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Tuesday, November 4, 2008

Die Kandidaten-Wahl



Barack und Michelle Obama konnten es kaum erwarten. Schon kurz nach der Öffnung ihres Wahlokales um 8:00 morgens in Chicago gaben die beiden ihre Stimmen ab. Sie hatten sichtbar Spaß beim Ausfüllen des Wahlzettels.

Mit dabei waren auch die Töchter Malia (10) und Sasha (7) (Foto). Die beiden freuen sich bereits seit langem auf das Ende der Campaign ihres Vaters. Nicht weil sie unbedingt ins White House einziehen möchten (Malia fand es bei einem Besuch ziemlich langweilig dort). Obama hat ihnen versprochen, dass sie nach der Wahl einen Hund bekommen. Egal, ob er gewinnt oder verliert.

Obamas Vize-Kandidat Joe Biden gehörte ebenfalls zu den Früh-Wählern. Er gab mit Ehefrau Jill und seiner 91-jährigen Mutter, Jean Finnegan Biden, kurz nach Öffnung des Wahllokales um 9:00 Uhr in seinem Heimatort Wilmington, Delaware, seine Stimme ab. (Foto: Wahlzettel)

John McCain wählte zusammen mit seiner Frau Cindy McCain (Foto) am frühen Morgen in Arizona, in einer Kirche seines Heimatortes Phönix. "Go John, go. We love you" skandierten seine treuesten Fans. Der 72-Jährige kam mit hochgehobenen Daumen wieder aus der Wahlkabine und säufste: "Freunde, es war wirklich ein langer Weg bis zu diesem Tag."


Und Sarah Palin? Die Gouverneurin von Alaska flog den langen Weg wieder nach Hause, um in ihrem Heimatort Wasilla in Alaska ihre Stimme (Foto) abzugeben. John McCains Vize-Kandidatin wollte nicht verraten, für wen sie gestimmt habe. Sie berief sich - ernsthaft - auf ihr Recht des Wahlgeheimnisses. Erst nach Nachfragen gab die 44-jährige Ex-Schönheitskönin dann doch noch einen Hinweis: "Ich hoffe, ich bete und ich glaube, dass ich morgen als Vize-Präsidentin der USA aufwache."

Saturday, October 18, 2008

Arme, reiche Cindy McCain

Die Frau von Präsidentschafts-Kandidat John McCain hat im vergangenen Jahr insgesamt zwei Millionen Dollar weniger verdient, als noch im Jahr 2006. Das zeigt die Steuererklärung, die Cindy McCain (Foto) am Freitag veröffentlichen ließ.

Danach hat die 100 Millionen Dollar schwere Bier-Erbin 2007 insgesamt 4,2 Millionen Dollar eingenommen und dafür bei einem Steuersatz von 26 Prozent 1,1 Millionen Dollar an das Finanzamt abgegeben. Insgesamt 530.000 Dollar hatte die 54-jährige Cindy an Abschreibungen.

John McCain hatte laut seiner Steuererklärung 2007 insgesamt 405.409 Dollar an Einkommen. Seine Vize-Kandidatin Sarah Palin 127.869 Dollar.

Barack Obama und dessen Frau Michelle Obama verdienten 2007 mit 4,2 Millionen Dollar genauso gut wie Cindy McCain. Das Einkommen kam dabei vor allem von Honoraren von Obamas Büchern “Dreams of My Father” und “The Audacity of Hope."

Wednesday, October 8, 2008

Cindy McCain: Ihr Wandel zum Kampfhund

Cindy McCain (Foto) stand bisher immer eher schüchtern, leise aber prominent platziert hinter ihren Mann. Sie redete nicht über Politik, schon gar nicht über Wirtschaft obwohl sie davon einiges versteht. Und auch Barack Obama und dessen Frau Michelle waren für die 54-Jährige kein Thema. Die 100 Millionen Dollar schwere Biererbin redete nur über ihren Mann John, über ihren Helden, den sie so gerne als Präsident im Weißen Haus sehen möchte.

Seitdem die Chancen für den 72-jährigen McCain jedoch von Tag zu Tag schwinden, hat sich Cindy „MS Bud“ (ihr Autokennzeichen) McCain gewandelt. Von einst schüchterne Dame hat sie auf politischen Kampfhund umgeschaltet. Ihr Ziel: Barack Obama. Wie ihr Mann, dessen Vize-Kandidatin Sarah Palin und alle anderen Unterstützer McCains hat sich Cindy in die Reihe der Angreifer gestellt. Und sie teilt mächtig aus.

