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Thursday, November 6, 2008

Abrechnung mit Sarah Palin

Wer trägt die Schuld an der Wahlniederlage der Republikaner? Sarah Palin? Und: Ist sie wirklich die Zukunft der Republikaner, der Grand Old Party (GOP)?

„The American Point“ hat die Gouverneurin von Alaska schon einen Tag nach ihrer offiziellen Nominierung zur Vize-Kandidatin als „Fehlbesetzung“ bezeichnet. Und damals jubelte noch die konservative Basis der Ex-Schönheits-Königin wie einer Heilsbringerin zu.

An der Einschätzung dieses Blogs hat sich nichts geändert: „Sarah Palin bleibt eine politische Null- und mittlerweile auch Lachnummer. Die Republikaner werden sich hüten, sie als das künftige Gesicht der Partei und Präsidentschafts-Kandidatin der GOP aufzubauen.“

Indizien, dass der Stern von Sarah Palin endgültig verglüht, gibt es genügend. Viele Republikaner sagen mittlerweile selbst, dass sie politisch ein echter Flop gewesen sei. Die Vorwürfe hinter vorgehaltener Hand sind so schwer, dass man bereits von politischem Lynchmord sprechen kann. So wird die 44-Jährige als Politikerin „ohne Basiswissen“, als „fies“, „echte Diva“ und „eine Furie“ diffamiert.

Politischer Lynch-Mord der republikanischen Partei an Sarah Palin, Cartoon von Matt Bors

Von Anfang an, so wird aus der GOP lanciert, wurde Sarah Palin als „riskant“ eingestuft. Sie sei eine Kandidatin mit „fehlendem Basiswissen“ gewesen. So kannte Sarah Palin weder die NAFTA (Freihandelszone bestehend aus den USA, Mexiko und Kanada), noch wusste sie das Amerika Teil davon ist.

Der größte Klopper allerdings war, dass sie nicht wusste, dass „Afrika ein Kontinent ist und kein Land“. Südafrika bezeichnete sie deshalb als „Teil eines größeren Landes“.

Ihre mangelnden Kenntnisse hielt sie aber nicht davon ab, Vorbereitungen auf Interviews abzulehnen. Die Folge war das mittlerweile legendäre Katie Couric Interview auf CBS, als Sarah Palin mit Unwissen und Banalitäten glänzte. Die Schuld für ihr Versagen gab sie allerdings lautstark ihren Mitarbeitern.

Schockiert zeigte sich die Partei auch über die „Kaufwut“ ihrer Vize-Kandidatin. Sarah Palin, ein "Shopaholic", hatte sich für 150.000 Dollar neue Kleider gekauft. Und wie jetzt bekannt wurde, hat sie zusätzlich für 20.000 bis 30.000 Dollar "heimlich", über die Kreditkarten ihrer Mitarbeiter, weitere Sachen gekauft. Die Republikaner haben mittlerweile einen Anwalt nach Alaska geschickt, um die "Partei eigenen Kleider" wieder einzusammeln. Sie sollen gespendet werden.

Und auch das Verhältnis zu John McCain war laut New York Times eher „schwierig“. Zwischendurch soll es zwischen den beiden einen regelrechten „Bürgerkrieg“ gegeben haben.

Sarah Palin dementierte die „Diva-Berichte“ und entschuldigte sich schon einmal vorauseilend bei John McCain: „Wenn ich John auch nur eine Stimme gekostet habe, dann tut mir das leid.“ Ein künftiger Partei-Star und Präsidentschafts-Kandidatin redet anders.

Wednesday, November 5, 2008

Zu früh gefreut

Victory-Buttons: John McCain und Sarah Palin. Die Anstecknadeln für den Sieg. Sie wurden in Phoenix, Arizona, außerhalb des Hauptquartiers des Republikanern angeboten. Der Optimismus der Republikaner kennt offenbar keine Grenzen. Am Tag nach der Niederlage haben die Anstecker allerdings nur noch Sammlerwert.

Tuesday, November 4, 2008

John McCain gesteht Niederlage ein

23:20 Uhr (5:20 Uhr MEZ). Senator John McCain (Foto mit Frau Cindy McCain) gesteht in Phoenix, Arizona seine Niederlage ein. Er gratuliert seinem Rivalen Barack Obama und bietet ihm seine volle Unterstützung an.

John McCain zeigt Stärke in der Niederlage. Ein wirklich großer Verlierer.

