"Sarah Palin war die Bürgermeisterin der zweitgrößten Stadt Alaskas"
(Karl Rove, "The Architect" von George W. Bush und aktuell Kommentator beim konservativen TV-Sender Fox über die Erfahrungen, die Sarah Palin als mögliche Vize-Präsidentin mitbringt. Palin war Bürgermeisterin in Wasilla, einem Ort nach eigenen Angaben von 7025 Einwohnern (Stand September 2008, Foto: Palins Ex-Resident in Wasilla)
)
Kleiner Nachilfe-Unterricht für Karl Rove: Wasilla ist NICHT die zweitgrößte Stadt Alaskas. Nach den letzten Schätzungen des US Census Bureau von 2007 liegen: Anchorage: 279,671 Einwohner, Fairbanks: 34,540, Juneau: 30,690 deutlich vor Wasilla. Karl Rove sollte das eigentlich besser wissen. Doch wen interessieren schon die Fakten. Rove und "Fixed-News" wie die Konkurrenz von MSNBC spottet, haben andere Ziele: Palin, so unerfahren sie auch sein mag, muss dem Wähler nur gut verkauft werden. Und bis jetzt funktioniert das ja auch ganz gut.
Saturday, September 6, 2008
Zitat der Woche
Friday, September 5, 2008
Nachhilfe-Unterricht für Sarah Palin
Die Welt gesehen aus der Sicht lernender KinderDer Parteitag der Republikaner ist vorbei. John McCain hat enttäuscht, Sarah Palin die Partei begeistert. Doch die Vize-Kandidatin hat Defizite. Und die müssen schnell beseitigt werden.
Sarah Palin, Gouverneurin von Alaska, muss die Schulbank drücken. Sie muss lernen. Und zwar schnell. Ihr Fach: Außen- und Sicherheitspolitik. In weniger als einem Monat (2. Oktober) trifft sich Palin mit ihrem Counterpart Joe Biden zur einzigen TV-Debatte der Running Mates in St. Louis, Missouri.
Biden ist ein ausgewiesener Experte in Sachen Außen- und Sicherheitspolitik. Sarah Palin eher das Gegenteil: Sie hat erst 2007 einen Reisepass beantragt und ist nicht wirklich viel rumgekommen in der Welt: Kanada, Kuwait, Deutschland (Besuch des US-Militär-Krankenhauses in Landstuhl), Irak (Kurzbesuch bei der National Guard Einheit aus Alaska). Über die Tücken der Diplomatie dürfte sie dabei eher wenig erfahren haben. Jetzt sollen zahlreiche Fachkräfte aus dem McCain Lager, angeführt von Joe Lieberman, der einstigen Schönheits-Königin die Welt erklären.
Sarah Palin, Gouverneurin von Alaska, muss die Schulbank drücken. Sie muss lernen. Und zwar schnell. Ihr Fach: Außen- und Sicherheitspolitik. In weniger als einem Monat (2. Oktober) trifft sich Palin mit ihrem Counterpart Joe Biden zur einzigen TV-Debatte der Running Mates in St. Louis, Missouri.
Biden ist ein ausgewiesener Experte in Sachen Außen- und Sicherheitspolitik. Sarah Palin eher das Gegenteil: Sie hat erst 2007 einen Reisepass beantragt und ist nicht wirklich viel rumgekommen in der Welt: Kanada, Kuwait, Deutschland (Besuch des US-Militär-Krankenhauses in Landstuhl), Irak (Kurzbesuch bei der National Guard Einheit aus Alaska). Über die Tücken der Diplomatie dürfte sie dabei eher wenig erfahren haben. Jetzt sollen zahlreiche Fachkräfte aus dem McCain Lager, angeführt von Joe Lieberman, der einstigen Schönheits-Königin die Welt erklären.