„Barack Obama führt die schmutzigste Kampagne in der Geschichte der USA“, schimpfte sie erst diese Woche auf einer Wahlveranstaltung in Tennessee, ohne jedoch ihre Aussage mit Beweisen zu begründen.

Am Mittwoch legte die 54-Jährige in Pennsylvania nochmals nach. “Als Senator Obama gegen die Unterstützung meines Sohnes im Irak votierte, lief es mir kalt den Rücken runter“, erklärte Cindy McCain und bezog sich auf Obamas Ablehnung eines Planes der Bush-Regierung, der weitere Gelder für den Irak-Krieg freigegeben hätte. „Ich schlage vor, Obama tauscht mal seine Schuhe gegen Kampfstiefel aus und schaut sich für einen Tag, nur für einen Tag, einmal an, welchen Einsatz unsere Männer und Frauen in diesem Krieg leisten."

Cindy McCain hat es ebenso wie ihr Mann bisher vermieden, ihre Söhne für den Wahlkampf zu instrumentalisieren. Jimmy McCain ist ein Marine und war im Einsatz im Irak. Sein Bruder Jack dient in der Militärakademie in Annapolis. In Zeiten schlechter Umfragewerte müssen offenbar auch die Söhne ihren Dienst an der White House Mission ihres Vaters erfüllen.

Das McCain Camp verteidigte die Angriffe von Cindy McCain auf Obama. „Der Kandidat der Republikaner teilt mit ganzem Herzen die Einschätzung seiner Frau."

Sunday, September 21, 2008

Der Fuhrpark der Kandidaten

Knapp sechs Wochen vor den Präsidentschafts-Wahlen scheint über die Kandidaten eigentlich alles gesagt. Oder gibt es noch etwas, was der US-Wähler noch nicht von John McCain oder Barack Obama weiß?

Das Magazin Newsweek hat in seiner jüngsten Ausgabe (erscheint morgen, am Montag) einen echten Scoop geschossen. Motto: Was sie wirklich noch nicht von McCain und Obama wussten. Oder haben sie eine Ahnung, wie viele Autos die beiden fahren. Newsweek hat gezählt und verrät es ihren Lesern: John und Cindy McCain besitzen 13 Autos, Barack und Michelle Obama eins.

Auch die Frage der Autotypen lässt das Blatt nicht unbeantwortet. Die Obamas fahren einen spritsparenden Ford Escape Hybrid (Foto l.). Der Demokrat musste seine Dreckschleuder, einen Chrysler 300C, nach Protesten von Umweltschützer im vergangenen Jahr verkaufen.

Und die McCains? Sie fahren unter anderem einen Cadillac CTS 400, einen VW Cabrio (Typ ist nicht bekannt), eine Honda Limousine, einen Ford Pickup Truck, einen Vintage Willys Jeep (Baujahr 1960), einen Jeep Wrangler, einen Lincoln, einen GMC SUV und drei NEV Gem Electric Auto (Foto r.). Letztere sind vor allem bei amerikanischen Rentner sehr beliebt.

Biererbin Cindy McCains fährt dagegen privat einen Lexus mit dem Kennzeichen MS Bud, nach ihrem Vermögensgeber Budweiser. Und Tochter Meghan hat den Fuhrpark erst neulich durch einen Toyota Prius ergänzt, was natürlich ein Skandal ist, weil der Wagen nicht in Detroit gebaut wurde, sondern in Japan.

Doch welchen Informationsgehalt hat diese Geschichte wirklich. Aus Sicherheitsgründen dürfen weder McCain noch Obama mit dem eigenen Auto fahren (der Secret Service verbietet unbeaufsichtigte Spritztouren). Wen in aller Welt interessiert diese Exklusiv-Geschichte also? Es wird wirklich Zeit, dass bald gewählt wird.

Monday, September 1, 2008

„Gustav“ und die Damen

Erster Tag der Republican Convention (RNC) in Minneapolis/St. Paul – doch niemand hat es wirklich interessiert. Die alles beherrschenden Top-Themen des Tages waren: Hurrikan „Gustav“ und die Schwangerschaft von Bristol Palin, 17-jährige Tochter von John McCains Vize-Kandidatin Sarah Palin. Über Politik wollte an diesem Tag niemand reden. Deshalb beschränkten sich die Organisatoren der RNC auf das Wesentliche und schickten First Lady Laura Bush (r.) und ihre mögliche Nachfolgerin, Cindy McCain (l.), auf die Bühne. Die beiden sehr elegant gekleideten Damen riefen zur Hilfe für die „Gustav“ Opfer auf. Mehr konnten die beiden an einem solchen Tag wohl auch nicht machen.

