Wednesday, December 3, 2008

Umfrage: Zwei Drittel der Amerikaner befürworten Obamas Kabinettsauswahl

So weit so gut. Auch wenn immer noch einige Posten in der Obama-Regierung unbesetzt sind – am Mittwoch wurde Bill Richardson als künftiger Wirtschaftsminister nominiert – sind die US-Bürger mit der Auswahl des Kabinetts zumindest bisher zufrieden. Nach einer Umfrage von CNN/Opinion Research (1096 Befragte, Fehlerquote drei Prozent) befürworten 75 Prozent die Auswahl von Barack Obama.

Die Top-Leute der Umfrage sind dabei der alte und neue Verteidigungsminister Robert Gates, der von insgesamt 83 Prozent der Befragten unterstützt wird und Hillary Clinton. Die künftige Außenministerin finden 71 Prozent der US-Bürger eine gute Wahl.

Nicht so eindeutig sind die Ergebnisse dagegen über die künftige Arbeit von Hillary. Verhältnismäßig wenige (57 Prozent) glauben, dass sie die Politik von Obama vertreten wird. Und was ist mit Bill Clinton? Nur 54 Prozent der Befragten erwarten, dass sich der Ex-Präsident aus der Außenpolitik seiner Frau heraushalten kann. Zwei Werte, die eine interessante Zukunft für die Kabinetts-Arbeit vorhersagen dürften.

Wenn Obama zweimal klingelt . . .

So schnell lässt sich Ileana Ros-Lehtinen von den Sprachimitatoren der Radiostationen in Florida nicht reinlegen. Zwei Anrufe auf ihrem Mobiltelefon von Barack Obama, dem künftigen Präsidenten. Pah – veräppeln können sich die Witzbolde schon selbst, dachte die republikanische Kongressabgeordnete und legte zweimal verärgert auf. Was die übervorsichtige Frau nicht wusste – am anderen Ende der Leitung war tatsächlich President Elect Barack Obama. Und der wollte doch nur seine Zusammenarbeit anbieten.

„Ich finde es wirklich witzig, dass sie mich zweimal abgehängt haben“, amüsierte sich Barack Obama als er beim dritten Anlauf endlich Frau Ros-Lehtinen an den Apparat bekam. Dabei musste der Commander-in-Chief zunächst einen anderen Abgeordneten anrufen, der wiederum seine Kollegin davon überzeugen konnte, dass es sich bei dem Anrufer wirklich um den Präsidenten handele.

„Die Jungs vom Radio versuchen permanent die Politiker reinzulegen“, verteidigte sich die Abgeordnete. Dann gratulierte sie Obama zum Wahlsieg und versprach im Interesse der Amerikaner mit ihm zusammenzuarbeiten und künftig nicht bei seinen Anrufen einfach aufzulegen.

Tuesday, December 2, 2008

Ein 30.000 Dollar Dankeschön

Für die künftige First Lady ist Barack Obama nichts zu teuer. Amerikas nächster Präsident will seiner Frau Michelle Obama einen 30.000 Dollar teuren Ring (Foto) schenken. Das edle Stück mit dem Titel "Harmony" ist aus dem weltweit teuersten Metall "Rhodium" (Unze kostet 7000 Dollar) gemacht.

Der Ring soll ein Dankeschön von Obama an dessen 44-jährige Frau ("The Rock of my Family") für ihre Arbeit und Unterstützung während des Wahlkampfes sein. Designer des Schmuckstücks ist der Italiener Giovanni Bosco, der den Glitzer-Ring pünktlich zur Vereidigung des 44. Präsidenten der USA am 20. Januar in Washington fertig haben will.

"Wir sind von Barack Obama kontaktiert worden", bestätigte ein Sprecher des Designers die Anfrage des künftigen Commander-in-Chiefs. "Er suchte etwas, um seiner Frau Danke zu sagen."

Entscheidung im Feuerwehrhaus

Robert Gates gilt eigentlich als sehr verschwiegener Mann. Mehr als 26 Jahre hütete der amtierende Verteidigungsminister der Bush-Regierung als Mitarbeiter und späterer Chef des US-Geheimdienstes CIA jedes noch so düstere Geheimnis. Und auch als Pentagon-Chef rutschte dem 65-Jährigen eigentlich nie etwas heraus, was nicht für die Öffentlichkeit bestimmt gewesen wäre.

Doch am Tag nach der Nominierung des Republikaners als alten und neuen Chef des Verteidigungsministeriums, platzte Gates nach Jahren der Verschwiegenheit doch noch ein "Top Secret" heraus. Auf die Frage, wann und wo er und Obama den Deal beschlossen hätten, dass er im Amt bleibe, antwortete "007-Gates" konspirativ:

"Wir haben uns bei seiner Abreise in der Feuerwehr-Station des National Airports in Washington getroffen. Wir ließen die Feuerwehrwagen rausfahren, damit unsere Autos reinfahren konnten. Es war an dem Tag, als er (Obama) den Präsidenten in Washington getroffen hat." (Anm.: Das war am 10. November)

Die Kleinen und der Große

Susan Rice, Barack Obama und Hillary Clinton (v.l.)

