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Friday, February 20, 2009

Cheney zu Bush: "Mach es! Mach es jetzt!

Wenn eine alte Freundschaft zerbricht. Ex-Vize-Präsident Dick Cheney und George W. Bush (Foto) hatten, wie die New York Times berichtet, in den letzten Tagen ihrer Regierung einen bitteren Streit im White House.

Auslöser der Auseinandersetzung war ein möglicher Gnadenerlass des Präsidenten für Lewis "Scooter" Libby. Der frühere Stabschef von Cheney war 2007 nach dem Skandal um die Enttarnung einer CIA-Agentin unter anderem wegen Meineides zu 30 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Präsident Bush hatte das Urteil allerdings sofort in eine Bewährungsstrafe umgewandelt. Am Ende seiner Amtzeit wollte Cheney, dass Libby von "W" mit einem Gnadenerlass völlig freigesprochen werde. Bush lehnte das jedoch ab.

"Mach es endlich! Mach es jetzt", soll Cheney, Spitznahme Darth Vader (nach Star Wars), den Präsidenten im White House angeschrieen haben. Doch Bush blieb stur und lehnte es nach wiederholten Nachfragens seines Vizes sogar ab, überhaupt noch über das Thema zu reden. Cheney muss daraufhin vor Wut getobt haben.

Bis buchstäblich zur letzten Minute, dem Tag als Barack Obama zum neuen Präsidenten vereidigt wurde, versuchte Cheney Druck auf Bush auszuüben. Doch vergebens.

Wie es heißt sollen die beiden wegen dieses Vorfalles seitdem nicht mehr miteinander geredet haben. Cheney ist bis heute stocksauer auf Bush.

Thursday, February 5, 2009

Die Politik mit der Angst: Ex-Vize Cheney prophezeit katastrophalen Terroranschlag

Es hat keine drei Wochen gedauert, genauer gesagt nur 17 Tage bis Dick Cheney (Foto) sein Rentnerleben offenbar zu langweilig wurde. Mit einer ersten Breitseite gegen den neuen Präsidenten Barack Obama hat sich der Ex-Vize-Präsident der Bush-Regierung wieder auf die politische Bühne zurückgemeldet.

„Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Terroristen versuchen werden, einen katastrophalen, einen nuklearen oder biologischen Angriff zu verüben“, polterte Angstmacher Cheney in einem Interview mit Politico.com und sagte damit das, was Geheimdienste schon seit Jahren und auch schon unter der Bush-Cheney-Regierung prophezeiten.

Was die Aussage von Cheney so brisant macht, ist seine offene Unterstellung, dass Obama daran Schuld haben könnte. Er befürchte, so Cheney, „das die Politik der Obama-Regierung einen solchen Anschlagsversuch wahrscheinlicher macht“.

Cheney greift mit seiner unverantwortlichen Unterstellung direkt die von Obama angekündigte Schließung des Gefangenenlagers in Guantanamo Bay und das generelle Ende der Folter von Terroristen an. Letzeres eine Praxis, die Dick Cheney, Spitzname Darth Vader (aus Star Wars, Foto), befürwortet hat.

„Wenn die Verantwortlichen sich mehr Gedanken darüber machen, den Al Qaida Terroristen ihre Rechte vorzulesen, als die Vereinigten Staaten vor denen zu schützen, die nicht anderes wollen, als Amerikaner zu töten, dann mache ich mir Sorgen“, wettert Cheney, gegen die neue Politik der Obama-Regierung. Es ist eine böswillige Unterstellung, die nur ein Ziel hat: Angst zu verbreiten.

„Das Land zu verteidigen und für Sicherheit zu sorgen“, erklärte Cheney weiter, „ist eine hartes, gemeines, schmutziges und fieses Geschäft.“ Eine Aussage, die man Cheney sofort abnimmt. Immerhin hat er acht Jahre lang gezeigt wie schmutzig eine Politik sein kann.