Auf den Straßen von Manhattan und Brooklyn gibt es Autokorsos, Feuerwerk, Menschen, die vor Freude weinen, Menschen, die sich in den Armen liegen, Menschen, die jubeln, Menschen, die feiern. Many Happy People!

Swing States lassen auf sich warten

22:45 Uhr (4:45 Uhr MEZ): In 15 Minuten schließen die Wahllokale an der West-Küste: Kalifornien, Oregon, Washington. Dazu Nevada. McCain braucht ein Wunder. Alles andere würde nicht mehr reichen.

In den kritischen Swing-States an der Ostküste ist das Rennen immer noch eng: In Florida, Indiana (hier schlossen die Wahllokale bereits vor knapp fünf Stunden), Virginia, Missouri, North Carolina kann weder CNN noch MSNBC einen Gewinner küren. Doch braucht Obama überhaupt noch diese Staaten?

Wenn Obama die Westküste gewinnt, reicht es für ihn. Und für McCain ist der Traum, Präsident zu werden, eigentlich längst ausgträumt. Er wird es bereits wissen.

Aktueller Stand: 207 zu 142 für Obama

Red State Iowa wird Blue

22:00 Uhr (4:00 Uhr MEZ): Iowa, ein republikanischer Red State unter George W. Bush, fällt an Barack Obama. Ein weiterer großer Sieg für den 47-Jährigen auf dem Weg ins White House.

Auch Minnesota geht an Obama.

Und noch eine Überraschung: Montana, Nevada und Nebraska sind so knapp, dass es keine Vorhersagen gibt. Drei Staaten, die McCain locker gewinnen müsste.

McCain gewinnt Utah und Mississippi.

Aktueller Stand 207 zu 135.

Kosmetik: Texas für McCain

21:55 Uhr (3:55 Uhr MEZ): Bush-Country bleibt ein Republikaner. McCain gewinnt Texas, den Heimatstaat des amtierenden Präsidenten George W. Bush. Mehr als Kosmetik ist es nicht. McCain wartet weiterhin auf eine Wende, auf eine Sensation.

Aktueller Stand: 200 zu 134 Wahlmänner für Obama

Schlag auf Schlag: New Mexico für Obama

21:35 Uhr (3:35 Uhr MEZ): Jetzt geht es Schlag auf Schlag. Auch New Mexico stimmt für Obama. McCain gehen die Staaten aus, die er gewinnen könnte. Fällt auch noch Colorado oder Florida an Obama braucht er Kalifornien, um das Rennen noch zu drehen. Doch das ist sehr unwahrscheinlich.

MSNBC meint: McCain braucht ein Wunder, um noch zu gewinnen!

Keine Überraschungen

21:05 Uhr (3:05 Uhr MEZ): Die großen Überraschungen sind bisher ausgeblieben. Obama gewinnt wie erwartet die Staaten: New York, Minnesota, Wisconsin, Rhode Island. McCain kann dagegen Wyoming, Louisiana und - zwar knapp - North Dakota als Sieg verbuchen.

Aktueller Stand: 175 zu 70 Wahlmänner

Warten auf Colorado und New Mexico.

Die Ostküste stimmt für Obama

20:00 Uhr (2:00 Uhr MEZ): CNN sagt voraus, dass Obama die Ostküstenstatten Connecticut, Massachusetts, Maine, New Hampshire, Maryland, Delaware, Washington D.C. und New Jersey gewinnt. Dazu kommt Obamas Heimatsstaat Illinois.

Ganz wichtig für Obama: Das hart umkämpfte New Hampshire, das McCain bei den Vorwahlen zum Comeback Kid gemacht hatte, wählt Obama und nicht wie McCain gehofft hatte, erneut den Republikaner.

Aktueller Zwischenstand: 77 zu 34 Electoral Votes. Obama übernimmt die Führung. Aber: McCain (gewinnt Tennessee und Alabama und Oklahoma) hat noch keinen Red State, einen Staat, der republikanisch wählt, verloren. Für ihn zumindest ein gutes Zeichen.

Die Entscheidung?

20:00 Uhr (2:00 Uhr MEZ): In 16 Bundesstaaten haben die Wähler ihre Stimme abgegeben. Darunter das für beide Seiten immens wichtige Pennsylvania. McCain hofft auf eine Überraschung.

Aber auch in den Swing States Missouri, North Carolina und New Hampshire wird jetzt ausgezählt.

Wird Obama frühzeitig zum Präsidenten erklärt? Oder kann John McCain das Rennen um das White House offen halten?