Bei der Vorstellung seines Nationalen Sicherheitsrates hatte der 1,85 Meter große künftige Präsident Barack Obama offenbar nicht an seine neuen, viel kleineren Kollegen gedacht. Bis auf seinen Chefberater für National Security, den 1,95 Meter Hüne, Ex-General James Jones, hatte der Rest des Teams doch akute Stehpult-Höhenprobleme.

Insbesondere die neue UN-Botschafterin Susan Rice sowie Außenministerin Hillary Clinton, beide mit nur knapp 1,60 Meter nicht gerade Riesen, hatten Probleme über das Mikrofon zu schauen. Beim nächsten Mal sollte vielleicht jemand aus dem Obama-Team ein Podest für die Kleinen mitbringen oder ein verstellbares Mikrofon installieren.

Monday, December 1, 2008

Obamas "Team of Rivals"

Das Außen- und Sicherheits-Trio der künftigen US-Regierung: Ex-General James Jones, Hillary Clinton und Pentagon-Chef Robert Gates

Neuanfang mit alten Gesichtern: Hillary Clinton, Robert Gates und Ex-General und Hartliner James Jones bilden das Dreier-Gestirn Nationaler Sicherheitspolitik der künftigen Obama Regierung. Überraschend kommen die Nominierungen nicht. Die Namen kursieren bereits seit Tagen in der Öffentlichkeit.

Es ist ein Trio, das Barack Obama viel Ärger bringen kann: Alle drei Politiker gelten als eigenständige Köpfe, die sich nicht gerne von anderen reinreden lassen. Und sie gelten auch nicht unbedingt als die größten Unterstützer von Präsident Obama, passen aber in dessen Idee eines "Team of Rivals" wie es sich Abraham Lincoln zusammengestellt hatte.

Hillary Clinton soll dabei als Secretary of State einen Neuanfang in der US-Außen- und Sicherheitspolitik vorantreiben. Die einstige Obama Gegnerin gilt dabei als "Falke" bei den Demokraten. Die 61-Jährige wird einen strengen Kurs gegenüber Amerikas Feinden führen und von den Freunden und Alliierten, insbesondere im Kampf gegen den Terror, mehr Einsatz fordern.

Als eigensinnig gilt auch Robert Gates, der bisher einzige Republikaner im Kabinett von Obama. Der amtierende Verteidigungsminister, mit engen, freundschaftlichen Kontakten zu bald Ex-Präsident George W. Bush, darf auch in der künftigen Regierung das Pentagon führen - zumindest für das erste Jahr.

Überraschend, weil militärischer Hartliner, gilt die Nominierung von James Jones. Der 64-jährige Ex-General der US-Elitetruppe Marines (1999-2003) bringt 40 Jahre Militärerfahrung mit ins Kabinett und als 1,95 Meter großer Riese die gleiche Leidenschaft für Basketball wie sein künftiger Boss. Allerdings: Jones ist ein Mann von Prinzipien und Überzeugungen und lässt sich ungern von anderen belehren. Den Irak-Krieg jedoch bezeichnet Jones wie auch Obama als ein "Debakel."

Neben den drei Top-Leuten gehören noch Vize-Präsident Joe Biden, Justizminister Eric Holder, Janet Napolitano als Heimatschutzministerin sowie Susan Rice als Botschafterin bei den Vereinten Nationen zu Obamas Team der Außen- und Sicherheitspolitik.

Die Zahl des Tages

50
Der Countdown läuft - noch 50 Tage bis zum Ende der Präsidentschaft von George W. Bush. In Interviews verabschiedet sich der 43. Präsident der USA bereits bei seinen Landleuten: "Ich war nicht vorbereitet auf den Krieg", erklärte er auf ABC. "Ich habe mit keinem Krieg gerechnet." Oder: "Es tut mir leid, dass das passiert ist."(zur Wirtschaftskrise) Oder: "Natürlich möchte man geliebt werden." (zu seinen negativen Umfragewerten)

Viele werden den acht Jahren Bush nicht nachtrauern. Nach jüngsten Umfragen sind nur noch 26 Prozent der Amerikaner mit der Arbeit ihres Präsidenten zufrieden, eine der niedrigsten Werte in der Geschichte amerikanischer Präsidenten. Am 20. Januar 2009 wird Barack Obama als 44. Commander-in-Chief in den Amtssitz, White House, einziehen.
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