"Die schlechteste Rede seit Jimmy Carter"
John McCains Rede war „same old stuff“ und wenig Neues. Und von einer Vision für das Land – keine Spur. Entsprechend harsch fielen die Kritiken am Tag danach aus. Selbst unter Republikanern und Konservativen. Eine Auswahl:
Es war eine Wiederholung alter und bekannter Ideen der Republikaner. Es ist nicht einfach sich von Präsident Bush zu distanzieren, wenn du eigentlich ganz seiner Meinung bist. Die Rede war dünn. (Präsidentenberater David Gergen)
Die Rede war eine dicke Enttäuschung. Ich denke, McCain hat sie verpatzt. (Michael Gerson, Redenschreiber von George W. Bush)
Es war die schlechteste Rede eines Präsidentschafts-Kandidaten seit Jimmy Carter 1980 (CNN-Kommentator Jeffrey Toobin)
Wer die Rede gehört hat, glaubte, dass White House wurde in den vergangenen 7 ½ Jahren von Demokraten regiert und es ist jetzt an der Zeit, dass wir diese Bastarde endlich rausschmeißen. (Arianna Huffington)
Ermüdend. Hier im Saal sind Delegierte aus Utah und Puerto Rico eingeschlafen. (New York Times Blogger Patrick Healy)
Die Rede war flach, gezwungen und keine Gefahr für Barack Obama. (National Review)
Das Ende war gut, ansonsten war der Auftritt nicht überzeugend (Time Magazine)
Es war eine Wiederholung alter und bekannter Ideen der Republikaner. Es ist nicht einfach sich von Präsident Bush zu distanzieren, wenn du eigentlich ganz seiner Meinung bist. Die Rede war dünn. (Präsidentenberater David Gergen)
Die Rede war eine dicke Enttäuschung. Ich denke, McCain hat sie verpatzt. (Michael Gerson, Redenschreiber von George W. Bush)
Es war die schlechteste Rede eines Präsidentschafts-Kandidaten seit Jimmy Carter 1980 (CNN-Kommentator Jeffrey Toobin)
Wer die Rede gehört hat, glaubte, dass White House wurde in den vergangenen 7 ½ Jahren von Demokraten regiert und es ist jetzt an der Zeit, dass wir diese Bastarde endlich rausschmeißen. (Arianna Huffington)
Ermüdend. Hier im Saal sind Delegierte aus Utah und Puerto Rico eingeschlafen. (New York Times Blogger Patrick Healy)
Die Rede war flach, gezwungen und keine Gefahr für Barack Obama. (National Review)
Das Ende war gut, ansonsten war der Auftritt nicht überzeugend (Time Magazine)
Wednesday, September 3, 2008
Sarah Palin: Pitbull mit Lippenstift
Sarah Palin nach ihrer "Acceptance Speech" zum Kandidaten des Vize-Präsidenten auf dem Parteitag der Republikaner in Minneapolis/St. PaulSarah Palin gab sich kämpferisch. Nach der tagelangen, heftigen Kritik an ihrer Nominierung zum Kandidaten des Vize-Präsidenten teilte die 44-jährige Gouverneurin bei ihrer Acceptance Speech" auf dem Parteitag kräftig aus. McCain hat jetzt seinen "Attack Dog" kommentierten Beobachter nach der Rede anerkennend.
"Die Präsidentschaft sollte nicht eine persönliche Entdeckungsreise sein", erklärte Sarah Palin den jubelten und grölenden republikanischen Parteifreunden im Xcel Energy Center in St. Paul. Palin meinte damit ohne seinen Namen zu nennen natürlich Barack Obama und dessen mangelnde Erfahrung. "Diese Welt hat Bedrohungen und Gefahren und braucht mehr als nur einen Organisator."
Unverschont blieben auch nicht die US-Medien, die Sarah Palin in den vergangenen Tagen immer wieder hart kritisiert hatten. "Ich komme nicht nach Washington, um euch zu gefallen. Ich komme nach Washington, um den Menschen in diesem Land zu dienen." Und wie sie das machen will, erklärte sie auch gleich. Verbissen. "Es gibt nur einen Unterschied zwischen einer Hockey-Mama (Anspielung auf ihre Rolle als Mutter, die ihre Kinder zum Sport fährt) und einem Pitbull - Lippenstift.
John McCain, der nach der Rede mit auf die Bühne kam, freute sich sichtbar über seinen Vize. "Haben wir nicht eine richtige Wahl getroffen", fragte er die Massen, die in Jubel ausbrach. "Und was für eine Familie." Sarah Palins komplette Familie, einschließlich des Freundes ihrer schwangeren, 17-jährigen Tochter Bristol sowie ihre Eltern waren in der mit 15.000 Menschen ausverkauften Halle.Der kritisierte Barack Obama dagegen gab sich gelassen: "Die Rede war von einem Schreiber von George W. Bush konszipiert und sie klang so wie wir es in den vergangenen acht Jahren immer wieder gehört haben." Parteipolitik löse aber keine Probleme. Tatsächlich hatte Matthew Scully, der Sarah Palin in dieser Woche zum ersten Mal getroffen hatte, die Rede geschrieben. Er arbeitet auch für den Präsidenten.
