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Tuesday, February 24, 2009

Rassistischer Affen-Obama-Cartoon: Medien-Tycoon Rupert Murdoch entschuldigt sich

Damit hätte wohl keiner gerechnet. Medien-Tycoon Robert Murdoch (Foto) hat sich für den rassistischen Cartoon in der New York Post entschuldigt. „Ich möchte persönlich jedem um Verzeihung bitten, der sich durch den Cartoon beleidigt oder gar angegriffen fühlt“, schreibt der 78-Jährige in einem Statement. "Die Zeitung werde in Zukunft feinfühliger sein." Murdoch ist offiziell Herausgeber der New York Post

Die Entschuldigung kommt mehr als überraschend. Normalerweise sitzt Murdoch, dem auch das Wall Street Journal sowie weltweit weitere Zeitungen, TV-Stationen und Internetportale gehören, Skandale wie diesen eher aus.

Die New York Post hatte in der vergangenen Woche mit ihrem „Affen-Obama-Cartoon (Foto) für Empörung in den USA gesorgt. Viele Leser nannten den Cartoon rassistisch und forderten eine Entschuldigung.

Chef-Redakteur Col Allen, dessen Tage wohl gezählt sein dürften, hatte sich nach den Protesten nur „halb-entschuldigt“. Er unterstrich dabei, dass er sich nur bei den generellen Nicht-Kritikern der Post entschuldige. Der Öffentlichkeit war dies nicht genug. Rupert Murdoch hat das jetzt nachgeholt, was viele erwarteten.

Wednesday, February 18, 2009

Obama Cartoon: Satire oder Rassismus?

Rassistisch? Der Sean Delonas Cartoon in der New York Post vom Mittwoch

Die New York Post, nicht unbedingt ein Freund des neuen Präsidenten Barack Obama und dessen Politik, sorgt mit einem Cartoon in ihrer aktuellen Ausgabe für Aufregung. Der bekannte Karikaturist Sean Delonas zeigt dabei in seiner Zeichnung zwei Polizisten, die einen Affen erschießen. Die Zeile dazu: „Sie werden sich einen anderen suchen müssen, der das nächste Konjunkturprogramm unterschreibt.“

Der Cartoon verbindet dabei zwei aktuelle Geschichten: Präsident Obamas 787 Milliarden Dollar Stimulierungspaket und der Amok laufende TV-Affe, der eine Frau schwer verletzte und von der Polizei getötet werden musste.

Kritiker werfen Delonas vor, dass er das Obama Rettungspaket so schlecht findet, dass es selbst ein Affe hätte auflegen können. Andere, wie der Schwarzenführer Al Sharpton, gehen noch weiter. Für ihn setzt der Karikaturist Obama mit einem Affen gleich. Der Cartoon sei deshalb rassistisch. Der Affe galt früher in den USA als ein Synonym für Afro-Amerikaner.

Die New York Post wehrt sich gegen die Vorwürfe und nannte den Cartoon eine „klare Parodie auf aktuelle Ereignisse“.

Update 1: Nach einer Umfrage nennen 47 Prozent den Cartoon rassistisch, 15 Prozent unterstellen einen "unbeabsichtigten rassistischen Unterton" und 36 Prozent sagen, die Karikatur sei nicht rassistisch.

Update 2: New York Post Chefredakteur Col Allen erklärte am Donnerstag. "Ich entschuldige mich bei allen, die sich durch den Cartoon beleidigt fühlen." Bei allen Gegnern der Post, die uns schon immer kritisiert haben, "entschuldige ich mich nicht".

Monday, November 17, 2008

Das Zitat des Tages

"In 40 Jahren kann ein Schwarzer Präsident werden"

(Präsidentschafts-Kandidat Robert F. Kennedy am 27. Mai 1968 nach seinem Vorwahl-Sieg in Kalifornien und eine Woche vor seiner Ermordung im Ambassador Hotel in Los Angeles am 5. Juni 1968. RFK benutzte damals noch das heute politisch inkorrekte Wort "Negro".

Erinnert hat sich dessen Tochter jetzt an die Vorahnung ihrer Vaters. "Sein Traum ist wahr geworden", sagte Kerry Kennedy aus Anlass der Umbenennung der New Yorker Triborough Bridge in Robert F. Kennedy Bridge an diesem Mittwoch)

Tuesday, November 4, 2008

Die Unterstellung des Tages

Angenommen, es wäre heute alles ganz anders. Wer würde dann gewinnen?