Sunday, January 11, 2009

Folter: Barack Obama schließt juristische Schritte gegen Bush-Regierung nicht aus

Das White House eine Crime Scene? Der künftige Präsident Barack Obama will juristische Ermittlungen gegen die Bush-Regierung nicht ausschließen

Genug ist genug. Nachdem Vize-Präsident Dick Cheney erneut Folter von Gefangenen, insbesondere Waterboarding (dabei hat das Opfer das Gefühl zu ertrinken) verteidigt hat, denkt der künftige Präsident Barack Obama darüber nach, gegen Mitglieder der Bush Regierung strafrechtlich ermitteln zu lassen. "Wir prüfen, wie wir das Thema Verhöre, Inhaftierungen und so weiter angehen", sagte Obama in einem Interview mit dem TV-Sender ABC.

Dick Cheney hatte zuvor Waterboarding zum wiederholten Male öffentlich verteidigt. „In drei Fällen sei es angewendet worden“, sagte Cheney gegenüber CNN. „Und zwar mit Erfolg.“ Ein Gefangener sei Chalid Scheich Mohammed gewesen, der Kopf der Anschläge vom 11. September. Der Terrorist habe eine Fülle von Informationen über das Terrornetzwerk preisgegeben, so der 67-jährige Cheney: "Die Hälfte von allem, was wir lange über Al-Qaida wussten, kam von dieser Quelle." Das sei ein "bemerkenswerter Erfolg" gewesen.

Auch Noch-Präsident George W. Bush stellte sich hinter die umstrittenen Foltermethoden. Obama solle sorgfältig abwägen, bevor er die Praktiken in Frage stelle, erklärte der 62-Jährige gegenüber dem erzkonservativen TV-Sender Fox News. „Die Methoden sind notwendig gewesen und auch weiter nötig, um an Informationen zum Schutz der US-Bürger zu kommen.“ (Foto-Illustration: Die Polizeifotos von George W. Bush und Dick Cheney)

Barack Obama machte dagegen erneut deutlich, was er von den durch die Genfer Konvention verbotenen Verhörmethoden halte: "Für mich ist Waterboarding Folter", sagte Obama und kritisierte damit direkt Dick Cheney. Der 47-jährige künftige White Chef versicherte. "Ich habe zugesagt, dass wir während meiner Präsidentschaft nicht foltern werden."

Saturday, January 10, 2009

Dick Cheney: Ein hoffnungsloser Fall

In seinen letzten Tage als Vize-Präsident scheint Dick Cheney noch einmal auf einen Werbefeldzug für die gescheiterte Bush-Regierung zu gehen. Der 67-Jährige (Spitznahme: Darth Vader aus der Kultserie Star Wars, Foto) kann nicht erkennen, dass Waterboarding und andere Folter von Gefangenen gesetzeswidrig sein sollte. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP erklärte Cheney: "Ich habe keinen Grund zu glauben, dass irgend jemand bei den Geheimdiensten etwas Illegales getan haben könnte."

Der bald Ex-Vize verteidigt nicht nur die CIA-Methoden, die selbst sein republikanischer Parteifreund John McCain während des Wahlkampfes immer wieder heftigst kritisiert hatte. Cheney singt auch noch ein Loblied auf das "Waterboarding", eine Foltermethode, die durch die Genfer Konvention verboten ist und bei der der Gefangene das Gefühl hat zu ertrinken. "Nur Leute mit großem Urteilsvermögen haben das getan: Leute, die wussten, was sie tun. Wir haben dadurch viele wichtige Geheiminformationen bekommen."

Auch in der Finanz- und Wirtschaftskrise sieht Cheney übrigens keine Schuld bei der amtierenden Regierung. "Ich denke nicht, dass sich Bush dafür entschuldigen muss. Er musste ohne Zögern und aggressiv gegen die Krise vorgehen. Und ich denke, Bush hat das getan."

