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Thursday, March 12, 2009

Keine Gnade: Drei Jahre Gefängnis für Schuh-Attacke auf George W. Bush

Sein Helden-Status hat ihm nichts genutzt. Der irakische Journalist, Muntagdhar al-Zeidi, der im Dezember Präsident Bush während einer Pressekonferenz mit zwei Schuhen beworfen hat (Foto), muss ins Gefängnis.

Ein Gericht in Bagdad verurteilte den von vielen Irakis als Held verurteilten Schuh-Werfer zu drei Jahren Haft. Al-Zeidi hatte dabei noch Glück. Die Höchststrafe liegt für einen “Anschlag auf einen ausländischen Staatschef“ bei 15 Jahren.

Friday, January 30, 2009

Schuh-Attacke auf George W. Bush - dem Angreifer wurde jetzt ein Denkmal gesetzt

Für Ex-Präsident George W. Bush dürfte es wie eine zweite Schuh-Attacke sein. Eine, die ihn tief verletzen dürfte.

Im irakischen Tikrit – dem Geburtsort von Ex-Diktator Saddam Hussein – steht seit dieser Woche auf einem Sockel eine übergroße Abbildung eines braunen Schuhs (Foto). Das „Kunstwerk“ wurde am Dienstag zu Ehren des irakischen Journalisten und Schuhwerfers Muntazer al-Zaidi enthüllt.

Die irakische Regierung hatte die Skulptur offenbar nicht verhindern können. Unter dem „Denkmal“ steht in arabischen Buchstaben der Satz: „Muntazer fastet so lange bis das Schwert seine Fastenzeit mit Blut und Stille unterbrechen wird und unsere Münder endlich die Wahrheit sagen.“

Muntazer, ein Reporter einer irakischen TV-Station, hatte am 14. Dezember während einer Pressekonferenz von Iraks Premierminister Nouri al-Maliki und George W. Bush in Bagdad seine beiden Schuhe nach dem US-Präsidenten geworden (Foto). In arabischen Staaten ist eine solche Attacke Ausdruck tiefster Verachtung der Person.

Muntazer, der Bush auf seiner letzten Auslandreise als US-Präsident nur knapp verfehlte, sitzt seitdem im Gefängnis. Er hat einen Anwalt abgelehnt und will sich vor Gericht selbst verteidigen. Muntazer droht eine hohe Gefängnisstrafe.

Letzte Meldung: Die irakische Regierung hat am Freitag die Behörden in Tikrit aufgefordert, das "Kunstwerk" wieder abzubauen.

Wednesday, January 21, 2009

Obamas erster Tag: Es ging Schlag auf Schlag

Auch optisch bricht Präsident Barack Obama mit der Bush-Regierung: Er sitzt ohne Jackett im Oval Office. Für George W. Bush war das undenkbar

US-Präsident Barack Obama hat an seinem ersten Tag nicht viel Zeit verloren, um die Politik der Bush-Regierung zu revidieren. Um 8:35 Uhr marschierte er ins Oval Office, zehn Minuten später kam sein Stabschef Rahm Emanuel - die Arbeit begann.

Es ging Schlag auf Schlag an diesem ersten Tag der Präsidentschaft von Barack Obama. Ein Überblick:

- Obama stoppt die Militär-Tribunale in Guantanamo Bay, Kuba. Folter von Gefangenen ist künftig verboten. Die Schließung des Lagers kündigt er an.

- Obama schaltet sich direkt in den Nahost-Konflikt ein. Er telefoniert mit dem Palästinenser Führer Mahmud Abbas, mit dem König von Jordanien, mit dem Präsidenten Ägyptens und mit Israels Prime Minister Ehud Olmert. Obama kündigt an, schon bald einen neuen Beauftragten für den Nahen Osten zu ernennen.

