sheraton Hotel in Chicago ihren ersten Job als Koch. Sie hat eine kleine Tochter Danielle und ist die erste Frau, die als Chef-Köchin im White House dient.

Monday, January 12, 2009

Schließt Obama Guantanamo am ersten Tag?

Es wäre eine Geste an die ganze Welt und ein sofortiger und sehr deutlicher Bruch mit der Politik der Bush-Regierung. Laut US-Medien-Berichten will Barack Obama bereits in der ersten Woche, vielleicht sogar am ersten Tag seiner Präsidentschaft das Gefangenenlager Guantanamo Bay auf Kuba schließen. (Foto: Der Autor von The American Point, 2005 im Gespräch mit einem Guard, besuchte zwei Mal das Gefangenenlager in Guantanamo Bay)

In dem umstrittenen Lager sitzen noch etwa 250 Gefangene, darunter der Drahtzieher der Anschläge vom 11. September und andere mögliche Terroristen. Es vegetieren dort aber offenbar auch seit Jahren viele Unschuldige, die wie alle andere Insassen auch keinen Zugang zu einem Anwalt ihrer Wahl oder gar einem ordentlichen Gericht haben. Und: Mittlerweile steht fest, dass in Gitmo seit Jahren systematisch gefoltert (Waterboarding) wurde. Praktiken, die Obama strikt ablehnt.
Ein Aufpasser geht durch einen Zellengang im Camp Delta in Gunatanamo Bay, Kuba
Noch in der vergangenen Woche hatte Obama erklärt, dass es sehr unwahrscheinlich sei, dass Gitmo "sehr schnell geschlossen" werden könne. Die Auflösung des Lagers sei eine "echte Herausforderung". Und er sei sich nicht sicher, ob er die Schließung innerhalb der ersten 100 Tage schaffen werde. Die Unterzeichung seiner Anordnung zur Schließung des Lagers wäre allerdings ein Anfang, ein wichtiger.

Das Problem bei einer Auflösung: Einige Gefangene drohen bei ihrer Abschiebung - ob schuldig oder nicht - Gefängnis und Folter in ihren Heimatländern. Die USA ist nicht bereit alle aufzunehmen und erwartet, dass auch Europa und andere Länder ihren humanitären Pflichten nachkommen.

Sunday, January 11, 2009

Folter: Barack Obama schließt juristische Schritte gegen Bush-Regierung nicht aus

Das White House eine Crime Scene? Der künftige Präsident Barack Obama will juristische Ermittlungen gegen die Bush-Regierung nicht ausschließen

Genug ist genug. Nachdem Vize-Präsident Dick Cheney erneut Folter von Gefangenen, insbesondere Waterboarding (dabei hat das Opfer das Gefühl zu ertrinken) verteidigt hat, denkt der künftige Präsident Barack Obama darüber nach, gegen Mitglieder der Bush Regierung strafrechtlich ermitteln zu lassen. "Wir prüfen, wie wir das Thema Verhöre, Inhaftierungen und so weiter angehen", sagte Obama in einem Interview mit dem TV-Sender ABC.

Dick Cheney hatte zuvor Waterboarding zum wiederholten Male öffentlich verteidigt. „In drei Fällen sei es angewendet worden“, sagte Cheney gegenüber CNN. „Und zwar mit Erfolg.“ Ein Gefangener sei Chalid Scheich Mohammed gewesen, der Kopf der Anschläge vom 11. September. Der Terrorist habe eine Fülle von Informationen über das Terrornetzwerk preisgegeben, so der 67-jährige Cheney: "Die Hälfte von allem, was wir lange über Al-Qaida wussten, kam von dieser Quelle." Das sei ein "bemerkenswerter Erfolg" gewesen.