Monday, January 5, 2009

Unverbesserlich

Vize-Präsident Dick Cheney ist einfach nicht zu helfen. Fehler einzugestehen ist seine Sache nicht. Im Gegenteil: Sechs Jahre nach der Invasion von US-Truppen in den Irak, tut der 67-Jährige so, als ob alles zum Besten läuft. „Wir haben unsere Ziele im Irak erreicht“, erklärte er voller Überzeugung in einem TV-Interview in der Sonntags-Politshow "Face the Nation" auf CBS. (Foto)

Im Zweistromland sind bis heute mehr als 4200 US-Truppen gestorben, mehr als 30.000 Soldaten wurden zum Teil schwer verletzt. Und selbst wenn die Gewalt in den vergangenen Monaten zurückgegangen ist, auch heute kommen täglich Irakis bei Bombenanschlägen ums Leben. Von einer friedlichen Demokratie wie sie sich Cheney erträumt hatte, ist das Land noch weit entfernt.

Dick „Darth Vader“ Cheney hält auch weiterhin die Gründe für den Einmarsch für absolut legitim. Er muss zwar zähneknirschend zugeben, dass die Geheimdienste vielleicht doch „falsch“ lagen bei ihrer Annahme, Saddam Hussein verfüge über Massenvernichtungswaffen. Die Berichte selbst hält Vize Cheney dennoch nicht grundsätzlich für erfunden.

„Saddam hatte die Technologie, das Personal und das Ziel Massenvernichtungswaffen zu produzieren“, sagte Cheney mit seinem typisch ernsten Gesichtsdausdruck. Woher er das allerdings wieder wissen will, ließ er unbeantwortet.

Monday, December 29, 2008

Das Zitat des Tages

"Ich habe keine Ahnung."
(Noch-Vize-Präsident Dick Cheney in einem Interview mit seiner Heimatzeitung Casper Star Tribune (US-Bundesstaat Wyoming) auf die Frage, wie er sich seine schlechten Umfragewerte erkläre. Nach der letzten Poll haben 64 Prozent ein negatives Bild von dem 67-Jährigen, jeder vierte Amerikaner hält ihn gar für den schlechtesten Vize-Präsidenten aller Zeiten. Cheney behauptet: "Ich lese keine Umfragen.")

Friday, December 26, 2008

CNN-Umfrage: Dick Cheney ist einer der schlechtesten Vize-Präsidenten aller Zeiten

Die scheidende US-Regierung scheint den Doppelten-Negativ-Rekord zu gewinnen. Schlechtester Präsident der vergangenen 50 Jahren, so lautet das Urteil unter vielen US-Kommentatoren und Umfragen über George W. Bush. Und jetzt hat auch dessen Vize, Dick Cheney, einen "deutlichen Sieg" errungen. In einer CNN-Opinion Research Poll haben 64 Prozent der Befragten ein negatives Bild von dem 67-Jährigen, fast jeder vierte bezeichnet Cheney gar als den schlechtesten Vize-Präsidenten in der Geschichte der USA.

Nach der CNN-Umfrage sagen 23 Prozent der Befragten, Cheney sei der "schlechteste Vize aller Zeiten", 41 Prozent sind der Meinung, er war "ein schlechter zweiter Mann". Dagegen meinen nur 34 Prozent, dass Cheney ein "guter Vize-Chef" gewesen sei. Ein Prozent der Befragten nennen ihn "den Besten von allen" (???).

Besonders negativ sind die Meinungen über Cheney bei den Demokraten, wo 80 Prozent sagen, er sei ein "schlechter" oder gar "der Schlechteste" Vize gewesen. Unter den Unabhängigen sind es 60 Prozent, die eine negative Meinung von ihm haben. Nur unter den Republikanern ist Cheney noch bei der Mehrheit seiner Parteikollegen beliebt.

Trotz aller negativen Meinungen, bei eins sind sich die Experten einig: Dick Cheney war einer der mächtigsten Vize-Präsidenten aller Zeiten.

CNN hatte 1013 Erwachsene gefragt. Die Fehlerquote liegt bei drei Prozent.

Monday, November 24, 2008

Präsident Bush unbelehrbar: „Ich bin hoch erfreut über den Verlauf des Irak-Krieges“.