Wenn Lob verdächtig macht
Sarah Palin wird auf dem Parteitag der Republikaner als neuer Star gefeiert. Und man reibt sich dabei verwundert die Augen. Hat man(n) sie vorher einfach nur übersehen? Ist sie ein Natur-Talent, eine geborene Natur-Politikerin, die ideale Vize-Präsidentin, auf die Amerika so sehnsüchtig gewartet hat?
Fakt ist doch: Sie war Schönheits-Königin von Wasilla, 69 Kilometer nördlich von Anchorage, später wurde sie Bürgermeisterin in dem 6715 Einwohner zählenden Dorfes. Und seit Dezember 2006, also seit gerade mal 21 Monate, ist sie Gouverneurin von Alaska. Gegen sie läuft eine Untersuchung wegen Amtsmissbrauchs und ganz nebenbei ist die 17-jährige Tochter der erzkonservativen Sarah Palin unverheiratet und im fünften Monat schwanger. Dinge, die Republikaner eigentlich gar nicht mögen. „Sex vor der Ehe - um Gottes Willen! Doch all das zählt nicht. Palin muss durchgeboxt werden. Alle stehen hinter Palin. Palin ist die Heldin. Eine Auswahl:
„Mit Sarah Palin wird Amerikas eine starke und prinzipientreue Vize-Präsidentin haben“, jubelt Noch-Präsident George W. Bush per Video-Botschaft den Delegierten zu.
„Ich bin stolz das Amerikas erste Vize-Präsidentin eine Republikanerin sein wird“, freut sich First Lady Laura Bush.
„Sarah Palin repräsentiert eine neue Generation. Sie ist eine der erfolgreichsten Gouverneure des Landes und eine der beliebtesten“, schwärmt Rudy Giuliani. Nach einer Umfrage direkt nach ihrer Nominierung kannten nur 25 Prozent der Befragten überhaupt ihren Namen.
„Sie ist mutig, erfolgreich, eine Reformerin und hat vor niemanden Angst“, weiß Fred Thompson begeistert zu berichten.
„Sie ist eine Reformerin“, sagt Joe Lieberman, einst Demokrat und Vize bei Al Gore und mittlerweile so sehr Republikaner, dass man sich wundert wie sich Gore so täuschen konnte.
„Sie weiß, wo sie steht. Sie hat mehr Managererfahrung als ihr Gegenpart Joe Biden in seinen Jahren im Senat mit Reden erworben hat", weiß Mike Huckabee.“
„Palin wir eine ausgezeichnete Vize-Präsidentin sein”, prophezeit auch Mitt Romney, der eigentlich selbst Vize werden wollte und.
Irgendwann ist es einfach zu viel. Irgendwann wird Lob verdächtig.
Fakt ist doch: Sie war Schönheits-Königin von Wasilla, 69 Kilometer nördlich von Anchorage, später wurde sie Bürgermeisterin in dem 6715 Einwohner zählenden Dorfes. Und seit Dezember 2006, also seit gerade mal 21 Monate, ist sie Gouverneurin von Alaska. Gegen sie läuft eine Untersuchung wegen Amtsmissbrauchs und ganz nebenbei ist die 17-jährige Tochter der erzkonservativen Sarah Palin unverheiratet und im fünften Monat schwanger. Dinge, die Republikaner eigentlich gar nicht mögen. „Sex vor der Ehe - um Gottes Willen! Doch all das zählt nicht. Palin muss durchgeboxt werden. Alle stehen hinter Palin. Palin ist die Heldin. Eine Auswahl:
„Mit Sarah Palin wird Amerikas eine starke und prinzipientreue Vize-Präsidentin haben“, jubelt Noch-Präsident George W. Bush per Video-Botschaft den Delegierten zu.
„Ich bin stolz das Amerikas erste Vize-Präsidentin eine Republikanerin sein wird“, freut sich First Lady Laura Bush.
