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Tuesday, November 4, 2008

Karl Rove: "Erdrutschsieg für Obama"

Am Tag der Wahl glaubt auch „The Architect“ von Präsident George W. Bushs Wahlsieg von 2000 und 2004 nicht mehr an John McCain. “Barack Obama, so schreibt er auf seiner Webseite http://rove.com/election, wird gewinnen. Es wird ein Erdrutsch-Sieg.

Das Wahl-Genie der letzten Jahre sieht den Demokraten mit 338 Wahlmänner (270 sind für den Sieg nötig) zu 200 Wahlmännern für John McCain deutlich vorne. Die größte Differenz seit 1996.
Obama gewinnt laut Rove die Swing States: Ohio, Virginia, Colorado, Nevada und New Mexico und halt Pennsylvania. McCain dagegen kann Indiana, North Carolina, North Dakota und Missouri halten. Für einen Stimmungswandel reiche das aber nicht.

Warten wir ab, ob Karl Rove noch immer das Wahl-Genie ist.

Obamas erster Sieg

Ein Zeichen? Barack Obama hat seinen ersten Wahlkreis gewonnen: Dixville Notch in New Hampshire. Der kleine Ort öffnet seine Wahllokale (Foto) immer um 0.01 Uhr in der Nacht zum Wahltag und ist traditionell damit auch immer der erste, der seine Stimmen ausgezählt hat.

Das Ergebnis war ein deutlicher Sieg für den Demokraten: 15 Bürger stimmten für Obama, 6 für John McCain. Der Demokrat gewann damit zum ersten Mal in Dixville Notch seit 1968. Bei den Wahlen 2004 konnte noch George W. Bush deutlich mit 19 zu sieben Stimmen über seinen Rivalen John McCain triumphieren.

Monday, November 3, 2008

Wahl-Vorschau: Entscheidung um 20:00 Uhr?

Die Wahlnacht könnte zum Marathon werden oder zu einem Sprint. Kann der Demokrat Barack Obama seinen oft deutlichen Vorsprung in den wichtigen Swing-States halten, wissen die Amerikaner, weiß die Welt möglicherweise schon um 20:00 Uhr US-Ostküstenzeit, wer der neue Präsident der Vereinigten Staaten sein wird.

Zu diesem Zeitpunkt werden die Wahllokale in den wichtigen Bundesstaaten Indiana, Ohio, Florida, Virgina und Pennsylvania geschlossen sein (siehe Karte) und die ersten Hochrechnungen eingehen.

Die Schließung der Wahllokale nach Bundestaaten. An der Ostküste werden bereits kurz nach 20:00 Uhr fast alle Hochrechnungen laufen und der nächste Präsident der USA möglicherweise schon feststehen


Kann Obama diese Staaten für sich entscheiden, gibt es kein Halten mehr. Zu diesem Zeitpunkt - das wüsste auch John McCain wäre die Wahl gelaufen. Dann könnte wirklich nur noch ein Wunder die Kehrtwende bringen.

Aber es könnte auch ein langer Wahl-Marathon werden. Zum einen, wenn die Wahlbeteiligung so groß sein wird wie erwartet und sich lange Schlangen vor den Wahlurnen bilden sollten. Oder wenn John McCain, das Comeback-Kid, doch noch kurz vor Schluss einen Stimmungswandel schafft.

Gewinnt er Ohio, Florida und Missouri und kann Pennsylvania, wo er viel Zeit und Geld investiert hat, für sich drehen, kämpft der 73-Jährige Kopf-an-Kopf mit Obama um das White House. Wenn er allerdings weder Ohio, noch Florida gewinnen kann und auch Pennsylvania verliert, ist die Wahl gelaufen. Zu diesem Zeitpunkt nützen McCain auch Nevada, Colorado und New Mexico nichts mehr. Dann müsste Arnold Schwarzenegger ihm schon Kalifornien liefern. Und das ist bekanntermaßen für einen Republikaner und selbst für einen mit einem so berühmten Namen ein aussichtsloses Unterfangen.