US-Präsident George W. Bush hat im japanischen Fernsehen den Krieg im Irak erneut verteidigt. „Der Irak-Krieg war ein Erfolg und ich bin hoch erfreut über dessen Verlauf“, erklärte der 62-jährige Commander-in-Chief. „Ich denke, der Sturz von Saddam Hussein war richtig. Er war eine Bedrohung für die USA und viele Menschen glaubten, dass er Massenvernichtungswaffen hatte.“ (Foto: Bush bei seiner Mission Accomplisehd Rede auf dem Flugzugträger USS Abraham Lincoln am 1. Mai 2003)

Richtig, Massenvernichtungswaffen. Klar. Hat nicht die Bush-Regierung alles dafür getan, dass viele Menschen glaubten, Hussein hätte tatsächlich welche? Und hat nicht US-Verteidigungsminister Colin Powell - mittlerweile selbst ein Geläuterter - vor den Vereinten Nationen mit Plastikdöschen in der Hand erklärt, wie gefährlich Saddams Waffen-Arsenal ist (Foto, hinter Powell CIA-Chef George Tenet). Nur leider hat bis heute noch niemand diese Massenkiller gefunden.

Bis zum heutigen Tag hat auch noch niemand irgendwelche Verbindungen zwischen Hussein und Al Kaida finden können. Die Terrorgruppe gab es vor dem Krieg gar nicht im Irak, ist aber mittlerweile zu einer wirklichen Bedrohung im Zweistromland geworden. Und dass der irakische Diktator etwas mit den Anschlägen am 11. September 2001 zu tun hatte, dieses immer wieder gestreute Märchen glauben heute – zum Glück – auch nur noch die Unbelehrbaren der Welt.

Vergessen wollen wir auch nicht das Versprechen der Neokonservativen in der Bush-Regierung von einem kurzen Krieg. Zur Erinnerung: Der Waffengang hat am 20. März 2003 angefangen und ist noch immer nicht zu Ende. Und wo sind eigentlich die Blumen für die Befreier und Freudenfeste tanzender Irakis geblieben, die Vize-Präsident Dick Cheney prophezeit hat.

Die Statistik des Irak-Krieges zumindest kann die „Freude über den Verlauf des Krieges“ nicht bestätigen. Es ist eher eine traurige Bilanz. Bis heute sind 4204 US-Soldaten (plus 314 Soldaten verbündeter Staaten vor allem aus Großbritannien) getötet worden, mehr als 30.000 Männer und Frauen wurden zum Teil schwerverletzt.

Der immer noch andauernde Konflikt kostet den US-Steuerzahler jeden Monat 12 Milliarden Dollar! Die offizielle Schätzung aus dem US Congressional Budget Report rechnet mit Gesamtkosten des Irak-Krieges von 2,4 Billionen Dollar! eine Zahl mit elf Nullen (2400.000.000.000) !!

Sunday, November 23, 2008

New York Times Kolumnistin fordert sofortigen Rücktritt von Bush und Cheney

Gail Collins, Kolumnistin der New York Times, hat in der Sonntagsausgabe der angesehenen Zeitung Präsident George W. Bush und dessen Vize Dick Cheney zum Rücktritt aufgefordert. President Elect Barack Obama sollte sofort die Regierung übernehmen. Bush ist zurzeit auf seiner offiziell letzten Auslandsreise in Peru beim APEC-Gipfel der Pazifik-Anrainer-Staaten. Er plant aber noch einen unangekündigten Besuch bei den US-Truppen im Irak.

„Präsident Bush könnte Thanksgiving in dieser Woche zu einem wirklich ganz besonderen Feiertag machen“, schreibt Collins, die ihre Rücktrittsforderung mit der katastrophalen ökonomischen Situation begründet. „Unsere Wirtschaft bricht zusammen und an unserer Spitze herrscht ein Vakuum.“

Um sicher zu gehen, dass nicht aus Versehen Dick Cheney Präsident wird, fordert Collins den Vize auf, zuerst zurückzutreten, dann erst Bush. „Wir sind verzweifelt, aber nicht total dumm“. Das White House würde dann die drittmächtigste Person der US-Politik übernehmen: Die Sprecherin des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi. Diese ist Demokratin und könnte dann die Amtsgeschäfte auf Obama übertragen.