- Obama verkündet hohe ethnische Standards für Lobbyisten im White House. Geschenke sind künftig tabu, kleinere Gefallen ebenfalls. Und: Ehemalige Mitarbeiter des White House können nicht als Lobbyisten wieder ins White House zurückkehren.

- Obama friert alle Gehälter seiner White House Mitarbeiter ein, die mehr als 100.000 Dollar verdienen. „Amerikas Familien müssen den Gürtel enger schnallen. Ich erwarte das von meinen Mitarbeitern auch", erklärt er.

- Obama verkündet: Schluss mit den Geheimnissen der US-Regierung. Er fordert von allen Ministerien eine neue Offenheit, eine neue Transparenz. Selbst ihn persönlich schließt er ein. Der Präsident darf künftig nicht mehr allein entscheiden, was Staatsgeheimnis ist. Noch mindestens eine zweite, unabhängige Person muss den Top Sercret Stempel bestätigen.

- Obama trifft sich mit seinen militärischen Beratern. Obama will die US-Truppen aus dem Irak innerhalb von 16 Monaten abziehen und den Kampf gegen die Taliban in Afghanistan verstärken.

- Obama trifft sein Wirtschafts-Team (der designierte Finanzminister Timothy Geithner fehlt, er ist wegen seiner "Steuerschuld" vom Finanzausschuss noch nicht bestätigt worden.) und diskutiert über die Lösung der Wirtschafts- und Finanzkrise sowie sein 750 Milliarden teueres Stimulierungs-Programm für die US-Ökonomie.

Nicht schlecht für den ersten Tag im Oval Office: Ach ja, zwischendurch ging Obama noch zur Kirche, vereidigte seine White House Mitarbeiter und begrüßte „Normalbürger“ zusammen mit First Lady Michelle Obama beim Tag der Offenen Tür im White House.

Tuesday, January 13, 2009

Rechfertigungen eines Gescheiterten

George W. Bush arbeitet an seinem Eintrag in den Geschichtsbüchern. In einer letzten Pressekonferenz hat sich der Noch-Präsident von der versammelten White House Presse verabschiedet. Der 62-Jährige gestand in seinem 45 Minuten Auftritt ein paar Fehler ein aber nichts Großes.

„Meine Bilanz ist gut und kann sich sehen lassen", sagte Bush selbstbewusst. Und: "Wenn ich Zuhause in den Spiegel schaue, bin ich stolz darauf, was ich dort sehe.“ Es gab viel Gestik und Mimik (Fotos) auf seiner letzten PK, aber wenig Einsicht. Und fast jeder Satz hatte ein großes ABER in sich:

Ja, er hätte kurz nach der Invasion in den Irak die Rede vor dem Hintergrund „Mission Accomplished“ auf dem Flugzeugträger Abraham Lincoln nicht halten dürfen. ABER: Der Irak-Krieg war kein Fehler. Manches verlief nur nicht nach Plan.

Ja, es habe bei der Hurrikan-Katastrophe Katrina Fehler geben. ABER: Niemand soll mir erzählen, dass unsere Hilfe zu langsam kam. Wir haben 30.000 Menschen von ihren Dächern gerettet.

Ja, er habe durch seine Entscheidungen Kontroversen hervorgerufen. ABER: Meine Art ist es nicht, sich vor Konflikten zu drücken. Ich war bereit, harte Entscheidungen zu treffen.

Auch die größte US-Finanz- und Wirtschaftkrise seit der Großen Depression sieht Bush nicht ganz so ernst. "Ich habe eine Rezession geerbt, nun hinterlasse ich eben eine Rezession.“

Nach einer jüngsten Umfrage der New Yorker Zeitung Daily News nennen 71 Prozent der Befragten Bush den schlechtesten Präsidenten in ihrem Leben. Elf Prozent finden, er war ein mittelmäßiger Commander-in-Chief und nur 16 Prozent sagen, er sei ein „guter Präsident in schweren Zeiten“ gewesen.