Auch Noch-Präsident George W. Bush stellte sich hinter die umstrittenen Foltermethoden. Obama solle sorgfältig abwägen, bevor er die Praktiken in Frage stelle, erklärte der 62-Jährige gegenüber dem erzkonservativen TV-Sender Fox News. „Die Methoden sind notwendig gewesen und auch weiter nötig, um an Informationen zum Schutz der US-Bürger zu kommen.“ (Foto-Illustration: Die Polizeifotos von George W. Bush und Dick Cheney)

Barack Obama machte dagegen erneut deutlich, was er von den durch die Genfer Konvention verbotenen Verhörmethoden halte: "Für mich ist Waterboarding Folter", sagte Obama und kritisierte damit direkt Dick Cheney. Der 47-jährige künftige White Chef versicherte. "Ich habe zugesagt, dass wir während meiner Präsidentschaft nicht foltern werden."

Saturday, January 10, 2009

Dick Cheney: Ein hoffnungsloser Fall

In seinen letzten Tage als Vize-Präsident scheint Dick Cheney noch einmal auf einen Werbefeldzug für die gescheiterte Bush-Regierung zu gehen. Der 67-Jährige (Spitznahme: Darth Vader aus der Kultserie Star Wars, Foto) kann nicht erkennen, dass Waterboarding und andere Folter von Gefangenen gesetzeswidrig sein sollte. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP erklärte Cheney: "Ich habe keinen Grund zu glauben, dass irgend jemand bei den Geheimdiensten etwas Illegales getan haben könnte."

Der bald Ex-Vize verteidigt nicht nur die CIA-Methoden, die selbst sein republikanischer Parteifreund John McCain während des Wahlkampfes immer wieder heftigst kritisiert hatte. Cheney singt auch noch ein Loblied auf das "Waterboarding", eine Foltermethode, die durch die Genfer Konvention verboten ist und bei der der Gefangene das Gefühl hat zu ertrinken. "Nur Leute mit großem Urteilsvermögen haben das getan: Leute, die wussten, was sie tun. Wir haben dadurch viele wichtige Geheiminformationen bekommen."

Auch in der Finanz- und Wirtschaftskrise sieht Cheney übrigens keine Schuld bei der amtierenden Regierung. "Ich denke nicht, dass sich Bush dafür entschuldigen muss. Er musste ohne Zögern und aggressiv gegen die Krise vorgehen. Und ich denke, Bush hat das getan."

Thursday, January 8, 2009

Australiens Howard schickte Obama ins Hotel

Lange hat Washington gerätselt: Wer ist der mysteriöse Gast von Präsident George W. Bush, der im offiziellen Gästehaus der Regierung nächtigt und dadurch die Obama-Familie ins Hotel schickt. Das Rätsel ist gelöst: Es ist der Ex Premierminister von Australien, John Howard.

Howard gilt als enger Freund von Bush und hat ihn vor allem ihm Irak-Krieg unterstützt. Öffentlich kritisierte der 69-Jährige Obamas Forderung nach einem Abzug von US-Truppen aus dem Zweistromland. „Das würde einer Niederlage der USA und einem Sieg der Terroristen gleichkommen“, attackierte Howard den Bush Nachfolger. Bei allen Dementis vor allem von Laura Bush ("die Presse macht aus keiner Geschichte eine Geschichte"), es dürfte Bush ein Vergnügen gewesen sein, seinen Kumpel Howard im Blair House unterzubringen und Obama abzusagen.

Am 15. Januar darf die Obama Familie dann aus dem Hotel ins Gästehaus der US-Regierung ziehen. Howard ist dann schon wieder Down-Under.

Wednesday, January 7, 2009

Das Foto des Tages

Präsidenten-Treffen im White House: George H. W. Bush, Barack Obama, George W. Bush, Bill Clinton und Jimmy Carter (v.l.)

Der amtierende Commander-in-Chief George W. Bush hatte zu einem gemeinsamen Essen geladen und alle noch lebenden Präsidenten des Landes kamen. Es war ein wahres überparteiliches Treffen zwischen Republikanern und Demokraten (letztere waren mit drei zu zwei in der Mehrheit). Es lief auch alles sehr harmonisch ab. Freundliche Worte wurden gewechselt, es gab viel zu Lachen und keiner kritisierte den anderen. Im Gegenteil: George W. Bush wünschte dem künftigen Präsidenten Barack Obama, dass er "Erfolg haben werde". Und Obama? Der bedankte sich artig und freute sich "über jeglichen Rat der anwesenden Präsidenten".
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