Die Gail Collins Kolumne aus der New York Times hier: http://www.nytimes.com/2008/11/22/opinion/22collins.html?_r=1&ref=opinion

Saturday, November 22, 2008

Mister President: I Beg Your Pardon

Es ist eine alte Tradition und es löst immer wieder heftige Diskussionen aus: Gnadengesuche. Jedes Mal wenn ein Präsident aus dem Amt scheidet, kann er sich vor Bittbriefen verurteilter Krimineller kaum retten. Das war bei Bill Clinton im Jahr 2000 so und ist auch bei George W. Bush nicht anders. 58 Tage haben die Gauner der Nation noch Zeit, den Präsidenten, der die Macht hat, Kriminelle von ihren Urteilen "freizusprechen", um Gnade zu bitten.

Insgesamt 157 Verurteilte hat George W. Bush in seiner achtjährigen Amtszeit bisher „begnadigt“. Nicht viele, im Vergleich zu seinem Vorgänger Bill Clinton. Der Demokrat hatte insgesamt 456 Personen, davon allein 140 in den letzten Tagen seiner Präsidentschaft, ein „Pardon“ gegeben. Unter ihnen war auch der in die Schweiz geflüchtete Wall Street Betrüger Mark Rich.

Präsident Bush (Foto) hat allein im vergangenen Monat 550 Gnadengesuche, plus etwa 60 im November erhalten, die er bis zum Ausscheiden durchschauen muss. Unter den Bittbriefen ist auch der „US-Taliban“ John Walker Lindh, der wegen Unterstützung der Terrorgruppe Al Kaida 20 Jahre im Gefängnis absitzen muss. Seine Chancen auf Gnade werden als geringer als Null eingestuft.

Generell gilt der 62-jährige Bush als kein großer Freund von „Pardons“. Dennoch, einige verurteilte Kriminelle können mit seinem „Freispruch“ rechnen. Ganz oben auf der Liste steht dabei Lewis „Scooter“ Libby (Foto l.) einer seiner engsten Vertrauten.

Der frühere Stabschef von Vize-Präsident Dick Cheney wurde wegen Falschaussage im Outing-Skandal von CIA Agentin Valerie Plame verurteilt. Bush hatte schon seine Gefängnisstrafe in eine Bewährungsstrafe geändert. Libby gilt als Top-Kandidat für ein „Pardon“, auch wenn er offiziell noch kein Gnadengesuch eingereicht haben soll.

Gute Chancen hat aber auch der so genannte Junk-Bond-König der Wall Street Michael Milken, der 1990 wegen Betruges verurteilt und 1993 bereits aus dem Gefängnis entlassen wurde. Und auch die Sprinterin und einstige Olympiasiegerin Marion Jones, die wegen Falschaussage im Doping-Skandal verurteilt wurde, hofft auf die Gnade des scheidenden Präsidenten. Unter den Kandidaten ist auch der gerade wegen Korruption verurteilte und seit Donnerstag Ex-Senator aus Alaska, Ted Stevens. Der 84-Jährige hat gute Chancen auf eine Begnadigung (Foto u.: Milken, Jones, Stevens von links).


Nicht mehr als vielleicht eine kleine Hoffnung auf Bush können dagegen Amerikas Hausfrau Nummer eins, Martha Stewart (Foto, verurteilt wegen Börsen-Insidergeschäften), und die beiden Enron-Verbrecher Jeffrey Skilling und Andrew Fastow (Foto: Fastow, Skilling v.l., verurteilt wegen diverser Verbrechen im Fall der Enron-Pleite) haben. Die beiden letzteren hätten aber mindestens das Bill-Clinton-Mark-Rich-Skandal-Niveau und würden George W. Bush wie seinen Vorgänger in arge Erklärungsnöte bringen.