Die Electoral Votes Karte nach den jüngsten Umfragen. Pollster-Experte David Paleologes, der die letzten Wahlen korrekt voraussagte, hat allerdings überraschend Colorado, wo Obama eigentlich deutlich vorne liegt, McCain gegeben. Auch New Mexico hält er trotz der klaren Führung des Demokraten noch für einen Battleground State

Der Bradley-Effect - oder warum Barack Obama die Wahlen noch verlieren kann

Was soll eigentlich noch schief gehen? Barack Obama führt gegenüber seinem Rivalen John McCain in den meisten Umfragen deutlich mit acht und mehr Prozent. Der 47-Jährige hat alle Chancen neuer Präsident zu werden und damit Geschichte zu schreiben. Der erste schwarze Präsident der USA – 45 Jahre nach der berühmten Rede von Martin Luther King „I have a Dream“. Diesem Traum könnte Amerika am 4. November 2008 einen großen und wichtigen Schritt näher kommen.

Doch Wahlbeobachter warnen: Obama kann noch immer verlieren. Viele Gründe könnten das erwartete Resultat in letzter Minute doch noch verändern. Einer der wichtigsten: Der „Bradley Effect“.

Das Phänomen: In der Wahl-Kabine könnten weiße Wähler doch noch Hemmungen bekommen, für einen Schwarzen Kandidaten zu stimmen und ihr Kreuz McCain geben. Die Dunkelziffer derer, die bei Umfragen „kein Problem mit einem schwarzen Kandidaten haben“, am Wahltag dann aber doch „weiß“ wählen, wird auf bis zu sechs Prozent geschätzt.

In den USA nennt man das Phänomen den „Bradley Effect“ oder auch Wahlkabinen-Rassismus. Hintergrund: 1982 bewarb sich der schwarze Tom Bradley für das Amt des Gouverneurs von Kalifornien. Drei Wochen vor der Wahl führte er deutlich mit 15 Prozent und selbst am Wahltag hatte er eine so überwältigende Führung in den „Exit Polls“ (Umfragen von Wählern, nachdem sie ihre Stimme abgegeben hatten), dass der San Francisco Chronicle ohne auf das Endergebnis zu warten, titelte: „Bradley gewinnt“. Am Ende verlor der Spitzenreiter mit 52.000 Stimmen gegen seinen Rivalen mit weißer Hautfarbe.

Ob auch diesmal der „Bradley Effect“ greifen und Obama vom Einzug ins Weiße verhindern könnte, gilt zwar als eher unwahrscheinlich. Ausschließen kann es jedoch niemand. Obama selbst gibt sich optimistisch. Schon bei den Vorwahlen habe man ihm aus diesem Grund eine Niederlage prophezeit. „Doch“, so sagt Obama, „ich bin immer noch im Rennen.“

Letztendlich wird erst der Wahltag zeigen, wo das Land tatsächlich steht. Eine Niederlage für Obama aus rassistischen Gründen wäre jedoch nicht nur eine politische, sondern vor allem eine moralische Katastrophe für Amerika.

Thursday, October 30, 2008

Promis drohen USA zu verlassen, wenn. . .

Es ist schon fast Tradition: Kurz vor einer Präsidentschafts-Wahl in den USA drohen Promis das Land zu verlassen, falls nicht ihr und damit der "richtige" Kandidat ins White House einziehen sollte. Ernst hat es noch niemand genommen und eine extra Stimme eines Unentschlossenen für den Kandidaten, der das Dableiben der Berühmtheiten sichern würde, hat es wohl auch noch nie gegeben. Oder wird irgendjemand Obama oder McCain wählen, nur um einen Hollywood-Star im Land zu halten? Ich hoffe nicht?

Dennoch: Die Liste der Stars, die bei einem Wahlsieg des Republikaners John McCain mit Landesflucht drohen, wächst. Die jüngste Ankündigung kommt von Supermodel Heidi Klum und deren Mann Seal (Foto). „Wenn McCain gewählt wird und das Land weiter in den Abgrund schlittert, werden wir die USA verlassen“, erklärte Seal in einem Interview mit Vanity Fair. „Wir haben damit kein Problem.“ Wohin Seal mit Heidi gehen will, verriet der britische Soul-Singer nicht.

Neben dem Promi-Paar haben auch schon Oscar-Preisträgerin Susan Sarandon angekündigt, im Falle eines McCain Sieges aus Amerika auszuwandern. Sarandon zieht es dann nach Kanada oder Italien. Auch Barbra Streisand plant der USA den Rücken zu kehren, genauso wie die Schauspiel-Stars Alec und William Baldwin. Die allerdings hatten das bereits bei einem Wahlsieg von George W. Bush angekündigt, zwei Mal um genau zu sein, im Jahr 2000 und 2004. Die Baldwin Brüder leben noch immer in ihren nicht gerade bescheidenen Anwesen auf Long Island.