Die Kandidaten-Wahl



Barack und Michelle Obama konnten es kaum erwarten. Schon kurz nach der Öffnung ihres Wahlokales um 8:00 morgens in Chicago gaben die beiden ihre Stimmen ab. Sie hatten sichtbar Spaß beim Ausfüllen des Wahlzettels.

Mit dabei waren auch die Töchter Malia (10) und Sasha (7) (Foto). Die beiden freuen sich bereits seit langem auf das Ende der Campaign ihres Vaters. Nicht weil sie unbedingt ins White House einziehen möchten (Malia fand es bei einem Besuch ziemlich langweilig dort). Obama hat ihnen versprochen, dass sie nach der Wahl einen Hund bekommen. Egal, ob er gewinnt oder verliert.

Obamas Vize-Kandidat Joe Biden gehörte ebenfalls zu den Früh-Wählern. Er gab mit Ehefrau Jill und seiner 91-jährigen Mutter, Jean Finnegan Biden, kurz nach Öffnung des Wahllokales um 9:00 Uhr in seinem Heimatort Wilmington, Delaware, seine Stimme ab. (Foto: Wahlzettel)

John McCain wählte zusammen mit seiner Frau Cindy McCain (Foto) am frühen Morgen in Arizona, in einer Kirche seines Heimatortes Phönix. "Go John, go. We love you" skandierten seine treuesten Fans. Der 72-Jährige kam mit hochgehobenen Daumen wieder aus der Wahlkabine und säufste: "Freunde, es war wirklich ein langer Weg bis zu diesem Tag."


Und Sarah Palin? Die Gouverneurin von Alaska flog den langen Weg wieder nach Hause, um in ihrem Heimatort Wasilla in Alaska ihre Stimme (Foto) abzugeben. John McCains Vize-Kandidatin wollte nicht verraten, für wen sie gestimmt habe. Sie berief sich - ernsthaft - auf ihr Recht des Wahlgeheimnisses. Erst nach Nachfragen gab die 44-jährige Ex-Schönheitskönin dann doch noch einen Hinweis: "Ich hoffe, ich bete und ich glaube, dass ich morgen als Vize-Präsidentin der USA aufwache."

Obamas erster Sieg

Ein Zeichen? Barack Obama hat seinen ersten Wahlkreis gewonnen: Dixville Notch in New Hampshire. Der kleine Ort öffnet seine Wahllokale (Foto) immer um 0.01 Uhr in der Nacht zum Wahltag und ist traditionell damit auch immer der erste, der seine Stimmen ausgezählt hat.

Das Ergebnis war ein deutlicher Sieg für den Demokraten: 15 Bürger stimmten für Obama, 6 für John McCain. Der Demokrat gewann damit zum ersten Mal in Dixville Notch seit 1968. Bei den Wahlen 2004 konnte noch George W. Bush deutlich mit 19 zu sieben Stimmen über seinen Rivalen John McCain triumphieren.

Monday, November 3, 2008

Wahl-Vorschau: Entscheidung um 20:00 Uhr?

Die Wahlnacht könnte zum Marathon werden oder zu einem Sprint. Kann der Demokrat Barack Obama seinen oft deutlichen Vorsprung in den wichtigen Swing-States halten, wissen die Amerikaner, weiß die Welt möglicherweise schon um 20:00 Uhr US-Ostküstenzeit, wer der neue Präsident der Vereinigten Staaten sein wird.

Zu diesem Zeitpunkt werden die Wahllokale in den wichtigen Bundesstaaten Indiana, Ohio, Florida, Virgina und Pennsylvania geschlossen sein (siehe Karte) und die ersten Hochrechnungen eingehen.

Die Schließung der Wahllokale nach Bundestaaten. An der Ostküste werden bereits kurz nach 20:00 Uhr fast alle Hochrechnungen laufen und der nächste Präsident der USA möglicherweise schon feststehen


Kann Obama diese Staaten für sich entscheiden, gibt es kein Halten mehr. Zu diesem Zeitpunkt - das wüsste auch John McCain wäre die Wahl gelaufen. Dann könnte wirklich nur noch ein Wunder die Kehrtwende bringen.

Aber es könnte auch ein langer Wahl-Marathon werden. Zum einen, wenn die Wahlbeteiligung so groß sein wird wie erwartet und sich lange Schlangen vor den Wahlurnen bilden sollten. Oder wenn John McCain, das Comeback-Kid, doch noch kurz vor Schluss einen Stimmungswandel schafft.