Monday, November 3, 2008

Der Bradley-Effect - oder warum Barack Obama die Wahlen noch verlieren kann

Was soll eigentlich noch schief gehen? Barack Obama führt gegenüber seinem Rivalen John McCain in den meisten Umfragen deutlich mit acht und mehr Prozent. Der 47-Jährige hat alle Chancen neuer Präsident zu werden und damit Geschichte zu schreiben. Der erste schwarze Präsident der USA – 45 Jahre nach der berühmten Rede von Martin Luther King „I have a Dream“. Diesem Traum könnte Amerika am 4. November 2008 einen großen und wichtigen Schritt näher kommen.

Doch Wahlbeobachter warnen: Obama kann noch immer verlieren. Viele Gründe könnten das erwartete Resultat in letzter Minute doch noch verändern. Einer der wichtigsten: Der „Bradley Effect“.

Das Phänomen: In der Wahl-Kabine könnten weiße Wähler doch noch Hemmungen bekommen, für einen Schwarzen Kandidaten zu stimmen und ihr Kreuz McCain geben. Die Dunkelziffer derer, die bei Umfragen „kein Problem mit einem schwarzen Kandidaten haben“, am Wahltag dann aber doch „weiß“ wählen, wird auf bis zu sechs Prozent geschätzt.

In den USA nennt man das Phänomen den „Bradley Effect“ oder auch Wahlkabinen-Rassismus. Hintergrund: 1982 bewarb sich der schwarze Tom Bradley für das Amt des Gouverneurs von Kalifornien. Drei Wochen vor der Wahl führte er deutlich mit 15 Prozent und selbst am Wahltag hatte er eine so überwältigende Führung in den „Exit Polls“ (Umfragen von Wählern, nachdem sie ihre Stimme abgegeben hatten), dass der San Francisco Chronicle ohne auf das Endergebnis zu warten, titelte: „Bradley gewinnt“. Am Ende verlor der Spitzenreiter mit 52.000 Stimmen gegen seinen Rivalen mit weißer Hautfarbe.

Ob auch diesmal der „Bradley Effect“ greifen und Obama vom Einzug ins Weiße verhindern könnte, gilt zwar als eher unwahrscheinlich. Ausschließen kann es jedoch niemand. Obama selbst gibt sich optimistisch. Schon bei den Vorwahlen habe man ihm aus diesem Grund eine Niederlage prophezeit. „Doch“, so sagt Obama, „ich bin immer noch im Rennen.“

Letztendlich wird erst der Wahltag zeigen, wo das Land tatsächlich steht. Eine Niederlage für Obama aus rassistischen Gründen wäre jedoch nicht nur eine politische, sondern vor allem eine moralische Katastrophe für Amerika.

Saturday, October 25, 2008

Ohne Worte

Ein Anti-Obama Demonstrant in Ohio

Friday, October 24, 2008

New York Times für Barack Obama

Nach den großen und angesehenen US-Zeitungen Washington Post, Los Angeles Times und Chicago Tribune hat sich auch die von vielen als beste Zeitung der Welt charakterisierte New York Times (Foto: Das Times Building an der 8th Avenue in Midtown) auf die Seite von Barack Obama geschlagen.

„So hart auch die Zeiten sind, die Auswahl eines neuen Präsidenten ist einfach“, schreibt die Times (98 Pulitzer-Preise, Auflage eine Million Exemplare) in ihrem Leitartikel. Obama habe einen „kühlen Kopf und gesundes Urteilsvermögen“ und er habe „den Willen und die Fähigkeit, einen breiten politischen Konsens zu erreichen, den die USA angesichts der großen Probleme brauche".

Kritik äußerte das Schwergewicht unter Amerikas News-Outlets an John McCain: Er sei „einer traditionellen, überholten Weltsicht verpflichtet“. McCains Wahlkampf habe „Züge von Klassenkampf und sogar Spuren von Rassismus“. Die Auswahl seines ganz offenbar unfähigen Running Mate, so urteilt die Times vernichtend, war ein letzter Akt von „Opportunismus und schlechtem Urteilsvermögen“

Mehr: http://www.nytimes.com/2008/10/24/opinion/24fri1.html?hp

Ein Schlag ins Gesicht für McCain dürfte auch das öffentliche Bekenntnis zu Obama von dem einstigen Regierungssprecher von George W. Bush, Scott McClellan (Foto) sein.