An diesem Donnerstag will sich der 43-Präsident der USA in einer 15 Minuten langen TV-Ansprache vom Eastroom des White House von den US-Bürgern verabschieden. Viele werden wohl erleichert sein.

Monday, January 5, 2009

Unverbesserlich

Vize-Präsident Dick Cheney ist einfach nicht zu helfen. Fehler einzugestehen ist seine Sache nicht. Im Gegenteil: Sechs Jahre nach der Invasion von US-Truppen in den Irak, tut der 67-Jährige so, als ob alles zum Besten läuft. „Wir haben unsere Ziele im Irak erreicht“, erklärte er voller Überzeugung in einem TV-Interview in der Sonntags-Politshow "Face the Nation" auf CBS. (Foto)

Im Zweistromland sind bis heute mehr als 4200 US-Truppen gestorben, mehr als 30.000 Soldaten wurden zum Teil schwer verletzt. Und selbst wenn die Gewalt in den vergangenen Monaten zurückgegangen ist, auch heute kommen täglich Irakis bei Bombenanschlägen ums Leben. Von einer friedlichen Demokratie wie sie sich Cheney erträumt hatte, ist das Land noch weit entfernt.

Dick „Darth Vader“ Cheney hält auch weiterhin die Gründe für den Einmarsch für absolut legitim. Er muss zwar zähneknirschend zugeben, dass die Geheimdienste vielleicht doch „falsch“ lagen bei ihrer Annahme, Saddam Hussein verfüge über Massenvernichtungswaffen. Die Berichte selbst hält Vize Cheney dennoch nicht grundsätzlich für erfunden.

„Saddam hatte die Technologie, das Personal und das Ziel Massenvernichtungswaffen zu produzieren“, sagte Cheney mit seinem typisch ernsten Gesichtsdausdruck. Woher er das allerdings wieder wissen will, ließ er unbeantwortet.

Monday, December 15, 2008

Schuh-Attacke auf Bush, Teil II: Attentäter als Held gefeiert, soll Orden bekommen

Der irakische TV-Journalist Muntaser al-Saidi, der am Sonntag während einer Pressekonferenz am Sonntag seine beiden Schuhe auf US-Präsident George W. Bush geworfen hatte, wird in einigen arabischen Staaten von vielen als Held gefeiert. Die Tochter des libyschen Staatschefs Muammar Gaddafi will ihm gar mit dem „Orden für Mut“ auszeichnen. „Al-Saidi habe sich gegen die Verletzung der Menschenrechte“ gestellt, hieß es in der Begründung. Der Schuhwerfer sitzt wegen seines „Schuh-Attentates“ mittlerweile im Gefängnis.

Aber auch im Irak wird der Journalist als Held gefeiert. Sein TV-Kanal sendete pausenlos die Schuh-Attacke und brachte dazu patriotische Lieder. In zahlreichen irakischen Orten forderten Demonstranten die Freilassung von Al-Saidi. Aus Solidarität warfen sie Schuhe gegen US-Militärkonvois und stießen Flüche gegen US-Präsident Bush aus. Sein Bruder feierte den „Attentäter“ und erklärte. „Die Tat meines Bruders macht die Herzen der Iraker stolz.“ Die irakische Regierung musste die Attacke allerdings verurteilen.

Sunday, December 14, 2008

Irak-Abschied: Schuh-Attacke auf Bush

Schuh-Anschlag auf US-Präsident George W. Bush während seines Abschieds-Besuchs im Irak

Es sollte sein ganz persönlicher Abschiedsbesuch sein. Präsident George W. Bush reiste am Sonntag in geheimer Mission nach Bagdad. Sein vierter Besuch der umkämpften Stadt seit der Invasion der US-Truppen im März 2003. Und er endete fast in einem Desaster.