Gewinnt er Ohio, Florida und Missouri und kann Pennsylvania, wo er viel Zeit und Geld investiert hat, für sich drehen, kämpft der 73-Jährige Kopf-an-Kopf mit Obama um das White House. Wenn er allerdings weder Ohio, noch Florida gewinnen kann und auch Pennsylvania verliert, ist die Wahl gelaufen. Zu diesem Zeitpunkt nützen McCain auch Nevada, Colorado und New Mexico nichts mehr. Dann müsste Arnold Schwarzenegger ihm schon Kalifornien liefern. Und das ist bekanntermaßen für einen Republikaner und selbst für einen mit einem so berühmten Namen ein aussichtsloses Unterfangen.

Die Electoral Votes Karte nach den jüngsten Umfragen. Pollster-Experte David Paleologes, der die letzten Wahlen korrekt voraussagte, hat allerdings überraschend Colorado, wo Obama eigentlich deutlich vorne liegt, McCain gegeben. Auch New Mexico hält er trotz der klaren Führung des Demokraten noch für einen Battleground State

Endspurt: Eine Zielgerade quer durchs Land

Zum Schluss noch einmal alles geben. Endspurt in einem der längsten (Obama und McCain sind seit Februar respektive März 2007 dabei) und mit etwa einer Milliarde Dollar der teuerste Wahlkampf aller Zeiten. Die Zielgerade geht noch einmal quer durchs Land.


Endspurt im Wahlkampf 2008: Jedes Fähnchen steht für einen Wahlkampf-Stopp in der vergangenen Woche: Auf der Google-Karte lässt sich nur erahnen, welches Pensum Obama und McCain hinter sich gebracht haben, mehr als 50 Städte in etwa 14 Bundesstaaten und in drei US-Zeitzonen

Bis Dienstag um 13:00 Ostküstenzeit wollen die beiden Kandidaten weiterkämpfen. Dann endet Obama seine Campaign in seiner Heimatstadt Chicago und McCain kehrt nach Hause nach Arizona zurück. Doch bis sie da angekommen sind, hetzen der 47-jährige Demokrat und 72-jährige Republikaner noch einmal durch die USA.

Florida, Nevada, New Mexico, Indiana, Pennsylvania, Tennessee, und noch mal Florida heißen die Stationen von John McCain. Acht Städte, drei Zeitzonen und mehr als 10.000 Flugkilometer. Der Vietnam-Veteran gibt nicht auf. Obama lässt es im Vergleich dazu schon fast ruhig angehen: Florida, Virginia, North Carolina und Florida heißen seine Stationen. Ein paar tausend Kilometer sind das aber auch.

Sunday, November 2, 2008

"Darth Vader" für McCain

Wer solche Freunde hat, muss sich um eine Niederlage bei den Präsidentschafts-Wahlen keine Sorge mehr machen. Wenige Tage vor dem Urnengang hat sich auch der republikanische Bush-Vize Dick Cheney (Foto) auf die Seite von John McCain geschlagen.

„Ich bin hoch erfreut, sagen zu können, dass ich John McCain unterstütze“, erklärte Cheney. „Ich bin ebenso erfreut darüber, dass er eine Vize-Kandidatin ausgesucht hat mit Manager-Erfahrungen, Durchsetzungskraft und großem Menschenverstand, unsere nächste Vize-Präsidentin Sarah Palin“. John McCain wird sich bedanken. Verzweifelt versucht er sich im Wahlkampf von der Bush-Regierung zu distanzieren und dann das.

Der 67-jährige Cheney hat für den Kandidaten der Republikaner nicht nur herzliche Worte. Er will für ihn sogar Stimmen sammeln – in Wyoming seinem Heimatstaat. Viel Wahl-Erfahrung zeigt Cheney dadurch nicht. Denn egal wie viele Staaten Barack Obama auch immer gewinnen sollte, Wyoming ist so tief republikanisch, dass es mit fast 100 prozentiger Sicherheit nicht dabei sein wird.

Was soll also die öffentliche Fürsprache von „Darth Vader“ wie einer der unbeliebtesten aber mächtigsten Vize-Präsidenten in der Geschichte der USA in Anspielung auf die Star Wars Figur verspottet wird? Sabotage oder (zu)späte Erleuchtung?