"Obama ist der bessere Kandidat, um das System Washington zu verändern“, urteilt McClellan. Dessen Ex-Chef, Präsident Bush, hat übrigens McCain per Briefwahl seine Stimme bereits schon gegeben.

Der Republikaner John McCain wurde in den vergangenen Tagen ebenfalls von zahlreichen Zeitungen (u.a. Tampa Tribune, Dallas Morning News, San Diego Union-Tribune, Philadelphia Inquirer) unterstützt. Die großen Presse-Outlets des Landes jedoch stehen auf der Seite von Barack Obama.

Friday, October 17, 2008

Geschmacklos!


. . . und noch eine rassistische Entgleisung. Wieder in Kalifornien. Diesmal war es die republikanische Frauengruppe „Chaffey Community Republican Women in San Bernadino, nahe Los Angeles, die keine drei Wochen vor den Wahlen Barack Obama diffamierte.

In ihrem monatlichen Newsletter schickte die Präsidentin der Frauengruppe, Diane Fedele, einen zehn Dollar Schein mit dem Konterfei von Barack Obama (mit Eselsohren, Schwanz und Hufen - das Parteiemblem der Demokraten ist ein Esel) an ihre Mitglieder. „Obama Bucks“ (Obama Dollar) hieß es darauf und „United States Food Stamps“.

Zusätzlich auf den Essensmarken ist eine Wassermelone, Rippchen, Bier und ein Topf frittiertes Huhn zu sehen. Eine Kombination, die das alte Vorurteil der Rassisten bedient, dass Schwarze nur typisches Südstaaten-Essen konsumieren und faul sowie dreckig sind.

„Für mich war es nur Essen“, versuchte sich Diane Fedele zu rechtfertigen. „Es hatte keine Bedeutung für mich.“ Republikaner und Demokraten dagegen protestierten gemeinsam und verlangten die Verbreitung der rassistischen Essensmarken sofort einzustellen.

Thursday, October 16, 2008

Fassungslos!

Was haben sich die Verfasser dieser Internet-Anzeige dabei nur gedacht? Haben sie überhaupt gedacht?

Geschmacklos und gefährlich: Die Republikaner von Sacramento County platzierten dieses elektronische Wahlplakat auf ihrer Webseite und forderten ihre Leser auf, Barack Obama zu foltern, genauer zu „Waterboarding“ (eine Foltermethode, bei der das Opfer durch simuliertes Ertrinken zum Sprechen gebracht werden soll.)

„Die Terrorgruppe der Hamas unterstützt Barack Obama“, hetzten die lokalen Parteigrößen gegen den Kandidaten der Demokraten weiter. „So, der einzige Unterschied zwischen Obama und Osama ist ‚BS’.

Das Wahlplakat wurde erst entfernt, als ein Lokalreporter die Anzeige durch Zufall entdeckte. Daraufhin protestierten die Republikaner und Demokraten von Kalifornien gemeinsam und forderten die örtliche Gruppe, das Schandmahl sofort von ihrer Webseite zu nehmen.

Saturday, October 11, 2008

Wahlkampf verkehrt: John McCain muss seinen Rivalen Obama verteidigen

Wenige Wochen vor den Wahlen nimmt der Kampf ums White House absurde Züge an. Da die Anhänger der Republikaner realisieren, dass nur noch ein Wunder John McCain zum Präsidenten machen kann – er liegt in den Umfragen bundesweit und in allen wichtigen Bundesstaaten teilweise weit hinter Barack Obama – scheinen sie die Nerven zu verlieren. Bei einer Wahlveranstaltung in Minnesota musste McCain jetzt sogar Obama verteidigen.

Eine Frau hatte den Demokraten unter dem Beifall der Zuschauer als „Araber“ beschimpft. Daraufhin nahm McCain ihr das Mikrofon aus der Hand (Foto) und erklärte unter Buhrufen seiner Anhänger: „Nein, nein, meine liebe Frau. Obama ist ein anständiger Mensch und ein liebevoller Familienvater.“ Wahlkampf verkehrt: Der Republikaner muss seinen demokratischen Rivalen verteidigen?
Es ist nicht das erste Mal, dass McCain Anhänger Obama böse beschimpfen. In Wisconsin wetterte ein Mann gegen den Kandidaten, nannte ihn einen „Sozialisten, der mit seinen sozialistischen Freunden das Land übernehmen wolle“. Ein anderer sagte zu McCain: „Sir, ich flehe sie an, machen sie Obama fertig.“ Im Publikum soll es sogar Stimme gegeben haben, die noch einen Schritt weiter gehen wollten. Und in New Mexico antworteten McCain Anhänger auf dessen Frage, wer Obama wirklich sei: "Er ist ein Terrorist!"