Während einer Pressekonferenz mit Iraks Premierminister Nuri al Maliki sprang einer der anwesenden Journalisten auf und warf seine beiden Schuhe nach Bush. „Das ist der Goodbye Kiss, du Hundesohn“, fluchte der Werfer während Bush in Deckung ging. Der US-Präsident, der trotzt des Desasters, was er im Zweistromland seinem Nachfolger hinterlässt, weiterhin vom Erfolg des Krieges überzeugt ist, entging der Schuh-Attacke. Er wurde weder getroffen noch verletzt.

Bush, sichtlich verärgert, versuchte sich mit einem lockeren Spruch aus der Affäre zu ziehen. „Das ist ein Schuh der Größe 43. Das ist ein Anschlag. Das nehme ich persönlich.“ Die Sicherheitsleute überwältigten den Mann und zogen ihn aus dem Raum.

Am Ende seines Irak-Krieges wartet Bush weiterhin auf die jubelnden Irakis, die sein Vize Dick Cheney vor dem Einmarsch prophezeite. Stattdessen wird er bei seinem letzten Besuch im Irak mit zwei Schuhen beworfen.

White House: Nachhilfe für Bush-Erfolge – damit auch niemand etwas vergisst

George W. Bush hat gute Chancen als der schlechteste US-Präsident der vergangenen 50 Jahren in die Geschichtsbücher einzugehen. In News-Shows wird darüber bereits seit Wochen ernsthaft diskutiert und es gibt kaum jemanden, der den noch amtierenden Commander-in-Chief (37 Tage) verteidigt. Einzige Ausnahme: Karl Rove. Der „Architect“ der Bush-Wahlerfolge steht bis zum letzten Tag zu seinem Mann. Ganz egal auch wie katastrophal die Bilanz der acht Bush-Jahre auch aussehen mögen. "Man wird Bush", so Rove, "als weitsichtigen Präsidenten erkennen."

Und damit das auch jeder künftig so sieht, hat das White House jetzt ein zwei Seiten Schreiben „Speech Topper on the Bush Record“, ein kleiner Nachhilfe-Katalog in Sachen Bush-Erfolge, erarbeitet. Das Papier - ein Sammelsurium an Absurditäten und Auslassungen - ist bestimmt für Minister und andere hochrangige Mitarbeiter. Personen also, die die Großtaten ihres Chefs eigentlich kennen sollten. Die wichtigsten Sätze:

- Präsident Bush hat die "Amerikaner nach den Anschlägen am 11. September beschützt und Amerika sicherer gemacht".

- Durch seine Steuererleichterungen habe Bush die "Wirtschaft 2001 erfolgreich angekurbelt". Damit habe er die "Voraussetzungen für ein jahrelanges Wachstum und für neue Arbeitsplätze geschaffen".

- Durch sein schnelles Einschreiten in die Finanzkrise habe „Bush einen völligen Zusammenbruch verhindert“.

- Bush habe geholfen, "Aids in Afrika in den Griff zu bekommen.“

- „Bush hat die Ehre und Würde des Präsidentenamtes erhalten.“

„Unsere Absicht war es, an die zahlreichen Erfolge des Präsidenten zu erinnern, für die er nicht die Aufmerksamkeit bekommt, die er verdient oder die jetzt absichtlich ignoriert werden“, verteidigte White House Sprecher Carlton Carroll das Nachhilfe-Papier.

Ach ja, in dem Schreiben an seine wichtigsten Mitarbeiter steht natürlich nichts über die falschen Geheimdienst-Informationen über Massenvernichtungswaffen im Irak oder den festgefahrenen Krieg mit mehr als 4000 Toten US-Soldaten und 30.000 Verletzten. Kein Wort auch über Bushs Versagen bei der Hurrikan-Katastrophe Katrina, dem größten Arbeitsplatzabbau in einem Monat der vergangenen 34 Jahren (533.000 im November) und der schlimmsten Rezession seit der Großen Depression.

Aber wer muss daran schon erinnert werden.

Monday, November 24, 2008

Präsident Bush unbelehrbar: „Ich bin hoch erfreut über den Verlauf des Irak-Krieges“.