Geholfen hat das Cheney Bekenntnis McCain bestimmt nicht. Dafür aber Barack Obama. Der Demokrat ließ Dick Cheney gleich in einem neuen Werbespot aufnehmen (Foto), in dem er erklärt: “Wer in 90 Prozent aller Fälle Bush unterstützt, kann keine neue Politik versprechen. McCain verdient die volle Unterstützung von Dick Cheney.”

Saturday, November 1, 2008

Sarah Palin gewinnt Halloween-Contest

Halloween und Wahlkampf: Barack Obama und John McCain auf Kürbissen
Gruselnacht in Amerika - es ist Halloween und alles dreht sich um die Wahl am kommenden Dienstag. Eindeutiger Sieger im Wettbewerb um das beste politische Kostüm: Sarah Palin. Die Gouverneurin aus Alaska und Vize-Kandidatin von John McCain ist zumindest für Amerikas Comedy-Sendungen und für die Halloween-Fans sowie -Läden ein echter Glücksfall. Schon Mitte der Woche meldeten die Shops in New York den Ausverkauf von Masken, Perücken und andere Utensilien der einstigen Schönheits-Königin.
Beliebt waren natürlich auch die beiden Kontrahenten im Kampf um das Weiße Haus: Masken von Barack Obama und John McCain waren bei den Halloween-Fans ein Renner. Subjektiv gesehen, hatte aber wohl der 47-jährige Demokrat mehr Anhänger - vielleicht auch ein Zeichen für die Stimmung im Land. Joe Biden dagegen ging unter. Der Vize-Kandidat von Obama ist eher berühmt als ein Plappermaul und damit optisch schwer umzusetzen.

Barack Obama schien an Halloween allerdings zum ersten Mal wirklich genervt in seiner Rolle als öffentliche Person. Vielleicht ein kleiner Vorgeschmack auf das, was auf ihn zukommen wird, wenn er tatsächlich Präsident werden sollte. Privates wird dann künftig Volkseigentum sein, an dem jeder Bürger teilhaben darf und vor allem will.

Auch in der Halloween-Nacht ließen die US-Medien Obama nicht in Ruhe. Drei Stunden wollte er eine Auszeit vom Wahlkampf nehmen, um mit seinen Töchtern, Malia Ann (10) und Sasha, in seiner Nachbarschaft in Chicago "Trick or Treat" zu spielen. Nach wenigen Minuten war das beliebte Kinderspiel allerdings vorbei. Die siebenjährige Sasha flüchtete mit ihrem Papa (Foto) vor der Meute der Reporter nach Hause.

Thursday, October 30, 2008

Promis drohen USA zu verlassen, wenn. . .

Es ist schon fast Tradition: Kurz vor einer Präsidentschafts-Wahl in den USA drohen Promis das Land zu verlassen, falls nicht ihr und damit der "richtige" Kandidat ins White House einziehen sollte. Ernst hat es noch niemand genommen und eine extra Stimme eines Unentschlossenen für den Kandidaten, der das Dableiben der Berühmtheiten sichern würde, hat es wohl auch noch nie gegeben. Oder wird irgendjemand Obama oder McCain wählen, nur um einen Hollywood-Star im Land zu halten? Ich hoffe nicht?

Dennoch: Die Liste der Stars, die bei einem Wahlsieg des Republikaners John McCain mit Landesflucht drohen, wächst. Die jüngste Ankündigung kommt von Supermodel Heidi Klum und deren Mann Seal (Foto). „Wenn McCain gewählt wird und das Land weiter in den Abgrund schlittert, werden wir die USA verlassen“, erklärte Seal in einem Interview mit Vanity Fair. „Wir haben damit kein Problem.“ Wohin Seal mit Heidi gehen will, verriet der britische Soul-Singer nicht.

Neben dem Promi-Paar haben auch schon Oscar-Preisträgerin Susan Sarandon angekündigt, im Falle eines McCain Sieges aus Amerika auszuwandern. Sarandon zieht es dann nach Kanada oder Italien. Auch Barbra Streisand plant der USA den Rücken zu kehren, genauso wie die Schauspiel-Stars Alec und William Baldwin. Die allerdings hatten das bereits bei einem Wahlsieg von George W. Bush angekündigt, zwei Mal um genau zu sein, im Jahr 2000 und 2004. Die Baldwin Brüder leben noch immer in ihren nicht gerade bescheidenen Anwesen auf Long Island.

Einer der Baldwins wird aber nach dem 4. November seine Koffer packen müssen. Denn Alecs und Willams jüngerer Bruder Stephen will gehen, wenn Obama gewinnt. Bei den letzten Umfragen, die einen klaren Sieg erwarten lassen, sollte der Schauspieler vielleicht schon mal vorsichtshalber ein Flugticket buchen.