CNN-Analyst David Gergen will bereits einen „gefährlichen Stimmungswandel“ im Wahlkampf entdeckt haben, der auch das Leben von Obama gefährden könne. McCain, der sich sichtbar unwohl fühlt bei den radikalen Ansichten seiner Anhänger, erklärte: „Wir wollen kämpfen. Ich will kämpfen. Aber wir werden respektvoll dabei bleiben.“ Niemand, so versicherte McCain einem anderen Anhänger, müsse „Angst vor einem Präsidenten Obama haben“.

Trotz der Erklärungen von McCain und dem Aufruf Obama mit Respekt zu bekämpfen, startete sein Wahlkampf-Team eine neue Kampagne mit Anzeigen, die den Rivalen in die Nähe des einstigen Terroristen William Ayers rückte.

Ayers hatte in den 60er Jahren während des Vietnam-Krieges mehrere unblutige Bombenanschläge in den USA verübt. Obama und Ayers, er ist mittlerweile ordentlicher Professor, hatten vor sechs Jahren in Chicago zusammen in einer Hilfsorganisation für Arme gearbeitet. Die Gruppe wurde geführt von einem Republikaner. Obama hat sich immer wieder von den radikalen Ansichten und Taten von des heute 63-jährigen Ayers öffentlich distanziert.

Tuesday, October 7, 2008

Die Schlammschlacht kann beginnen

Es war nicht anders zu erwarten. Einen Monat vor den US-Präsidentschafts-Wahlen verschärfen die Republikaner den Ton. Eine Schlammschlacht mit Vorankündigung, auch wenn John McCain (Foto links) die neue Taktik freundlich mit „hinterfragen von Obamas Charakter, seiner persönlichen Geschichte und Führungsqualitäten“ umschreibt.

Tatsächlich heißt die Devise: Persönliche Angriffe auf den politischen Gegner oder „swiftboating“, wie es so schön neu-amerikanisch heißt. Gerüchte, Lügen, Halbwahrheiten – alles was dienlich ist, um Barack Obama zu schaden, ist erlaubt. Selbst das uralte Gerücht, dass Obama doch Moslem sei, wird – zwar nicht offiziell – wieder gestreut. Political Correctness war gestern, Attack ist heute.

Die Angriffe sollen dabei nur eins erreichen: Irgendetwas Schmutziges wird beim Wähler schon hängen bleiben.

Sarah Palin (Foto) hat sich bei der Diffamierungs-Kampagne selbstbewusst an die Spitze gestellt. Seit Tagen reist sie von Wahlveranstaltung zu Wahlveranstaltung und warnt vor der Gefahr des Demokraten: „Obama sehe Amerika als so mangelhaft an, dass er mit Terroristen Freundschaft schließe, die ihr eigenes Land angreifen würden“, erklärte sie mit todernster Miene.“

Der selbsternannte „Pitbull mit Lippenstift“ bezieht sich dabei auf eine Geschichte der New York Times, die am vergangenen Sonntag die Verbindung von Obama zu dem ehemaligen Terroristen Bill Ayers beleuchtete. Ayers hatte während des Vietnamkriegs mit seiner Gruppe „Weather Underground“ mehrere unblutige Bombenanschläge in den USA verübt. Obama war zum Zeitpunkt der Anschläge ein siebenjähriger Junge. Aber egal.

Angriffspunkt ist: Der heute 60-jährige ordentliche Professor Ayers arbeitete vor sechs Jahren für die gleiche Charity wie Obama in Chicago. Beide lebten im gleichen Viertel und engagierten sich für Arme. Dass die New York Times in ihrem Artikel darauf hinweist, dass es keine Beweise für eine enge politische Bindung zwischen Obama und Ayers gebe, ignoriert Sarah Palin. Auch die Tatsache, dass Obama sich immer wieder von den damaligen Zielen Ayers öffentlich distanziert hat, ist zweitrangig. Was hängen bleibt: Obama = Terrorist.