„Sarah Palin repräsentiert eine neue Generation. Sie ist eine der erfolgreichsten Gouverneure des Landes und eine der beliebtesten“, schwärmt Rudy Giuliani. Nach einer Umfrage direkt nach ihrer Nominierung kannten nur 25 Prozent der Befragten überhaupt ihren Namen.
„Sie ist mutig, erfolgreich, eine Reformerin und hat vor niemanden Angst“, weiß Fred Thompson begeistert zu berichten.
„Sie ist eine Reformerin“, sagt Joe Lieberman, einst Demokrat und Vize bei Al Gore und mittlerweile so sehr Republikaner, dass man sich wundert wie sich Gore so täuschen konnte.
„Sie weiß, wo sie steht. Sie hat mehr Managererfahrung als ihr Gegenpart Joe Biden in seinen Jahren im Senat mit Reden erworben hat", weiß Mike Huckabee.“
„Palin wir eine ausgezeichnete Vize-Präsidentin sein”, prophezeit auch Mitt Romney, der eigentlich selbst Vize werden wollte und.
Irgendwann ist es einfach zu viel. Irgendwann wird Lob verdächtig.
Die Nerven liegen blank
Kritik oder gar bohrende Nachfragen von Journalisten hat John McCain noch nie gemocht. Während der Vorwahlen hat das eine Reporterin der New York Times erlebt, die im McCain Flugzeug nach unliebsamen Fragen vor Zeugen und laufender Kamera rüde zurecht gestutzt wurde.
Jetzt zeigt der als Choleriker bekannte Präsidentschafts-Kandidat erneut, dass seine Kritikfähigkeit arg begrenzt ist. McCains Nerven liegen blank. Weil dessen Pressesprecher Tucker Bounds in einem CNN-Interview mit immer neuen Nachfragen zur Vize-Kandidatin Sarah Palin genervt hatte, sagte Trotzkopf McCain jetzt ein Interview mit TV-Legende Larry King kurzfristig ab. Begründung: Das Interview sei "over the Line" gewesen. Dabei hatte CNN-Anchor Campbell Brown nur ihren Job gemacht und nach der Erfahrung von Sarah Palin in der Außen- und Sicherheitspolitik gefragt. (Auszug aus dem angeblich zu weitgehenden CNN-Interview hier: http://www.youtube.com/watch?v=UYYiw_y2qDI)
Jetzt zeigt der als Choleriker bekannte Präsidentschafts-Kandidat erneut, dass seine Kritikfähigkeit arg begrenzt ist. McCains Nerven liegen blank. Weil dessen Pressesprecher Tucker Bounds in einem CNN-Interview mit immer neuen Nachfragen zur Vize-Kandidatin Sarah Palin genervt hatte, sagte Trotzkopf McCain jetzt ein Interview mit TV-Legende Larry King kurzfristig ab. Begründung: Das Interview sei "over the Line" gewesen. Dabei hatte CNN-Anchor Campbell Brown nur ihren Job gemacht und nach der Erfahrung von Sarah Palin in der Außen- und Sicherheitspolitik gefragt. (Auszug aus dem angeblich zu weitgehenden CNN-Interview hier: http://www.youtube.com/watch?v=UYYiw_y2qDI)
McCain dürfte sich mit der Absage jedoch keinen Gefallen getan haben. Der 74-jährige King ist nicht unbedingt berühmt für seine kritischen Fragen. Zynische Stimmen nennen ihn einen Mikrofonhalter, der seinen Gesprächpartnern zur Selbstdarstellung immer die richtigen Fragen stellt. Eine Gelegenheit, die McCain ungenutzt lässt.
Tuesday, September 2, 2008
Das Bild des Tages
Der frühere Senator von Tennessee (1994-2003), Präsidentschafts-Kandidat und heutiger Schauspieler Fred Thompson während seiner Rede auf der Republican Convention in Minneapolis/St. Paul. Im Hintergrund ein riesiges Bild des schwer verwundeten John McCains in Vietnam. Thompson lobte McCain für seinen Einsatz und Mut für die USA. Konkurrent Barack Obama diffamierte der 66-jährige "Law & Order" Star als den "liberalsten und unerfahrensten Präsidentschafts-Kandidaten aller Zeiten".
Subscribe to:
Posts (Atom)