US-Präsident George W. Bush hat im japanischen Fernsehen den Krieg im Irak erneut verteidigt. „Der Irak-Krieg war ein Erfolg und ich bin hoch erfreut über dessen Verlauf“, erklärte der 62-jährige Commander-in-Chief. „Ich denke, der Sturz von Saddam Hussein war richtig. Er war eine Bedrohung für die USA und viele Menschen glaubten, dass er Massenvernichtungswaffen hatte.“ (Foto: Bush bei seiner Mission Accomplisehd Rede auf dem Flugzugträger USS Abraham Lincoln am 1. Mai 2003)

Richtig, Massenvernichtungswaffen. Klar. Hat nicht die Bush-Regierung alles dafür getan, dass viele Menschen glaubten, Hussein hätte tatsächlich welche? Und hat nicht US-Verteidigungsminister Colin Powell - mittlerweile selbst ein Geläuterter - vor den Vereinten Nationen mit Plastikdöschen in der Hand erklärt, wie gefährlich Saddams Waffen-Arsenal ist (Foto, hinter Powell CIA-Chef George Tenet). Nur leider hat bis heute noch niemand diese Massenkiller gefunden.

Bis zum heutigen Tag hat auch noch niemand irgendwelche Verbindungen zwischen Hussein und Al Kaida finden können. Die Terrorgruppe gab es vor dem Krieg gar nicht im Irak, ist aber mittlerweile zu einer wirklichen Bedrohung im Zweistromland geworden. Und dass der irakische Diktator etwas mit den Anschlägen am 11. September 2001 zu tun hatte, dieses immer wieder gestreute Märchen glauben heute – zum Glück – auch nur noch die Unbelehrbaren der Welt.

Vergessen wollen wir auch nicht das Versprechen der Neokonservativen in der Bush-Regierung von einem kurzen Krieg. Zur Erinnerung: Der Waffengang hat am 20. März 2003 angefangen und ist noch immer nicht zu Ende. Und wo sind eigentlich die Blumen für die Befreier und Freudenfeste tanzender Irakis geblieben, die Vize-Präsident Dick Cheney prophezeit hat.

Die Statistik des Irak-Krieges zumindest kann die „Freude über den Verlauf des Krieges“ nicht bestätigen. Es ist eher eine traurige Bilanz. Bis heute sind 4204 US-Soldaten (plus 314 Soldaten verbündeter Staaten vor allem aus Großbritannien) getötet worden, mehr als 30.000 Männer und Frauen wurden zum Teil schwerverletzt.

Der immer noch andauernde Konflikt kostet den US-Steuerzahler jeden Monat 12 Milliarden Dollar! Die offizielle Schätzung aus dem US Congressional Budget Report rechnet mit Gesamtkosten des Irak-Krieges von 2,4 Billionen Dollar! eine Zahl mit elf Nullen (2400.000.000.000) !!

Wednesday, November 12, 2008

Extrablatt: Irak-Krieg ist zu Ende! - Präsident Bush wegen Landesverrat angeklagt

Es war der Schocker am Morgen. Zeitungsverkäufer auf den Straßen in New York und Los Angeles schrieen mitten in der täglichen Rushhour die Sensationsmeldung heraus: „Extrablatt der New York Times. Der Irak-Krieg ist zu Ende! Außenministerin Condoleezza Rice entschuldigt sich für die Lügen über Massenvernichtungswaffen im Irak! US-Präsident George W. Bush wegen Landesverrates angeklagt!“

"Extrablatt der New York Times vom 4. Juli 2009": Der Irak-Krieg ist zu Ende

Wow! Hatte CNN und die anderen News-Organisationen noch tief geschlafen, als es diese Breaking News gab. Oder hatte die weltweit beste Tageszeitung, die New York Times (Motto: All the News That’s Fit to Print) wie so oft mal wieder als einzige "DEN SCOOP“ gelandet?