Tuesday, November 4, 2008

Colorado und New Mexico

21:00 Uhr (3:00 Uhr MEZ): Die Karawane zieht gen Westen. Colorado und New Mexico - für beide Kandidaten zwei sehr wichtige Staaten. Obama führt nach den letzten Umfragen und könnte mit Colorado einen Red State auf seine Seite ziehen. Es wäre ein Signal für einen Sieg.

In den anderen Staaten dürfte McCain seine Führung in den Umfragen verteidigen können: Sein Heimatstaat Arizona wackelte während des Wahlkampfes nur kurz, wird aber wohl nicht fallen. Als sicher gelten: Wyoming (Heimatstaat von Dick Cheney), Nebraska und North Dakota. Dazu kommen noch zwei Staaten, Louisiana (McCain Country) und Rhode Island, das Obama gewinnen wird.

Sunday, November 2, 2008

Mission Accomplished Mister President!

Zwei Tage noch bis zu den Präsidentschaft-Wahlen am 4. November. Genau die richtige Zeit also, Abschied zu nehmen von dem amtierenden Commander-in-Chief, George W. Bush. Acht Jahre hat der mittlerweile ergraute 62-Jährige im Oval Office regiert oder auch nicht, wie viele seiner Kritiker sagen. Was bleibt also von "Dubya"?


Bye, bye Mister President. Nach acht Jahren geht George W. Bush in Pension


Eine ganz persönliche Hitliste von "Elf Dingen, für die George W. Bush in die Geschichte der USA eingehen wird".

1. . . . für ein Rekord-Defizit von 482 Milliarden Dollar und einen Rekord-Schuldenberg von zurzeit mehr als zehn Billionen Dollar, genau: 10,530,893,033,778.21 Dollar!

2. . . . für die längsten Ferien, die sich ein Präsident in der Geschichte der USA während seiner Amtzeit genommen hat: etwa 499 Tage oder ein Jahr, 4 Monate und knapp zwei Wochen. Die Nummer 2 der dauerurlaubenden Präsidenten, Ronald Reagan, schaffte nur 418 Tage.

3. . . . für die döofste Geste einem anderen Staats-Chef gegenüber (Nackenmassage bei Angela Merkel)

4. . . . für das ergebnislose Mäandern durch die Höhlen Afghanistan. Terror-Chef Osama bin Laden, mit einer Größe von zwei Metern eigentlich nur schwer zu übersehen, läuft immer noch frei herum.

5. . . . für die "Mission Accomplished im Irak Rede" am 1. Mai 2003 auf dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln. Der Krieg im Irak ist bis heute nicht zu Ende und kostet täglich Dutzende von Menschenleben und zehn Milliarden Dollar im Monat.

6. . . . für die Verstaatlichung der wichtigsten US-Banken durch die Freie Marktwirtschaft.

7. . . . für das Versagen bei einer der größten Naturkatastrophen in der Geschichte der USA, Hurrikan Kathrina.

8. . . . für einen der unbeliebtesten aber mächstigsten Vize-Präsidenten der US-Geschichte, Dick "Darth Vader" Cheney.

9. . . . für den Club-Med Knast in Guantanamo Bay, Kuba.

10. . . für die Weigerung, den Umweltvertrag von Kyoto zu ratifizieren.

11. . . für den Titel unbeliebtester US-Präsident seit dem Wategate skandalösen Richard Nixon. Nur 24 Prozent der US-Bürger sind mit der Arbeit von Bush zufrieden.

"Darth Vader" für McCain

Wer solche Freunde hat, muss sich um eine Niederlage bei den Präsidentschafts-Wahlen keine Sorge mehr machen. Wenige Tage vor dem Urnengang hat sich auch der republikanische Bush-Vize Dick Cheney (Foto) auf die Seite von John McCain geschlagen.