Einer der Baldwins wird aber nach dem 4. November seine Koffer packen müssen. Denn Alecs und Willams jüngerer Bruder Stephen will gehen, wenn Obama gewinnt. Bei den letzten Umfragen, die einen klaren Sieg erwarten lassen, sollte der Schauspieler vielleicht schon mal vorsichtshalber ein Flugticket buchen.

Große Probleme bei der Umsetzung ihrer Drohung, bei einem Sieg von McCain/Palin aus den USA zu flüchten, dürfte Tina Fey (Foto) bekommen. Das gefeierte Comedy-Double von Vize-Kandidatin Sarah Palin brauchte im Ernstfall schon ein Raumschiff. Ihre Ankündigung: "Wenn Palin Vize wird, habe ich genug und werde die Erde verlassen.“

Saturday, October 11, 2008

Barack Osama for President

Es musste ja mal passieren. Ein Versprecher, ein Buchstabendreher: Obama, Osama. Da kann man schon durcheinander kommen. Der eine ist ja auch NUR Präsidentschafts-Kandidat und wird immer noch von vielen US-Bürgern als Moslem oder seit neuesten als „Araber“ beschimpft (Obama ist überzeugter Christ und Amerikaner). Und der andere ist ja NUR Osama bin Laden, weltweit gesuchter Chef des Terror-Netzwerkes Al Kaida.

Dass aber ein Wahlkreis in Upstate New York seinen Briefwählern „Barack Osama“ (Foto) zur Wahl stellt, ist ein Skandal. Das ist unentschuldbar. Da nützt es auch wenig, dass Republikaner und Demokraten gemeinsam für den peinlich gefährlichen Fehler verantwortlich sind.

„Es war keine Absicht“, versuchte sich das Wahl-Komitee in Rensselaer County, etwa drei Autostunden nördlich von New York City entfernt, zu entschuldigen und schickte den Betroffenen per Fax ihr schriftliches Bedauern. Allerdings erst als es die ersten Beschwerden der Wähler gab. Angeblich hätten drei von einander getrennte Stellen den Wahlzettel gecheckt. Und niemand hat den Fehler entdeckt? Insgesamt 300 Briefwahlbögen wurden mit dem Namen des Terrorführers ausgegeben und später wieder eingesammelt.

Wie gesagt: Es musste ja einmal passieren. Aber es hätte nie passieren dürfen!

Friday, October 10, 2008

Obama-TV

Obama-Fernsehen vor der Präsidentschafts-Wahl

Wer es sich leisten kann. Sechs Tage vor der Präsidentschafts-Wahl am 4. November will Barack Obama noch einmal massiv für sich selbst werben. Und dafür will der 47-Jährige tief in die Spendenkasse greifen. Obama plant am 29. Oktober eine 30 Minuten lange Dauerwerbesendung auf den größten TV-Stationen des Landes. Und zwar zur Hauptsendezeit von 20:00 bis 20:30 Uhr. Mit CBS und NBC ist er sich bereits einig.

Doch zwei Stationen scheinen nicht genug. Weitere Verhandlungen laufen mit ABC und mit dem konservativen, McCain unterstützenden – Geld ist bekanntlich parteilos - Sender Fox. Letzterer könnte aber noch aussteigen, falls das Finale der Baseball-Meisterschaften noch nicht entschieden ist. Dann gibt es auf Fox statt Obama Sport, was dem Sender noch mehr Werbe-Millionen einbringen würde.

Über Inhalt und Kosten des Obama-Fernsehens schweigt das Camp des Demokraten. Insider sprechen von mindestens zwei Millionen Dollar pro Sender, die der Kandidat für den Werbeblog zahlen werde. Vermutlich werden es aber noch deutlich mehr sein.

Ach ja, die TV-Sender sind übrigens verpflichtet auch John McCain die gleiche Werbezeit einzuräumen. Es gibt allerdings ein Problem: Der Republikaner, gebunden an das staatliche System der Wahlfinanzierung, hat dafür eigentlich kein Geld mehr. Sein Gesamt-Budget von 84 Millionen Dollar soll fast aufgebraucht sein. Obama dagegen, der seine Kampagne ganz durch private Spenden finanziert, kann weiterhin aus dem Vollen schöpfen. Allein am vergangenen Montag hat der Kandidat mal eben 3,3 Millionen Dollar für TV-Werbespots ausgegeben. Bis zur Wahl könnten es insgesamt weitere 90 Millionen Dollar werden. Verglichen mit McCain gibt Obama jeden Monat etwa doppelt so viel aus wie sein republikanischer Rivale.