Doch die Ernüchterung kam schnell. Beim genauen hinsehen, wurde klar: Auch wenn über dem 14 Seiten starken und kostenlosen Extrablatt New York Times in seinem typischen Schriftzug stand, war keine New York Times drin.

Das Blatt mit dem Einklinker „All the News We Hope to Print" mit dem Datum vom 4. Juli 2009 war ein Fake. Allerdings ein sehr guter. Insgesamt 1,2 Millionen Exemplare (!) hatte die linksliberale Gruppe „The Yes Man“ drucken und verteilen lassen.

Der Zeitungsschwindel muss ein Vermögen gekostet haben und viel Zeit. In einer Mitteilung erklärte die Gruppe, dass sie sechs Monate daran gearbeitet habe. Das Blatt wurde in sechs Druckereien hergestellt und von Hunderten von Freiwilligen verteilt. Der Aufwand war es wohl Wert. In den U-Bahnen New Yorks, auf den Straßen und an der Arbeit löste das Extrablatt heftige Diskussionen aus. (Foto: Wer hätte es gemerkt: Original und Fake sind sich zum Verwechseln ähnlich)

Nur bei der New York Times zeigte man sich 'not amused'. „Dies ist ganz offensichtlich eine Fake“, erklärte eine Sprecherin. "Wir suchen nach den Schuldigen". Und dann ergänzte sie noch: „Die New York Times kostet immer noch 1,50 Dollar.“

Die schweren Lasten des Barack Obama

President Elect Barack Obama ist um seine Aufgabe nicht zu beneiden. Amerika steckt in der schwersten Wirtschafts- und Finanzkrise seit der Großen Depression. Das Land kämpft in zwei Kriegen, im Irak und in Afghanistan, und weltweit gegen den Terror. Die Infrastruktur (Straßen, Brücken, Tunnel, Flughäfen) ist marode, die Autoindustrie bankrott, das Gesundheitssystem vor dem Kollaps, der Bildungsbereich in der Krise und das Vertrauen der Bürger in die Regierung mehr als erschüttert.

Wenn Barack Obama am 20. Januar 2009 vereidigt wird, trägt er schwere Lasten seines Vorgängers mit ins White House (Foto: Illustration Time Magazine). Angst vor den Aufgaben hat der 47-Jährige nicht. „Ich weiß, dass wir als Amerikaner es schaffen können“, betont er immer wieder. Ganz nach der positiven Grundeinstellung, die das Land schon immer angetrieben hat. Motto: Das Glas ist halbvoll und nicht halbleer.

Die Bürger zumindest haben großes Vertrauen in den neuen Commander-in-Chief. Obama gilt als Hoffnungsträger, für viele ist er gar der Messias, der alles wieder in Ordnung bringen kann.

Die positiven Erwartungen in den „Neuen“ bestätigt auch eine neue Umfrage der Quinnipiac University. Danach haben 67 Prozent eine generell positive Einstellung gegenüber einem Präsidenten Barack Obama. Zum Vergleich: Bei George W. Bush liegt der Wert zurzeit bei bescheidenen 29 Prozent. Ungefähr genauso viele Bürger (69 Prozent) denken, dass Obama die schwierige Situation verbessern wird, nur 22 Prozent glauben, dass es unter ihm noch schlimmer werden wird.

Auch bei den dringenden, seit Jahren ungelösten Problemen des Landes, glaubt die Mehrheit an eine Wende durch Obama. 62 Prozent denken, dass der neue Präsident das Land von Öllieferungen aus dem Ausland unabhängiger machen kann, 55 Prozent sind der Meinung, dass er das Bildungsniveau steigern wird, 50 Prozent glauben an eine bessere Krankenversorgung und sogar 56 Prozent sind davon überzeugt, dass Barack Obama das Vertrauen in die Regierung wieder stärken wird.

Sehr viele und vor allem große Erwartungen an nur einem einzigen Präsidenten.
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