„Ich bin hoch erfreut, sagen zu können, dass ich John McCain unterstütze“, erklärte Cheney. „Ich bin ebenso erfreut darüber, dass er eine Vize-Kandidatin ausgesucht hat mit Manager-Erfahrungen, Durchsetzungskraft und großem Menschenverstand, unsere nächste Vize-Präsidentin Sarah Palin“. John McCain wird sich bedanken. Verzweifelt versucht er sich im Wahlkampf von der Bush-Regierung zu distanzieren und dann das.

Der 67-jährige Cheney hat für den Kandidaten der Republikaner nicht nur herzliche Worte. Er will für ihn sogar Stimmen sammeln – in Wyoming seinem Heimatstaat. Viel Wahl-Erfahrung zeigt Cheney dadurch nicht. Denn egal wie viele Staaten Barack Obama auch immer gewinnen sollte, Wyoming ist so tief republikanisch, dass es mit fast 100 prozentiger Sicherheit nicht dabei sein wird.

Was soll also die öffentliche Fürsprache von „Darth Vader“ wie einer der unbeliebtesten aber mächtigsten Vize-Präsidenten in der Geschichte der USA in Anspielung auf die Star Wars Figur verspottet wird? Sabotage oder (zu)späte Erleuchtung?

Geholfen hat das Cheney Bekenntnis McCain bestimmt nicht. Dafür aber Barack Obama. Der Demokrat ließ Dick Cheney gleich in einem neuen Werbespot aufnehmen (Foto), in dem er erklärt: “Wer in 90 Prozent aller Fälle Bush unterstützt, kann keine neue Politik versprechen. McCain verdient die volle Unterstützung von Dick Cheney.”

Sunday, August 31, 2008

„Gustav“ wirbelt Republikaner durcheinander

Das Xcel Energy Center in Minneapolis/St. Paul (Bundesstaat Minnesota) kurz vor der Eröffnung der Republican Convention am Montag

Hurrikan „Gustav“ bedroht nicht nur die US-Golfküste und New Orleans, sondern auch den mehr als 1900 Kilometer entfernten Parteitag der Republikaner in Minneapolis/St. Paul. John McCain, der sich auf der Convention auch ganz offiziell zum Präsidentschafts-Kandidaten nominieren lassen wollte, kündigte an, den Parteitag wegen der drohenden Katastrophe an der US-Golfküste auf das Nötigste zu beschränken.

„Wir werden nur an den Dingen festhalten, die absolut notwenig sind, sagt der 72-Jaehrige am Sonntag. Es sei jetzt aber an der Zeit, dass „wir unsere Republikaner-Hüte absetzen, unsere amerikanischen Hüte aufsetzen und sagen Amerika, wir sind bei dir“. Auf keinem Fall, so McCain, dürften "dieselben Fehler" wie beim Hurrikan "Katrina" gemacht werden. Zum ersten Mal in der Geschichte wird damit wegen einer möglichen Naturkatastrophe der Ablauf eines Parteitages so massiv geändert.

Präsident George W. Bush und sein Vize Dick Cheney, die am Eröffnungstag auf der Convention sprechen wollten, sagten ihre geplanten Auftritte wegen "Gustav" ab. Eine Absage, die für McCain auch ein Glücksfall sein könnte. Nur 30 Prozent der Amerikaner sind mit der Arbeit des Präsidenten zufrieden (unter Republikanern liegt die Quote allerdings bei 63 Prozent) und Cheney gilt als einer der "unbeliebtesten Vize-Chef aller Zeiten". Im Wahlkampf versucht McCain alles, um nicht als "Bushs dritte Amtzeit" (Barack Obama) - zu gelten.

Nach den Vorhersagen wird „Gustav“ am Montag nur wenige Stunden vor dem offiziellen Beginn der Convention die US-Golfküste erreichen. Fast zwei Millionen Menschen sind auf der Flucht vor dem „Jahrhundertsturm“. Der Bürgermeister von New Orleans, Ray Nagin, ordnete eine Zwangevakuierung der Stadt an. 90 Prozent der Bewohner sollen "The Big Easy“ verlassen haben.
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