Große Werbeblöcke zu kaufen, ist im US-Wahlkampf nicht neu aber eher ungewöhnlich: Zuletzt investierte 1992 der unabhängige und Milliarden schwere Kandidat Ross Perot in 30 Minuten Werbezeit on block. Geholfen hat es ihm bekanntlich nichts. Perot hatte keine Chance gegenüber seinen Kontrahenten Bill Clinton und George Bush.

Tuesday, September 23, 2008

Die Wahrheiten des Bill Clinton

Damenrunde mit Bill Clinton - der Ex-Präsident in der Talkshow "The View"

Jetzt wissen wir es endlich. Oder doch nicht?

Hillary Clinton wollte nie Vize-Präsidentin unter Barack Obama werden. Sie hätte den Posten allerdings, wenn er ihr angeboten worden wäre, aber angenommen. Das zumindest hat ihr Mann, Bill Clinton, in der TV-Damen-Talkrunde „The View“ erklärt.

„Nein, nicht wirklich“, antwortete der 42. Präsident der USA auf die Frage, ob Hillary Vize-Kandidatin werden wollte. „Wenn Obama sie allerdings gefragt hätte“, so Clinton, „hätte sie auch angenommen. Es wäre ihre Pflicht gewesen.“

Bleibt die Frage, ob das alles so stimmt. Nach allen bisherigen Berichten soll Obama nicht ernsthaft über einen Vize Hillary Clinton nachgedacht haben.

Und einmal die Gegenfrage gestellt: Was wäre eigentlich, wenn Bill Clinton sechs Wochen vor der Wahl die Entscheidung von Obama als falsch kritisiert hätte? Vielleicht sollte man den Ex-Präsidenten noch einmal nach dem 4. November fragen.

Saturday, August 23, 2008

It's Joe

Barack Obama und Joe Biden: Erster gemeinsamer Auftritt in Springfield, Illinois
Es ist Joe Biden. Das wochenlange Spekulieren hat ein Ende. Der 65-jährige Senator aus dem kleinen Ostküsten-Staat Delaware soll an der Seite von Barack Obama Vize-Präsident werden. In einer Text Message am frühen Morgen (3:04 ET) verkündete Obama seinen Anhängern die Botschaft. Überraschend kommt die Wahl nicht.

Biden, seit 1973 Senator und seit 30 Jahren im Auswärtigen Ausschuss hat Stärken, die die Schwächen von Obama ausgleichen könnten: Biden gilt als stilsicherer und geschickter Diplomat und Außenpolitiker (er kommt gerade von einem Trip aus der Kriegsregion im Kaukasus zurück). Zusätzlich ist der einfache Sohn eines Autohändlers bei Amerikas Arbeiterklasse, den "Blue Color" Wählern, sehr beliebt. Eine Gruppe, bei der Obama in den Vorwahlen gegenüber Hillary Clinton deutlich verloren hatte. Wichtig konnte der vierfache Vater Biden (seine erste Tochter Naomi starb 1972 zusammen mit seiner ersten Frau Neilia bei einem Unfall mit einem betrunkenen Truck-Fahrer) für Obama aber auch in der erwarteten Schlammschlacht zwischen Republikanern und Demokraten werden. Biden weiß sich zu wehren. In Washington gilt er als "Attack Dog", der seinen Gegner wenn nötig sehr hart und direkt angreift. Doch Biden gilt auch als auch Risiko. Er ist bekannt für sein "loses Mundwerk". Selbst seinen künftigen Chef Obama griff er während des Vorwahlkampfes nicht gerade freundlich an: "Er ist der erste Afro-Amerikaner, der wortgewandt, clever, sauber und gutaussehend ist", spottete er und musste sich daraufhin öffentlich entschuldigen. Stoppen konnte das Biden, einst ein enger Vertrauter von Hillary Clinton, bei seinen Attacken auf Obama nicht. Bei einem anderen Angriff bemängelte er dessen "fehlendes außenpolitisches Profil", seine "Unerfahrenheit" und bilanzierte: "Obama ist nicht bereit dafür, Präsident zu werden!" Diese Einschätzung dürfte sich mittlerweile geändert haben.

Randnotiz: Hillary Clinton, über die diese Woche in den US-Medien erneut spekuliert wurde, hatte - wie man heute weiß - nie eine Chance auf den Vize-Posten. Laut US-Medienberichten stand sie NOCH NICHT EINMAL AUF DER OBAMA-LISTE!!
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