Es war die ungewöhnlichste Eröffnung eines Parteitages der Republikaner. Und niemand weiß, wie es bis zum Ende am Donnerstag weitergehen soll. McCain will von Tag zu Tag neu entscheiden. Keine besonders guten Vorrausetzungen, um einen ohnehin nicht sehr populären Kandidaten auf einem Jubel-Parteitag der US-Öffenlichkeit zu verkaufen. Da hatten es Barack Obama und die Demokraten in der vergangenen Woche schon leichter.

Sunday, August 31, 2008

Zitat des Tages

“Alaska liegt auf unserem Kontinent am nächsten zu Russland”

(Cindy McCain in einem Interview mit dem TV-Sender ABC auf die Frage, über welche Erfahrungen Vize-Präsidentschafts-Kandidatin Sarah Palin in Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik verfügt. Palin, die John McCain am Freitag völlig überraschend als seinen Running Mate vorstellte, war Bürgermeisterin des 6715 Seelen-Dorfes Wasilla, 69 Kilometer nordöstlich von Achorage und ist erst seit Dezember 2006 Gouverneurin von Alaska.)

Friday, August 22, 2008

John McCains Haus-Krise

Vier, sieben oder acht Häuser? Eine Frage, die den Wahlkampf wohl noch eine Weile beschäftigen wird. Dabei ging es doch nur um die einfache Frage eines Reporters von Politico.com, „wie viele Immobilien McCain und dessen Frau besitzen.“ Eine Frage, die vermutlich fast jeder normale Mensch auf Anhieb beantworten könnte. McCain konnte nicht. „Ich denke, meine Mitarbeiter werden ihnen eine Antwort geben müssen“, entschuldigte er sich und grübelte weiter: „Da sind auch Eigentumswohnungen.“

John McCain im Flur seines Hauses in Phoenix, Arizona. An den Wänden hängen Zeitungsartikel und andere Erinnerungen aus seiner Karriere

In Zeiten einer Immobilien- und Kreditkrise, die vermutlich mehr als einer Million US-Bürgern ihr hart erarbeitetes Eigentumshäuschen kosten könnte, ein Fauxpas, den McCain so schnell nicht loswerden wird. Barack Obama hat die Steilvorlage bereits dankend angenommen und lästert in einem eiligst erstellten Wahlspott „Out of Touch“ voller Schadenfreude über McCains ganz persönliche Hauskrise http://www.youtube.com/watch?v=NZdi1JnMxFU

Ganz nebenbei: McCains Mitarbeiter sprechen von vier Häusern, das Obama Team will sieben Immobilien gezählt haben und McCains Bruder Joe rechnet zusammen und kommt sogar auf acht Häuser und Eigentumswohnungen. Kein Wunder also, dass der fast 72-jährige John McCain den Überblick verloren hat. Zu seiner Entschuldigung sei gesagt: Alle vier bis acht Immobilien im Wert von mehr als 13 Millionen Dollar gehören Cindy McCain (54). Und die kann sich die Immobilien problemlos leisten. Das Vermögen der Bier-Erbin wird auf mehr als 100 Millionen Dollar geschätzt.

Thursday, August 21, 2008

Hillary das Comeback-Kid?

Eigentlich hatte sie keine Chance mehr auf den Posten des Vize-Präsidenten: Hillary Rodham Clinton. Doch nach den schlechten Umfragewerten im August für Barack Obama - in den meisten Befragungen führt der Kandidat der Demokraten nur noch knapp oder liegt wie bei Zogby sogar um fünf Punkten hinter John McCain zurück - ist die frühere First Lady als sein mögliche Stellvertreterin wieder im Gespräch.

In den Abend-News-Shows auf CNN und MSNBC spekulieren Kommentatoren wieder über einen möglichen Vize-Posten für die 60-jährige Hillary. Dennoch: Noch glaubt keiner so richtig an eine echte Chance, aber ausschließen will es niemand mehr. "Ich habe mich entschieden", erklärte Obama am Donnerstag gegenüber Journalisten in Virginia. "Mehr werdet ihr aber heute nicht erfahren." Spätestens am Sonnabend nachmittag wird es die Welt wissen. Per SMS will Obama seinen Anhängern die Entscheidung mitteilen. Kurze Zeit später plant er mit seinem frisch gekürten Vize-Kandidaten in Springfield, Illinois, einen ersten gemeinsamen Wahlkampf-Auftritt. Wird dann Hillary neben ihm stehen? Oder doch Joe Biden? Oder Tim Kaine? Oder Evan Bayh? Oder? Es darf weiter spekuliert werden. MEHR: http://www.cnn.com/2008/POLITICS/08/21/obama.vice.president/index.html
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