In die gleiche Kerbe schlägt auch New Yorks Ex-Bürgermeister Rudy Giuliani (Foto unten): Obama habe eine „sehr Ernst zunehmende links-radikale politische Erziehung“, diffamiert Giuliani Obama auf FoxNews. Obama hänge mit Ayers und seinem Pastor Wright zusammen. „Mit diesen Leuten umgibt er sich, von denen bekommt er Ratschläge, mit denen macht er Geschäfte.“ Dass das völliger Unsinn ist, interessiert nicht. Ayers und Obama haben sich seit Jahren weder gesehen, noch miteinander gesprochen. Und von Reverend Wright hat sich der 47-Jährige während der Vorwahlen öffentlich distanziert und sogar losgesagt. Doch auch das interessiert nicht. Was hängen bleibt: Obama = Terrorist.

Und damit die einfache Terroristen-Botschaft auch verbreitet wird, hat sich der konservative FoxNews TV-Sender bereits in Stellung gebracht. Wie durch Zufall lief dort am Sonntag eine Sondersendung mit dem Titel: „Obama und seine Freunde: Die Geschichte des Radikalismus.“ Darin durften Experten zu Wort kommen, die Obama als Moslem diffamierten („sein Mittelname ist doch Hussein, oder?“) und erklärten: Obama gehörte in Chicago einer Gruppe an, die „ausgebildet wurde, um die Regierung in Washington zu stürzen“.

Bisher will die Schlammschlacht jedoch noch nicht so richtig zünden. Im Gegenteil. Da die Amerikaner von den Kandidaten wissen wollen, wie sie als Präsident die Finanz- und Wirtschaftskrise bewältigen wollen, ist die Schmutzkampagne eher kontraproduktiv. Bisher zumindest, aber es ist ja noch fast ein Monat Zeit.

Saturday, September 20, 2008

Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?

Also doch. Die Hautfarbe spielt bei den Präsidentschaftswahlen am 4. November doch eine entscheidene Rolle. Eine neue repräsentative Umfrage der Nachrichtenagentur AP und Yahoo zusammen mit der Stanford University unter 2227 US-Bürgern zeigt, dass etwa 2,5 Prozent der US-Wähler Barack Obama nicht wählen werden, nur weil seine Hautfarbe schwarz ist. Bei einem erwartet knappen Ergebnis ähnlich wie 2004 zwischen George W. Bush und John Kerry würde diese Gruppe, so fasst AP-Yahoo zusammen, damit John McCain zum Präsidenten wählen.

Überraschend ist die Umfrage nicht. Die Frage der Hautfrage galt immer als möglicherweise Wahl entscheidend. Und im Obama-Camp ist sie die große Unbekannte, weil niemand offen zugibt dass das Thema die eigene Entscheidung beeinflussen wird. Erstaunt sollte also niemand sein, höchtens über die einzelnen Ergebnisse der Befragung:

- Danach haben 40 Prozent aller Amerikaner zumindest eine teilweise negative Einstellung gegenüber Schwarzen. Darunter sind auch viele Demokraten und Parteiunabhängige.

- Jeder Fünfte US-Bürger sagt, dass Adjektiv "gewalttätig" trifft am besten auf Schwarze zu, 22 Prozent nennen sie "überheblich", für 13 Prozent sind sie "faul" und elf Prozent meinen Schwarze sind "unverantwortlich".

- Jeder Zehnte Amerikaner glaubt, dass es "Schwarzen besser gehen würde, wenn sie härter an sich arbeiten würden".

- Jeder Fünfte der Parteiunabhängigen findet Schwarze "intelligent und clever", eine Drittel von ihnen sagt aber auch sie würden sich ständig "beschweren" und fast jeder Vierte (24 Prozent) bezeichnet Schwarze als "gewalttätig".

- Überaschend negativ ist aber auch die Meinung unter den Demokraten: Ein Drittel von ihnen verbindet mindestens einen negativen Charakterzug mit Schwarzen. Viele bezeichnen sie als "faul" oder "gewalttätig" und sind der Meinung, dass sie selbst "verantwortlich sind für ihre Probleme". Diese Gruppe der Demokraten, so die Umfrage, werde "vermutlich nicht für Obama stimmen".

- Nur etwa 59 Prozent der weißen Anhänger der Demokraten sagen, sie wollen Obama als neuen Präsidenten. Unter den McCain Anhängern sind es 85 Prozent.

- Und auch unter den Hillary Clinton Anhänger gibt es immer noch 17 Prozent Tiefenttäuschte, die lieber den politischen Gegner John McCain wählen als ihren eigenen Kandidaten.

MEHR: http://surveys.ap.org/data/KnowledgeNetworks/AP_Election_Wave6_Topline_W6%20ALL%20weight5_091808.pdf

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