Große Probleme bei der Umsetzung ihrer Drohung, bei einem Sieg von McCain/Palin aus den USA zu flüchten, dürfte Tina Fey (Foto) bekommen. Das gefeierte Comedy-Double von Vize-Kandidatin Sarah Palin brauchte im Ernstfall schon ein Raumschiff. Ihre Ankündigung: "Wenn Palin Vize wird, habe ich genug und werde die Erde verlassen.“

Wednesday, October 29, 2008

McCain wird Bush einfach nicht los

John McCain kann George W. Bush nicht abschütteln. Trotz aggressiver Versuche, sich von einem der unpopulärsten Präsidenten in der Neuzeit der USA politisch zu distanzieren, scheint „W“ den republikanischen Kandidaten wie dessen Schatten zu verfolgen.

Politische Weggefährten: Präsident George W. Bush und John McCain

Nach letzten Umfragen zum Thema McCain/Bush der Washington Post und dem TV-Sender ABC glaubt mit 51 Prozent die Mehrheit der US-Bürger, dass McCain die Bush-Politik weiterführen werde. Oder wie es sein Kontrahent Barack Obama sagt: "Eine Präsidentschaft McCains wäre ein dritte Amtszeit von Bush.“

Die Zahl hat sich in den vergangenen Monaten – zum Leidwesen des 72-Jährigen - kaum verändert. Im Sommer dieses Jahres waren es 55 Prozent die McCain und Bush gleichsetzten, nach der Convention der Republikaner im September waren es 50 Prozent.

Für McCain könnte seine Bush-Beziehung die Wahl endgültig entscheiden und einen von ihm erhofften Stimmungswandel kurz vor dem Urnengang endgültig verhindern. Vor allem Parteiunabhängige, die der Republikaner so dringend braucht, fürchten eine Weiterführung der für sie verfehlten Bush-Politik und setzen lieber auf den versprochenen Wandel Obamas.

Bush selbst sinkt im Ansehen der US-Bürger immer weiter: Nach der jüngsten Umfrage sind nur noch 23 Prozent der Befragten mit der Arbeit des Präsidenten zufrieden, 73 Prozent dagegen lehnen dessen Amtsführung ab.

Das Bild des Tages

Barack Obama im Dauerregen in Pennsylvania

Nur keine Schwächen zeigen, so kurz vor den Wahlen. Selbst Dauerregen kann Barack Obama nicht davon abhalten, im umkämpften Bundesstaat Pennsylvania eine Rede unter freiem Himmel zu halten. Mehr als 9000 Anhänger (mehr als zu mancher Hallen-Veranstaltung von John McCain) kamen trotz des schlechten Wetters nach Chester und begeisterten mit ihrem Einsatz vor allem den Kandidaten selbst: „Wenn wir am Wahltag das gleiche Engagement wie heute bei diesem schlechten Wetter sehen“, sagte Barack Obama, „dann habe ich keinen Zweifel daran, dass wir das Land verändern können.“

John McCain cancelte übrigens wegen des schlechten Wetters seinen Wahlauftritt in Pennsylvania (Philadelphia).

Tuesday, October 28, 2008

That's not funny

Halloween-Scherz? Kunst? Oder vielleicht einfach nur geschmacklos?

In West Hollywood hat ein Mann am Dachgiebel seines Hauses eine Puppe von Sarah Palin (Foto links) mit typischer Hochsteckfrisur, Brille, Pumps und Kawasaki-Brille an einem Strick „erhängt“. Und auf dem Dach selbst platzierte Witzbold Chad Michael Morrisette eine Nachbildung von John McCain wie er in der Hölle schmort (Fotoausschnitt rechts).

Der Bürgermeister der kleinen und als sehr liberalen geltenden Gemeinde, Jeffrey Pang, kann über den „Scherz“ nicht lachen. „Ich fordere den Hausbesitzer auf, die Puppe sofort zu entfernen.“ Jeder habe das Recht auf seine freie Meinung. Motive, die Gewalt verherrlichen, lehne er aber ab.“

Mister Morrisette verteidigte sein Werk als „Kunst“. Auf die Frage, warum er Sarah Palin für sein "Werk" augesucht hätte, antwortete der selbsternannte "Künstler": "Wenn ich Obama genommen hätte, hätten mir die Leute vermutlich die Scheiben eingeworfen."
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